
Gab es in der Reiter-HJ auch politische Gespräche über den Nationalsozialismus und seine Ziele?
Ich kann mich da nicht mehr so genau erinnern, weil eigentlich für uns, jedenfalls den Kreis in dem ich verkehrte, feststand, dass wir, so schnell es geht, an die Front wollten. Wir waren, na ich kann schon sagen, fanatisch.
Wieso wollten Sie an die Front?
Sich beweisen, Tapferkeit zeigen, sich als Mann beweisen.
Das konnte man nicht auf anderen Gebieten?
Nicht in diesem Maße, als Held dazustehen (...) denn wir hatten ja viele Helden als Vorbilder, die für uns hingestellt wurden, nicht?
Können Sie solche nennen?
Zum Beispiel Günter Priem. Dann den General Kaden.
Können Sie noch einen Satz zu ihm sagen?
Das war der berühmte U-Boot-Kommandant, Kapitänleutnant Günter Priem. Ich glaube, der hat das Ritterkreuz damals bekommen.
Und Kaden?
Das war ein Weltkriegsoffizier, schon ein älterer Herr. (…) Ich erinnere mich noch an ein Kino, wir hatten dort eine Veranstaltung und da sprach er (…) und versuchte uns zu begeistern für das Waffenhandwerk. Er brauchte es nicht mehr, weil wir es sowieso schon waren. Ganz klar gesagt!
Interview mit Max Barth vom 19.1.1995. Mit 16 Jahren nahm er als Angehöriger einer Panzernahkampfbrigade der Hitlerjugend (HJ) an der Kesselschlacht bei Halbe teil.

