Rechtsextremismus in Brandenburg Teil 2 (2007 - 2008)
„Der Reiz des Verbotenen“
Da Rechtsrock-Konzerte vielfach als private Veranstaltungen deklariert werden („Geburtstagfeier“), kommt ihnen eine wichtige Funktion innerhalb der Szene zu: Hier braucht man vermeintlich kein Blatt vor den Mund zu nehmen und kann die neonazistische Überzeugung offen formulieren, ohne Angst vor Strafverfolgung (vgl. Text: "Verbote?"). Damit sind sie zugleich eine wichtige Station auf dem Radikalisierungsweg vieler Jugendlicher.

Konzerte werden oft gewissermaßen konspirativ durchgeführt, einschließlich gemeinsamer An- und Abreise. Jugendliche, die an ihnen teilnehmen, dürfen sich als Teil einer verschworenen Gemeinschaft und einer gemeinsamen Sache fühlen, die so bedeutungsvoll ist, dass „das System“ sie „verfolgt“ und „verbietet“ – so folgen Konzertveranstaltungen einer jahrelang eingeübten Choreographie, deren propagandistische Funktion in der Selbstvergewisserung der Szene als „politische Soldaten“ gegen die „Judenrepublik“ liegt (vgl. Text: ’Nur Soldat!’).
Daneben erleichtern die konspirative Vorgehensweise und die überschaubare Zahl des anreisenden Publikums den Zugang zu veritablen Szene-Größen. „Neue Gesichter“ werden von den anwesenden Kadern und Funktionären angesprochen und überprüft: Wer es auf ein Konzert geschafft hat, darf sich in vielfacher Weise aufgewertet fühlen.
Die hohe Zahl an in Brandenburg aktiven Bands mag in einem gewissen Grad täuschen: Oft beteiligen sich rechtsextreme Musiker an einer großen Zahl an verschiedenen Rechtsrock-Projekten.
Politisch motivierte Kriminalität in Brandenburg
Rechtsextremes Personenpotential
Subkultureller Rechtextremismus
Beispiel: Cottbusser Rechtsrock-Band Frontalkraft
Subkultureller Rechtsextremismus als Wegbereiter für Radikalisierung
Bands und Konzerte in Brandenburg
„Der Reiz des Verbotenen“
Neonazismus, Freie Kameradschaften