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Islamismus

Lexikon Politische Bildung

Islamismus ist eine Sammelbezeichnung für alle politischen Auffassungen und Handlungen, die im Namen des Islam die Errichtung einer allein religiös legitimierten Gesellschafts- und Staatsordnung anstreben. Islamisten bedienen sich unterschiedlicher Handlungsstile von der Parteipolitik über die Sozialarbeit bis zum Terrorismus. Ihnen allen sind grundlegende Merkmale eigen:

  • Die Absolutsetzung des Islam als Lebens- und Staatsordnung.
  • Der Vorrang der Gottes- vor der Volkssouveränität als Legitimationsbasis.
  • Die angestrebte vollkommene Durchdringung und Steuerung der Gesellschaft.
  • Die Forderung nach einer homogenen und identitären Sozialordnung im Namen des Islam und
  • die Frontstellung gegen die Normen und Regeln des modernen demokratischen Verfassungsstaates.

Dies macht in der Bilanz aus dem Islamismus eine Form des religiösen Extremismus, ein Phänomen des politischen Fundamentalismus und eine Variante des ideologischen Totalitarismus.

Islamistischer Extremismus im Land Brandenburg

Islamistischer Extremismus ist im Land Brandenburg nach Einschätzungen des Verfassungsschutzes kein unmittelbares Problem. In Brandenburg leben nur wenig Muslime. Sie sind überwiegend Studenten und wohnen in den Universitätsstädten, aufgrund der begrenzten Studienzeiten auch nur für eine bestimmte Zeit. Dies erschwert die Herausbildung eines festen Netzwerks, das die Entwicklung extremistischer Strukturen befördern könnte. In den Moscheen und Gebetsräumen Brandenburgs, wie zum Beispiel in Potsdam und Cottbus, scheinen radikale Prediger momentan keine Akzeptanz zu finden.

Muslime mit Migrationshintergrund im Land Brandenburg zeigen sich kaum aufgeschlossen gegenüber islamistisch-extremistischem Gedankengut. 2012 wurden 35 (2011: 45) Personen dem islamistischen Extremismus in Brandenburg zugerechnet. Bundesweit waren es 2011 nach amtlichen Angaben insgesamt 38.080.
 

Landeszentrale, Februar 2014

Quellen: Islamismus - Was ist das? Prof. Dr. Armin Pfahl-Traughber, 9. September 2011 und Verfassungsschutzbericht Brandenburg 2012