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Karikaturen in der Landeszentrale

Karikaturen sind die kürzeste Form der politischen Bildung. Der Terroranschlag auf das Pariser Satire-Magazin „Charlie Hebdo“ verleiht dieser Form der politischen Debatte nun eine besondere Bedeutung. Die Landeszentrale stellt seit mehr als 15 Jahren Karikaturen zu gesellschaftspolitisch brisanten Themen aus und bietet damit eine Plattform für einen lebendigen Dialog.

Karikatur: Klaus Stuttmann

Jetzt nur eins nicht: den Mut verlieren zu kämpfen. Politische Karikaturen werden gebraucht, so der dänische Karikaturist Kurt Westergaard nach dem Terroranschlag auf das Pariser Satire-Magazin "Charlie Hebdo". Sie sind ein Ausdruck der Meinungsfreiheit. Millionen Menschen auf der ganzen Welt sehen das genauso, denn die Trauerbekundungen sind begleitet von einer Welle der Solidarität mit der Arbeit der politischen Karikaturisten.

Die Landeszentrale unterstützt diese besondere Form der Auseinandersetzung mit gesellschaftspolitischen Themen seit mehr als 15 Jahren. Jeweils im Sommer zeigt sie in ihrem Haus in Potsdam eine Karikaturenausstellung. Die Gästebücher der letzten Jahre zeigen, wie lebhaft der Dialog zwischen allen Beteiligten ist, der sich daraus entwickelt.

Unter den Künstlern, mit denen die Landeszentrale zusammengearbeitet hat, befinden sich so bekannte Namen wie Til Mette, Klaus Stuttmann und Barbara Henniger. Wir haben mit Stuttmann und Henniger nach dem Anschlag gesprochen und sie um ihre Meinung gebeten.

Erhalten haben wir sehr unterschiedliche Reaktionen. Der eine schickte die oben abgebildete Karikatur, die andere eine Textbotschaft. Beide zeigen: An Mut mangelt es in der Zunft nicht. Ebenso wenig wie in der Landeszentrale - auch in diesem Jahr werden wir wieder Karikaturen bei uns zeigen.
 

Der Amoklauf verblendeter Hasstäter in Paris, dem unsere Kollegen von "CHARLIE HEBDO" zum Opfer fielen, macht sprachlos. Aber Schweigen wäre ein Sieg der Mörder. Diese Untat zeigt auf makabre Weise, dass Satire nicht wirkungslos ist. Wir Karikaturisten werden uns nicht einschüchtern lassen von fanatisiertem Terror. Mit Feder und Stift, den intelligenten Waffen des freien Geistes, zeichnen wir an gegen Intoleranz, Bevormundung, Demagogie, Terror. Die Gedanken sind frei und die Türen sollen offen bleiben können in einer aufgeklärten zivilisierten Gesellschaft.

Barbara Henniger. Strausberg, 08.01.2015
 

Ein Blick in unser Archiv (Auswahl):

20 Jahre Mauerfall: Karikaturisten als Chronisten

Charakterkopf: Frank Hoppmann in der Ausstellung "Charakterköpfe"

Satirische Dolmetscher - Barbara Henniger und Klaus Stuttmann in der Ausstellung "Wendepunkte"  


Landeszentrale, Januar 2015

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