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Sowjetische Besatzungszone

Lexikon Politische Bildung

Als Sowjetische Besatzungszone (SBZ) bezeichnet man den Teil Deutschlands, der von 1945 bis 1949 unter der Kontrolle der Sowjetischen Militäradministration (SMAD) stand. Geografisch handelte es sich um die mittleren und östlichen Teile Deutschlands zwischen den Flüssen Elbe und Oder/Neiße. Das Gebiet umfasste etwa 121.000 qkm mit ca. 16 Millionen Einwohnern.

Deutschland wurde nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs 1945 in vier Besatzungszonen aufgeteilt und unter die Verwaltungshoheit der vier Siegermächte Frankreich, England, USA und der Sowjetunion gestellt. Die Entnazifizierung war das vorrangige Ziel der Siegermächte. Die Sowjetunion war auch bestrebt, das eigene Staats- und Gesellschaftsmodell auf den von ihr besetzten Teil Deutschlands zu übertragen.

Dazu gehörten auf der politischen und wirtschaftlichen Ebene die schrittweise Verstaatlichung des Grundbesitzes, der Industrieanlagen und der Aufbau eines Einparteiensystems nach sowjetischem Vorbild. Auf kultureller Ebene stand die Erziehung eines neuen Menschen - eines sozialistische Menschen - im Vordergrund. Neben einschneidenden Maßnahmen in Wirtschaft, Politik und Kultur war die Besatzungszeit vor allem durch Repression und Verfolgung gegen die Bevölkerung geprägt.

Für das Land Brandenburg war die Zeit zwischen 1945 und 1949 von entscheidender Bedeutung. Aus der ehemaligen preußischen Provinz Brandenburg ging 1945 die Provinz Mark Brandenburg mit den Regierungsbezirken Potsdam und Frankfurt hervor. Die Provinz war mit etwa 26.900 qkm das flächenmäßig größte Land der SBZ, mit ca. 2,5 Mio. Einwohnern aber dünn besiedelt. Nach der Auflösung Preußens im Februar 1947 entstand aus der Provinz Mark Brandenburg das Land Mark Brandenburg mit Potsdam als Hauptstadt. Als erster Ministerpräsident wurde Karl Steinhoff von 1946 bis 1949 eingesetzt.

Aus der SBZ entwickelte sich die Deutsche Demokratische Republik (DDR). Sie wurde am 7. Oktober 1949 gegründet und hörte mit dem Beitritt zur Bundesrepublik Deutschland am 3. Oktober 1990 auf zu existieren.

tp, November 2013

Bildergalerie
Sowjetische Besatzungszone und Sowjetischer Sektor von Berlin ab 8. Juni 1947
Die Bodenreform in der sowjetischen Besatzungszone Deutschlands 1945. Am 11. September 1945 erlebten die Gemeinden Rockau, Cunnersdorf und Helfenberg bei Dresden die Aufteilung des ehemaligen "Königlichen Rittergutes" Helfenberg. © Bundesarchiv, Bild 183-32584-0002 / CC-BY-SA
Zu kleine Schuhe gegen größere: 130 Tauschzentralen der Volkssolidarität gab es 1948 in der sowjetischen Besatzungszone.Sie wurden eingerichtet, um die Versorung der Bevölkerung durch Austausch von Waren zu verbessern. © Bundesarchiv, Bild 183-N0415-385 / Donath, Otto / CC-BY-SA
In einer Flechterei in Angermünde wurden aus Stroh Schuhe geflochten. In den ersten Nachkriegsjahren war die Versorgung der Bevölkerung mit Schuhen ein großes Problem und man bemühte sich, allerlei Ersatzlösungen zu finden. (1947) © Bundesarchiv, Bild 183-N1216-317 / Donath, Otto / CC-BY-SA
Ein Hinweisschild an der Benschallee in Berlin-Zehlendorf © Lutz Luedolph | CC by-nc-nd