Leichte Sprache

Galerie

Ausschnitte aus der Ausstellung

Vom Chaos über die Harmonie zur Ordnung oder umgekehrt... 

Öl auf Leinwand (1986)
110 x 120 cm, 120 x 122 cm, 110 x 122 cm


Im Chaos lebe ich nicht gerne, auch wenn ich meine chaotischen Anteile habe.

Mit der Ordnung dagegen ist das so eine Sache. Wir Menschen brauchen eine Ordnung, auch ich. Wenn ich male, schaffe ich Ordnungen. Das kann aber auch schnell penetrant werden und einen ersticken. So war es in der DDR: Die Ordnungssucht hat unheimlich viel erstickt. Beim Malen habe ich an diese Ordnungssucht gedacht und deshalb ist das Bild so böse geworden. Ich erinnere mich an die DDR-Grenzer. Das waren keine Personen, sie wa-ren die Ordnungsmacht. So traten sie auf. Und mit diesem Gefühl fuhr man wieder nach Hause.

Das Chaos und die Ordnung wird uns durch Menschen aufgedrückt, während die Harmonie aus der Natur kommt. Sie ist schwer zu fassen, sie ist eine Befindlichkeit, eine Stimmung.

Das Bild habe ich zur Dresdner Kunstausstellung 1987/88 eingereicht, weil ich dachte, jetzt ist es möglich. Ich war dann sehr verblüfft, dass es abgelehnt wurde.

 

Jahresanfang

JahresanfangDas ist mein erstes Bild von Lietzen – der Hügel, das Haus und an der Seite bin ich.

Und oben der drohende Brief, denn es dauerte lange, bis man entschieden hatte, ob ich das Gehöft bekommen soll oder nicht. Auch später, als ich dort wohnte, war ich mir nie sicher, ob ich hier bleiben kann. Man hätte jederzeit sagen können, wir brauchen es für andere Zwecke.

Über allem schwebt ein Kranich. Als ich ihn malte, wusste ich noch gar nicht, dass es wirklich Kraniche gibt in dieser Gegend.

 

  

Mutter Courage

6 Blätter (Auschnitt)

Lithographie und Farblinoldruck (1983) 50 x 37,5 cm


An der Volksbühne und später dann in Frankfurt (Oder) hab ich bei Proben gezeichnet. Das war eine sehr bereichernde Erfahrung. Eigentlich ist es ganz einfach: Die Schauspieler erfinden zusammen mit dem Regisseur Bilder – und ich muss sie dann nur noch „abzeichnen“.

Im Berliner Ensemble war ich nie bei Proben. Aber ich habe noch alle Brecht-Inszenierungen gesehen als ich 1958 nach Berlin kam. Das Brecht-Theater ist für mich sehr wichtig, die Bildhaftigkeit der Sprache, die Klarheit der Aussage. Ich war und bin ein begeisterter Brecht-Fan.
 

Lithographie und Farblinoldruck (1983) 50 x 37,5 cm


Illustratives Zeichnen hat mich nie interessiert. Wie die Schauspieler möchte auch ich eine Haltung finden, einen bestimmten Duktus, eine Chiffre für die Sprache und das Stück. Für mich passt zu Brecht eine harte Linie, Konsequenz und Schwarz-Weiß. Und als einzige Farbe Silber.
 

Lithographie und Farblinoldruck (1983) 50 x 37,5 cm

 

Erdungen

Strukturen des Oderbruchs (1978) Erde, Sand, Gewebe, Latex 78 x 117 cmDies ist eines meiner ältesten Bilder. Seitdem habe ich immer wieder mit Erden „gemalt“.

Damals hatte ich ein Haus direkt an der Oder und die Farbe und Sattheit dieser Erde mochte ich sehr.

Wahrscheinlich ist diese Arbeit die Erdung mit meiner Heimat, dem Oderbruch.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Der Schritt

Plastik (1989) Drahtgerüst, Knüllpapier, Stoff, Latex, 158 cm Höhe Diese Plastik entstand, weil ich eine neue Technik ausprobieren wollte.

Erst während der Arbeit formte sich der Schritt aus meinem Unbewussten und es entstand dieser Zeitbezug.

 

Bildergalerie
"Porträts abwesender Freunde" (Ausschnitt) 1985
"Porträts abwesender Freunde"
"40 Jahre Kriegsende" (Ausschnitt)
"Mozart in Venedig"
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