Rechtsextremismus in Brandenburg Teil 2 (2007 - 2008)
Bands & Konzerte in Brandenburg 2007
In den letzten Jahren ist in Brandenburg eine erhebliche Zunahme sowohl der aktiven Bands als auch an Konzerten zu verzeichnen: In 2005 registrierte der brandenburgische Verfassungsschutz noch 13 aktive rechtsextremistische Bands, 2006 waren es 23 und in 2007 26 Bands. 2007 wurden in Brandenburg 14 einschlägige Konzerte durchgeführt gegenüber jeweils 8 in 2006 und 2005.
Rechtsextremistische Skinhead-Bands in Brandenburg 2007
Quelle: Ministerium des Innern des Landes Brandenburg. Referat V/2 (Hrsg.): Verfassungsschutzbericht Land Brandenburg 2007. Potsdam 2008. S. 75f.
Nicht allein die Zahl der Konzerte rechtsextremer Bands stieg in 2007, auch das Besucheraufkommen wuchs merklich an: Es wurden bis zu 500 Gäste gezählt, während in 2006 maximal 250 Personen Rechtsrock-Konzerte sehen wollten – der bundesdeutsche Schnitt lag 2007 bei 150 Personen. Beide Zahlen – der deutliche Anstieg sowohl an Rechtsrock-Bands als auch an veranstalteten Konzerten – laufen dem bundesdeutschen Trend zuwider, der mit 146 Bands in 2007 gegenüber 152 in 2006 und mit 138 durchgeführten Konzerten in 2007 gegenüber 163 in 2006 jeweils rückläufig ist. (1)

Der brandenburgische Verfassungsschutz weist auf fünf Veranstaltungen hin, die illustrieren, dass es innerhalb der rechtsextremen Parteienlandschaft nicht allein die NPD ist, die enge Kontakte sowohl zum organisierten als auch subkulturellen Neonazismus hat:
Am 12. Mai löste die Polizei ein Konzert in Finowfurt (Barnim) auf, das auf dem Gelände des DVU-Kaders Klaus Mann durchgeführt wurde. Weitere Konzerte auf dem Gelände des DVU-Landesvorstandsmitgliedes fanden am 11.08., am 25.08., am 15.09 (aufgelöst) sowie am 06.10. statt.
Dass die Rechtsrockszene eine Scharnierfunktion zwischen vielen rechtsextremen Milieus hat, zeigt ein Blick auf die Besucherstruktur von Konzerten:
„Unter den Konzertbesuchern finden sich gewaltbereite Skinheads, Neonazis, Anhänger der ‚Nationaldemokratischen Partei Deutschlands’ und der ‚Jungen Nationaldemokraten’, Personen aus der Rockerszene und Fußball-Hooligans.“ (2)
Wie sehr es die Bezugnahme auf den Nationalsozialismus und auf wüsten Vernichtungsantisemitismus ist, die die verschiedenen Milieus eint, illustriert eine Episode aus der Veranstaltung vom 25.08.07 auf dem Finowfurter Anwesen des DVU-Kaders Mann. Hier soll laut Verfassungsschutzinformationen unter lautstarker Beteiligung des Publikums das „Hecker Lied“ aus der Badischen Revolution von 1848 abgesungen worden sein – freilich in einer Umdichtung, die mit dem Titel „Blut muss fließen“ in den Jahren nach dem Ersten Weltkrieg bei rechtsextremen Freikorps und SA sehr populär war und die seit ihrer Neuvertonung durch die badische Band Tonstörung 1992 (3) fest ins Repertoire zahlreicher Rechtsrock-Bands gehört (4):
„Wetzt die langen Messer auf dem Bürgersteig
lasst die Messer flutschen in den Judenleib
Blut muss fließen, knüppelhageldick
und wir scheißen auf die Freiheit dieser Judenrepublik...“ (5)
Politisch motivierte Kriminalität in Brandenburg
Rechtsextremes Personenpotential
Subkultureller Rechtextremismus
Beispiel: Cottbusser Rechtsrock-Band Frontalkraft
Subkultureller Rechtsextremismus als Wegbereiter für Radikalisierung
Bands und Konzerte in Brandenburg
Neonazismus, Freie Kameradschaften