Leichte Sprache

Danach. So denke ich über die Bundestagswahl

Das hätte er nicht erwartet. Unser Autor ist vom Wahlergebnis zutiefst enttäuscht. Er fürchtet, um die Interessen junger Menschen wird es in Zukunft noch viel weniger gehen. Dabei sind sie die Zukunft.
Finger-Art

Ich muss zugeben, es fällt mir nicht leicht, meine Gedanken zur Bundestagswahl zu ordnen. Dafür lief der Wahlabend für mich doch zu emotional ab. Die Bekanntgabe der Ergebnisse erlebte ich als Live-Spektakel. Ich war auf einer Wahlparty der Grünen als die Hochrechnungsbalken über den Bildschirm flimmerten. Zuerst gab es etwas verdutzten Jubel über die stabilen Werte der bisherigen Opposition und das unerwartet schwache Ergebnis der großen Parteien.

Als dann aber klar wurde, dass FDP und AfD zusammen stärker waren als die SPD, war das schon schauerlich. Es war in jedem Fall ein Wahlausgang, den ich so nicht vermutet hatte. Mein Handy vibrierte dauerhaft, denn Freunden und Familie ging es ähnlich. Sollte es Neuwahlen geben? Sitzen jetzt tatsächlich Rechtsextreme im Bundestag und kriegen auch noch Geld dafür? Was bedeutet das Wahlergebnis für uns?

Unsicher und enttäuscht

Ich war ziemlich unsicher und bin es immer noch. Mir geht es um die Interessen Jugendlicher. Deshalb freue ich mich, weil sich die linke Opposition, die ich als einzige Mitvertreterin dieser Interessen empfinde, behauptet hat. Andererseits bin ich schockiert, denn ich dachte vor dem Wahltag, dass eine Schwarz-Gelbe Regierung das schlimmste denkbare Wahlergebnis sein könnte.

Danilo Zoschnik

Der Autor
Danilo Zoschnik hat gerade sein Abitur in Eberswalde gemacht und nun Zeit, die Wochen bis zur Bundestagswahl bei uns durchzubloggen.

Obwohl ich kein Fan der zwei großen deutschen Parteien bin, wirkt ihr Absturz auf mich wie ein Riss in unserem demokratischen System. Alle Medien waren sich im Vorfeld einig: Französische Verhältnisse, wo die etablierten Parteien fast mit einem Schnipsen in die Bedeutungslosigkeit rutschen konnten, die hätte man in Deutschland nicht zu befürchten.

Auf geht's

Natürlich, ganz so drastisch ist es nicht. Am Ende dieser Wahl aber bin ich tief enttäuscht. Denn ich erwarte nicht, dass sich die neue Kombi-Regierung verstärkt den Interessen meiner Generation zuwenden wird. Genau wir aber werden die Gesellschaft prägen, in der wir zukünftig leben. Ich möchte jedenfalls nicht aufhören, zusammen für eine Kultur der Vielfalt, Toleranz und Generationengerechtigkeit zu streiten.


P.S. Das war mein vorerst letzter Blogeintrag zum Thema. Aber wer weiß, man sieht sich ja immer zweimal.

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