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SED

Lexikon Politische Bildung

Die Sozialistische Einheitspartei Deutschlands (SED) war von 1949 bis 1990 die herrschende Partei in der DDR. Sie entstand am 21./22. April 1946 in der sowjetisch besetzten Zone Deutschlands durch einen Zusammenschluss der Kommunistischen Partei Deutschlands (KPD) mit der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (SPD).

Weil die Gründung der neuen Einheitspartei unter dem massiven Druck der sowjetischen Besatzungsmacht und der kommunistischen Führungsspitze unter Walter Ulbricht umgesetzt wurde, wird auch von einer Zwangsvereinigung gesprochen.

Die SED war streng hierarchisch gegliedert und folgte dem Prinzip des „demokratischen Zentralismus“. Beschlüsse höherer Ebenen gegenüber den unteren waren somit absolut verbindlich. Die SED organisierte sich hauptsächlich in den Betrieben und Einrichtungen der DDR. Damit unterlag faktisch jeder Bereich des öffentlichen Lebens dem Einfluss der Partei.

Die wichtigsten Organe der SED waren der seit 1971 alle fünf Jahre zusammentretende Parteitag und das von ihm gewählte Zentralkomitee (ZK). Diese politische Elite der DDR wählte wiederum die Mitglieder des Politbüros und den Generalsekretär (1949-1971 Walter Ulbricht, 1971-1989 Erich Honecker). Zusätzlich wählte das ZK die Mitglieder des Sekretariats des ZK, die u.a. die Durchführung und Kontrolle der Parteibeschlüsse mithilfe eines Apparates von mehr als 2.000 Mitarbeitern in rund 40 Abteilungen und Arbeitsgruppen sicherten. Die Struktur der Zentralebene wiederholte sich auf Bezirks- und Kreisebene.

Wahlen dienten als reine Bestätigungsfunktion der Herrschenden und waren nicht demokratisch. Bei allen Wahlen fanden die Wahlberechtigten nur eine Einheitsliste mit Kandidaten der Parteien und Massenorganisationen vor. Diese waren in einem so genannten Demokratischen Block zusammengefasst, den die SED anführte. Die Möglichkeit zur Wahl einzelner Personen oder Parteien bestand nicht. Bereits bei der ersten Volkskammerwahl 1950 kam es zu offensichtlich manipulierten Ergebnissen: 98 Prozent Wahlbeteiligung, 99,7 Prozent Zustimmung.

Die SED-Spitze unter Erich Honecker verweigerte sich den Reformen, die seit Mitte der 1980er Jahre in der Sowjetunion eingeleitet wurden. Dies trug zu ihrem Machtverlust - auch bei ihren eigenen Mitgliedern - bei.

Die SED hatte im Mai 1989 fast 3 Millionen Mitglieder und Kandidaten. Bezogen auf die Bevölkerungszahl war dies die höchste Mitgliederzahl unter den kommunistischen Parteien des Ostblocks.

Im Verlauf der Friedlichen Revolution sank die Mitgliederzahl auf rund 700.000, bis 1992 gab es wohl noch 100.000 ehemalige Mitglieder der SED, die deren Nachfolgepartei, der PDS, angehörten.*

Mit dem Versuch, sich den Veränderungen in der DDR doch noch anzupassen, benannte sich die SED im Dezember 1989 zunächst in "Sozialistische Einheitspartei Deutschlands – Partei des demokratischen Sozialismus" (SED-PDS) um. Drei Monate später hieß sie nur noch "Partei des demokratischen Sozialismus" (PDS).

2007 entstand die Partei DIE LINKE durch den Zusammenschluss der PDS mit der von dem ehemaligen SPD-Politiker Oskar Lafontaine geführten "Wahlalternative Arbeit und Soziale Gerechtigkeit" (WASG).

In Brandenburg ist DIE LINKE momentan zusammen mit der SPD Regierungspartei. 
 
 
Landeszentrale, November 2013

Bildergalerie
Vereinigungsparteitag von KPD und SPD zur SED 1946 mit dem historischen Händedruck zwischen Otto Grotewohl und Wilhelm Pieck. © Abraham Pisarek | Deutsche Fotothek | CC BY-SA
Logo der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands
Wahlplakat der SED in Erfurt 1946 © Wikswat | CC BY-SA
V. Parteitag der SED 1958. Von links nach rechts: Heinrich Rau, Mitglied des Politbüros der SED; Nikita S. Chruschtschow, Erster Sekretär des ZK der KPdSU; Walter Ulbricht, Erster Sekretär des ZK der SED, und Ministerpräsident Otto Grotewohl, Mitglied des Politbüros des ZK der SED. © Bundesarchiv, Bild 183-57000-0139 / CC-BY-SA
VI. Parteitag der SED vom 15.-21.1.1963 in Berlin. 600 Jungen und Mädchen der Pionierorganisation "Ernst Thälmann" überbrachten dem Parteitag die Grüße der sozialistischen Kinderorganisation. © Bundesarchiv, Bild 183-B0121-0010-016 / Heilig, Walter / CC-BY-SA