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Schülerwettbewerb
vom 03.10. - 16.12.2002
Der 17. Juni 1953 - eine Spurensuche
Der 17. Juni 1953 ist ein geschichtsträchtiges Datum.
2003 sind 50 Jahre seit dem Arbeiteraufstand in der DDR vergangen.
Aus diesem Anlass schrieb das Ministerium für Bildung,
Jugend und Sport in Kooperation mit dem Landtag des Landes
Brandenburg und der Brandenburgischen Landeszentrale für
politische Bildung einen landesweiten Schülerwettbewerb
zum Thema "Der 17. Juni 1953 - eine Spurensuche"
aus.
Hintergrund
Der seit 1952 von der SED betriebene "Aufbau der Grundlagen
des Sozialismus" in der DDR und die Errichtung eigener
Streitkräfte waren mit Preissteigerungen, Subventionsstreichungen,
unerträglichen Abgaben und Steuern für den Mittelstand
verbunden. Vor allem die massive Erhöhung der Akkordsätze
in den Fabriken und auf den Baustellen verschlechterte die
Arbeits- und Lebensverhältnisse drastisch. Die Menschen
wurden immer unzufriedener. Die Zahl der in den Westen Flüchtenden
wuchs immer mehr. Als die SED-Führung im Juni 1953 Fehler
eingestand und einen "Neuen Kurs" verkündete,
ohne jedoch die Normerhöhungen zurückzunehmen, lief
das Fass über.
Am 17. Juni legten Tausende in Ost-Berlin die Arbeit nieder.
Aus sozialen Forderungen erwuchs das Verlangen nach Demokratie
und freien Wahlen. Der Aufstand breitete sich über das
ganze Land aus. In über 250 Städten kam es zu Streiks
und Demonstrationen. Mit Hilfe der Volkspolizei schlug die
sowjetische Besatzungsmacht die Erhebungen blutig nieder.
In 167 Städten und Landkreisen verhängten die sowjetischen
Kommandanten den Ausnahmezustand. Tausende wurden verhaftet.
Mindestens 50 Menschen kamen ums Leben, wenigstens 20 wurden
standrechtlich erschossen. Zu den Opfern gehörten auch
sowjetische Soldaten, die wegen ihrer Weigerung, auf Demonstranten
zu schießen, hingerichtet wurden. Trotz des staatlichen
Terrors dauerten die Unruhen bis in den Juli hinein an.
Bis 1989 gab die SED-Propaganda den Aufstand als einen vom
Westen gesteuerten "faschistischen Putsch" aus.
Intern musste sich die Parteiführung aber schon 1953
eingestehen, dass es solche auswärtigen Hintermänner
nicht gab.
Anliegen
Der Aufstand vom 17. Juni 1953 war vor der friedlichen Revolution
des Jahres 1989 der bedeutendste Versuch, die politischen
Verhältnisse in der DDR zu verändern. Trotz seiner
Niederlage hatte er weitreichende Auswirkungen.
Die SED musste die drückendsten wirtschaftlichen Belastungen
zurücknehmen. Die Versorgung wurde verbessert, Preise
wurden herabgesetzt, die hohen Normen gesenkt. Aus der Sowjetunion
rollten Lebensmittellieferungen ins Land. Politische Gefangene
wurden entlassen. Zugleich aber wurden die Mechanismen der
Macht ausgebaut und verstärkt. Die Staatssicherheit warb
Tausende von Inoffiziellen Mitarbeitern. Durch diesen Arbeiteraufstand
konnten die bestehenden Herrschaftsverhältnisse nicht
verändert werden. Auch deshalb verließen in den
Folgejahren Hunderttausende die DDR.
Der Schülerwettbewerb sollte helfen, die Ereignisse am
17. Juni 1953 zu erforschen und sich mit ihren Ursachen und
Folgen auseinander zu setzen.
Aufgabe
Erforscht die Ursachen, den Verlauf und die Folgen des Arbeiteraufstandes
am 17. Juni 1953 in eurem Heimatort, in eurer Umgebung oder
im Land Brandenburg!
Geht der Frage nach, welche Bedeutung der Tag noch heute nach
fünfzig Jahren hat!
Befragt dazu Zeitzeugen, besucht Archive, Museen und Dokumentationszentren
in euren Heimatorten und in Betrieben!
Fertigt eine Dokumentation zu euren Forschungsergebnissen
an, die im Unterricht an eurer Schule genutzt werden kann!
Die Form dieser Dokumentation kann sein: Bericht (max. 20
Seiten), Plakat, Collage, Video oder Hörspielkassette
(max. 10 Minuten), Interviewprotokoll oder eine Internetseite.
Teilnehmer
Schülerinnen und Schüler sowie Auszubildende ab
dem 9. Schuljahr als Einzelstarter oder als Gruppe (max. fünf
Mitglieder)
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