Aktuelle Ausstellung
8. November 2011 bis 29. Februar 2012

Auf ein Neues!

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Neujahrskarten aus der Sammlung von Gerhard Trost
In der Ausstellung werden 180 Karten aus der Sammlung von Gerhard Trost gezeigt. Sieben eigens für die Besucher der Ausstellung gestaltete Neujahrskarten laden dazu ein, persönliche Wünsche für 2012 zu versenden.

Für Grafiker, Karikaturisten und Illustratoren aus der DDR gehörte es zur Berufsehre, keine  gekauften Karten zum Jahreswechsel zu versenden. Jahr für Jahr kreierten sie kleine Kunstwerke, die sie dann mit guten Wünschen zum neuen Jahr an die Familie und Kollegen verschickten. Eine durchaus aufwändige und zeitraubende Angelegenheit, gab es doch weder Kopier- noch sonstige Geräte zur Vervielfältigung. Individualität und begrenzte Stückzahl machten die Karten noch wertvoller und zum begehrten Sammelobjekt.

Der in Frankfurt (Oder) lebende Gebrauchsgrafiker Gerhard Trost ist bis heute sowohl Empfänger als auch Versender dieser gestalteten Neujahrskarten und verfügt inzwischen über eine Sammlung von ca. 800 Karten aus fast 60 Jahren. Versteckte Anspielungen auf politische Zustände oder kritische Hinweise auf gesellschaftliche Missstände finden sich in den Neujahrsbotschaften ebenso wie fröhliche Situationskomik und künstlerischer Anspruch.

Bei einigen kann man Jahr für Jahr die Herausbildung des speziellen Stils ihrer Macher und die Festigung der künstlerischen Handschrift verfolgen, bei anderen die Haltung zur Politik der DDR entdecken.

Spannend ist, wie sich die Jahreswechsel 1989/90 und 1990/91 in den Karten spiegeln: Wie jeder andere DDR-Bürger, mussten auch Grafiker und Zeichner ihren Weg in die deutsche Einheit finden – ihre Erfahrungen kann man noch heute in den künstlerischen Miniaturen entdecken.

 

"Ikonografisch kaum durchforstet und unentdeckt blieb der oft unkontrollierte, private Verständigungscode bekannter Maler, Bildhauer, Grafiker, Kunsthandwerker und Formgestalter aus der DDR. Dieser zeigt sich auch in persönlich gestalteten und zugesandten Neujahrskarten.

Mit Vergnügen fand man in den Grüßen Symbole, die häufig wiederkehren: Schnecken als Sinnbild schleppender Entwicklung in der DDR, Raben, Gänse, Nilpferde, die alle darauf verweisen, was in Frage stand oder zukünftig auf die Abrissliste kommen würde..."

Gerhard Trost, Grafiker, Frankfurt (Oder)

 

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Kommentare

"Das Theater geht weiter"

Neujahrskarten waren zu DDR-Zeiten eine innovative Kunstgattung

Kommentar zur Ausstellung von Arno Neumann in der MAZ vom 31.12.2011.

 

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