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Querfront
Unter der Bezeichnung "Querfront" versteht man eine rechtsextreme Bündnisstrategie, die "quer" durch die verschiedenen politischen und weltanschaulichen Lager läuft. Der Fokus liegt auf der Herstellung und Betonung von Gemeinsamkeiten inhaltlicher Art, hinter die die Unterschiede zurücktreten sollen.
Unter den schwierigen Mehrheitsverhältnissen der Weimarer Republik Ende der 20er, Anfang der 30er Jahre diskutierten verschiedene rechtsextreme Kreise, darunter die sog. "konservative Revolution", Nationalrevolutionäre und auch der sog. "linke Flügel" der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (NSDAP), Bündnisstrategien, die antidemokratische Mehrheiten herstellen sollten.
Ein solches Bündnis, das "quer" durch die politischen Lager laufen sollte, sah die Gewichtung von Gemeinsamkeiten vor, die im Wesentlichen in der Ablehnung der parlamentarischen Verfassung lagen, in antikapitalistischen Vorstellungen, in staatsozialistischen Konzepten (z. B. Verstaatlichung von Schlüsselindustrien) sowie allgemeiner in der Hoffnung auf einen "nationalen Sozialismus" (siehe: Nationalsozialismus).
Auf Überlegungen zur "Volksgemeinschaft", wie sie von Vertretern der völkischen Bewegung seit Jahrzehnten diskutiert wurden, konnten sich denn auch konservative sowie rechtsextreme Kreise und Teile der Linken einigen. Als Generalmajor Kurt von Schleicher als Vertreter der Reichswehr von Reichspräsident Hindenburg im Dezember 1932 mit der Regierungsbildung beauftragt wurde, stand die Bildung einer "Querfront"-Regierung unter Beteiligung des Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbundes (ADGB) und der NSDAP kurz vor ihrem Abschluss. Letztlich scheiterten diese Pläne am Widerstand der Sozialdemokratie und der NSDAP, die Regierung Schleicher trat am 28.1.1933 zurück und am 30.1.1933 wurde schließlich Hitler mit der Regierungsbildung beauftragt.
Nach 1945 griff mit der Neuen Rechten, zu deren Stichwortgebern die Konservative Revolution gehört, der sich intellektuell gebende Flügel des modernen Rechtsextremismus Querfront-Ideen auf und in zunehmendem Maße seit jüngerer Zeit auch neonazistische Kreise. Gemeinsamkeiten werden ins konservative Lager gesucht, etwa über die Rehabilitierung der Wehrmacht oder klassisch revisionistische Themen, sowie über Antiamerikanismus, Antiimperialismus und nationalrevolutionäre, sozialistische Thesen nach Links.