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Richard J. Dietrich
Brücken als Zeichen der Baukultur – drei Beispiele in Brandenburg

„Unser Havelland ... ist die Stätte ältester Kultur in diesen Landen ... und wie die älteste Kultur hier geboren wurde, so auch die neueste. Von Potsdam aus wurde Preußen aufgebaut, von Sanssouci aus durchleuchtet.” (Theodor Fontane zu Potsdam und Umgebung)

Wo sonst als in Potsdam ließe sich besser über Kultur reden und im Besonderen über Baukultur. Da ist Fontanes älteste Kultur und seine neueste, dann aber gibt es eine noch neuere und jetzt die allerneueste, wobei die Letzteren einiges zu wünschen übrig lassen.

Schon beim ersten Mal, als ich kurz nach der Wende nach Potsdam kam, faszinierte mich der Genius Loci, der Geist des Ortes. Er lebte immer noch in dem, was noch übrig war von der alten Herrlichkeit, – nicht von Preußens Gloria, sondern von jener besonderen Mischung aus Anmut und Strenge, aus Einfachheit und Anspruch, aus Disziplin und Grandeur.

Da waren Schinkels klare Linien, aber auch Persius’ orientalische Phantasien – jenes unvergleichliche Mixtum compositum, das immer noch hinter all der neueren Verwüstung aufleuchtet, und da ist der Wille, das Zerstörte und Verschüttete, wo immer möglich, wieder aufleben zu lassen.

Brücken gelten als besondere Gegenstände der Baukultur, Brücken aus der Vergangenheit in die Gegenwart, Brücken, die das Zerstückelte wieder zusammenführen, Brücken in die Zukunft oder nur ganz einfach Brücken von A nach B.

Brücken sind Bauwerke, die das Bild einer Landschaft oder einer Stadtentscheidend prägen können. Solche Brücken setzen entschieden Zeichen der Baukultur einer Epoche. Leider zeigen heutige Brücken, verglichen mit den Meisterwerken sehr viel früherer Zeiten, wenig von diesem Anspruch.

Vergleicht man zum Beispiel die alte Glienicker Brücke aus dem Anfang des 20. Jahrhunderts mit beliebigen Brücken aus der zweiten Hälfte desselben Jahrhunderts, so wird klar, was und wie viel verloren ging. Die alte Glienicker Brücke war einst ein Fanal auf dem Königsweg von Berlin nach Potsdam; nach der Zerstörung im letzten Weltkrieg wurde sie wiedererrichtet und „Brücke der Einheit” genannt. Sie erlangte aber nur Berühmtheit als gesperrter Grenzübergang, wo Agenten des Kalten Krieges ausgetauscht wurden. Jetzt, nach der Wiedervereinigung des geteilten Deutschlands, wurde die Glienicker Brücke wieder und diesmal zu Recht zum Symbol der Einheit ernannt.

Brücken gehören grundsätzlich zu den zeichenhaften Bauwerken, wie Tore und Türme, Zeichen des Übergangs, der Verbindung, der Versöhnung, der Einheit und sogar der Transzendenz. Brücken bilden eine eigene Bauwerksgattung. Sie stehen abgehoben und solitär in ihrer Umgebung. Sie sind anders als andere Bauwerke. Sie haben eine vergleichsweise einfache Funktion, nämlich einen Verkehrsweg über ein Hindernis hinwegzuführen.

Gleichwohl sind Brücken Gegenstände einer ganzheitlichen Baukunst, also nicht nur reine Ingenieurbau-werke, wie heute viele meinen.

Brücken gelten in der Regel auch als Bauten der Gemeinschaft, der Kommunen, des Landes, des Bundes. Wenn nun von einer politischen Initiative Baukultur die Rede ist, sollten gerade Brücken diese Intension der Gemeinschaft in besonderer Weise repräsentieren, weil sie so starke Zeichen der Baukultur einer Epoche sind.

Das brandenburgische Ministerium für Städtebau, Wohnen und Verkehr hat hier bereits konkrete Anstrengungen unternommen. Über die Abteilung für Städtebauförderung wurden kommunale Brückenbau-Wettbewerbe angeregt, um auf diesem Gebiet für mehr Qualität zu sorgen. Bei zweien dieser Wettbewerbe ist es mir gelungen, die ersten Preise zu erringen und die vorgeschlagenen Brücken zu bauen. Fördermittel des Landes Brandenburg machten die Verwirklichung möglich.

Von diesen brandenburgischen Brücken werde ich im Folgenden berichten und von einer weiteren kleineren, aber nicht ganz unbedeutenden Brücke mitten in Potsdam. Ich will dies gern tun, zuvor aber möchte ich einige Entwurfskriterien erläutern, die ich im Laufe meiner 25-jährigen Arbeit im Brückenbau, auf diesem besonderen Feld der Architektur, entwickelt und angewendet habe.

Stoff + Struktur + Form = Gestalt

Am Anfang steht der Dialog mit dem Genius Loci, dem Geist des Ortes, also das eingehende Studium der Umgebung, des Kontextes, in den die Brücke hineingebaut werden soll. Dabei entsteht aus dem Repertoire der Erfahrung und der schöpferischen Intuition des Planers die Entwurfsidee. Diese Entwurfsidee muss dann gefasst werden zur konkreten Gestalt.

Gestalt ist das Ergebnis der vollkommenen Integration von Stoff, Struktur und Form im Kontext. Der Stoff, der Baustoff, bedingt die Struktur, das Gefüge der Konstruktion, die ihrerseits wieder die Form bestimmt. Die technisch richtige Verbindung dieser Elemente allein garantiert jedoch noch nicht das Gelingen einer ästhetisch überzeugenden Gestalt. Die Konstruktion ist im Brückenbau das wesentliche Mittel der Gestaltung. Sie muss stimmig sein, das ist Voraussetzung, aber nicht alles.

Andererseits kann bei einer schlechten oder ungefügten Konstruktion durch keine noch so raffinierte Dekoration eine überzeugend schöne Gestalt entstehen. Der Stoff, der Baustoff, ist entweder formaktiv oder nicht. Baustoffe wie Holz und Stahl sind formaktiv, sie wollen nach ihren Gesetzmäßigkeiten konstruktiv eingesetzt werden.

Der heute so beliebte Stahlbeton ist dagegen formneutral. Was hier trägt, sind letztlich die Stahleinlagen, die aber nicht sichtbar sind. Die in der Konstruktion wirkenden Kräfte werden unsichtbar aufgenommen und nicht sinnfällig in ihrem Fluss gezeigt. Was sichtbar ist, ist der beliebig geformte Baustoff Beton, der wohl Druck, aber nicht Zug aufnehmen kann.

Bei zug- und druckstabilen Materialien, wie Holz und Stahl, kann dagegen der Fluss der Kräfte deutlich nachgezeichnet werden. In der Struktur, im Gefüge der Konstruktion, können die Kraftlinien dementsprechend sinnfällig in Erscheinung treten, wenn man das will. Auch mit Holz und Stahl sind natürlich, wie beim Beton, simple ausdruckslose Strukturen und Formen wie Balken möglich.

Eine an sich theoretisch richtige Konstruktion allein genügt also nicht, um eine schöne Form auszubilden. Die Sinnfälligkeit des Kraftflusses ist ein wesentliches Kriterium. Dazu kommt noch das wichtigere Kriterium der Effizienz – der maximalen Leistung bei minimalem Aufwand.

Eine Brücke muss schweben, muss freitragend hinübergreifen aufs andere Ufer, muss Spannweiten überbrücken. Leichte Bauweisen mit differenzierten Zug und Druckgliedern sind hier besonders geeignet, leichte und filigran aufgelöste Strukturen der Konstruktion.

Die Materialeigenschaften müssen optimal genutzt, aber auch die Details, die konstruktiven Einzelheiten, müssen ihrer Funktion entsprechend gestaltet werden. Diese Details, also die Einzelheiten der Struktur, sind besonders wichtig für eine stimmige Ausformung des funktionalen Gefüges einer Brücke. Struktur und Form, materialgerecht und geometrisch richtig in Maßen und Proportionen geordnet und detailliert, sind Voraussetzung für die gute Gestalt einer Brücke.

Gestalt aber ist noch mehr, nicht nur die Summe aus den Elementen Stoff, Struktur und Form, sondern deren kreative Synthese im Sinne der Entwurfsidee, die sich wiederum aus dem Dialog mit dem Genius Loci entwickelt hat. Wenn diese Gestalt gelungen sein soll, muss das Brückenbauwerk in Wechselwirkung treten mit der umgebenden Stadt- oder Natur-Landschaft.

Nur so kann ein Gesamtkunstwerk mit überzeugender Wirkung entstehen. Ein solches Gesamtkunstwerk zeichnet sich nicht nur durch die mit dem Kontext harmonisierte Ansicht aus, sondern auch durch die spezifische Atmosphäre auf der Brücke selbst.

Dafür muss bei der Brückenausstattung große Sorgfalt angewendet werden. Geländer, Beläge, Beleuchtung etc. müssen angemessen im Zusammenhang mit dem Ganzen gestaltet werden.

Aus den oben genannten Gründen haben alle meine Brücken eine individuelle und einzigartige Gestalt, die mehr ist als die bloße Anwendung eines Tragwerksystems. Als erstes konkretes Beispiel meiner brandenburgischen Brücken erläutere ich die kleine Fußgängerbrücke über das erste wieder ausgegrabene Teilstück des alten Stadtkanals in Potsdam, die neue Ladenberg - Brücke.

Die neue Ladenberg-Brücke am Potsdamer Stadtkanal

Der Stadtkanal nach holländischem Vorbild war ein wesentliches Element des historischen Stadtbildes. In den 1960er Jahren wurde er zugeschüttet. Jetzt wird er wieder ausgegraben und ich habe die erste Brücke über das erste Teilstück gebaut. Diese Brücke wurde durch engagierte Initiatoren, zum Beispiel den Förderverein Stadtkanal, und Sponsoring von der Planung bis zur Bauausführung realisiert.

Den ursprünglichen Anstoß gab ein Brückenbauseminar zum Thema Stadtkanal im Jahr 2000, das ich mit Ingenieur- Studenten der Fachhochschule Potsdam durchführte, durchaus erfolgreich, wie die dabei entstandenen Entwürfe zeigten.

Die alte Ladenberg-Brücke wurde als Letzte der Kanalbrücken gebaut und stammte aus dem Anfang des 19. Jahrhunderts. Sie war eine damals höchst moderne Linsenträger-Brücke, nach dem System des Hannoveraner Oberhofbaudirektors Georg Friedrich Laves, der sich mit dem ersten Leiter der bayerischen Obersten Baubehörde Friedrich August von Pauli um ein Patent für dieses Trägersystem stritt, obwohl das Prinzip längst vorher bekannt war. Allerdings hat Pauli zusammen mit Gerber das Prinzip bis zur Vollendung entwickelt und gewaltige Eisenbahnbrücken damit gebaut.

Ansicht und Grundriss der neuen Ladenberg-Brücke, Potsdam. In: Brücken in der Stadt, Potsdam 2001, S. 106.

Ansicht und Grundriss der neuen Ladenberg-Brücke, Potsdam. In: Brücken in der Stadt, Potsdam 2001, S. 106.

Es ist eine historische Pikanterie, dass jetzt ein bayerischer Verehrer von Pauli und Gerber die Laves’sche Brücke wieder errichtet hat. Ich übernahm das Laves’sche System des Trägers „gleichen Widerstandes”, wie er es nannte, und übersetzte es in eine modernere Form – sozusagen als kritische Rekonstruktion. Das Prinzip dieses Einfeldträgers eignete sich in jeder Hinsicht auch für die Auflagerung auf die Kaimauern des Kanals, die im Wesentlichen nur vertikale Kräfte aufnehmen konnten.

Wegen der anschließenden Wege war keine größere Konstruktionshöhe möglich. Auf den filigranen Linsenträgern liegt ein leichter Bohlenbelag aus Holz. Das Geländer besteht aus Rundrohrpfosten, die über einer Stahlschiene einen hölzernen Handlauf tragen und mit einem feinmaschigen Seilnetz als Füllung bespannt sind. Wieder fügten sich Stoff, Struktur und Form zur Gestalt im Zusammenwirken mit dem Kanalbauwerk und der begleitenden Bebauung.

Nun zu einem anderen Beispiel meiner brandenburgischen Brücken.

Die Wublitz-Brücke von Potsdam nach Töplitz

Als Ergebnis eines vom Ministerium für Stadtentwicklung, Wohnen und Verkehr (MSWV) Brandenburg initiierten und geförderten Wettbewerbs wurde in einem Naturschutzgebiet eine Geh- und Radwegbrücke nach Töplitz gebaut, die über eine Einschnürung der Wublitz die Insel Potsdam mit dem Umland verbindet. Diese Brücke hat für die Umlandgemeinden einen hohen Stellenwert als Anschluss an das Wegenetz des touristischen Zentrums Potsdam.

Im Wettbewerb suchte man nach einem einfachen, wirtschaftlichen und dennoch attraktiven Entwurf und die Jury entschied sich für meinen Vorschlag. Die leicht geschwungene Eselsrückenform der Wublitz-Brücke erinnert an klassische Parkbrücken.

Mit Rücksicht auf den Unterhalt der einsam stehenden Brücke habe ich ein schlankes Stahltragwerk gewählt – mit Rücksicht auf den ländlichen Kontext eine hölzerne Brückenausstattung, einen Bohlenbelag und ein Geländer mit Holzpfosten. Die optisch zurücktretende horizontale Seilfüllung des Geländers betont dagegen die Leichtigkeit der Konstruktion. Der durchlaufende Balken ist dem Kräftefluss entsprechend geformt. Über den Pfeilern, wo die größten Kräfte wirken, ist das Träger-Profil aufgeweitet. Dort greifen die Quertraversen aus Stahlrohren hindurch und liegen mit Gelenkschellen auf den Pfeiler-Pfählen auf.

Da das Flussbett tief verschlammt ist, habe ich diese Pfeiler-Pfähle aus Stahlrohren einfach von oben in den Flussgrund gerammt. Das Verfahren erwies sich als besonders wirtschaftlich, da ohne Komplikationen über der Wasseroberfläche gearbeitet werden konnte.

Ansicht Wublitz-Brücke In: Faszination Brücken. Baukunst, Technik, Geschichte. München 1998, S. 261

Ansicht Wublitz-Brücke In: Faszination Brücken. Baukunst, Technik, Geschichte. München 1998, S. 261

Auch die Wublitz-Brücke fügt sich wie selbstverständlich harmonisch in die umgebende Naturlandschaft ein. Sie wurde von der Bevölkerung gut angenommen und ist besonders n den Wochenenden stark von Fußgängern nd Radfahrern frequentiert. Als Initialzünder für die touristische Erschließung des Potsdamer Umlandes wirkt sie als ein Schlüsselprojekt des „Gemeindeforums Havelseen”, ein Zusammenschluss von zehn Anliegergemeinden.

Die Kirchberg-Brücke in Rathenow

Auch das dritte Beispiel, die Geh- und Radwegbrücke in Rathenow, entstand als Ergebnis eines Wettbewerbs. Sie wurde ebenfalls im Rahmen der Städtebauförderung es MSWV Brandenburg initiiert und soll helfen, das im Krieg schwer zerstörte historische Zentrum der brandenburgischen Stadt zu revitalisieren.

Die Brücke führt über den ehemaligen Stadthafen, den ursprünglichen Stadtgraben, heute Schleusenkanal, zum Kirchberg mit den Resten des alten Stadtkerns. Sie bildet zugleich ein Merkzeichen für die kommende Landesgartenschau und erschließt ein großes Erholungsgebiet auf dem so genannten Weinberg, der weitläufig mit einer zum größten Teil verfallenen und überwucherten Nekropole, dem alten Friedhof von Rathenow, bedeckt ist, wodurch eine unvergleichliche, romantisch verfremdete Atmosphäre erzeugt wird.

Der Entwurf der Brücke selbst nimmt Motive des ehemaligen Stadthafens auf, Gitterträger von Kranen, Masten von Schiffen und dergleichen. Die Widerlager sind, im Kontrast zur leichten Stahlkonstruktion, massivausgeführt, mit dem am Ort charakteristischen Backstein-Sicht-Mauerwerk, so wie es an den umgebenden Gebäuden zu finden ist, vor allem an der Kirche und an den Friedhofsmauern.

Die eigentliche Brücken-Konstruktion aus Stahl ist so weit wie möglich transparent gehalten, auch um die dominanten Elemente des Standortes nicht zu stören und die begrünte Wasserzone durchgängig zu erhalten. Die Stahl-Konstruktion nimmt, ausgehend von den massiven Widerlagern über dem Vorland, sozusagen Anlauf mit schlanken Trägern aus stegverbundenen Rohrgurten. Über dem Wasser weiten sich diese Träger im Hauptfeld dem Kraftverlauf entsprechend auf.

In der Feldmitte wird die größte statische Höhe erreicht. Über den gespreizten Stahlrohr-Stützen an den Uferpfeilern bildet das System des Hauptfeldes eine Art Rahmen, der ebenfalls zur Leichtigkeit des Ganzen beiträgt und auch zur Steifigkeit. Als Brückenbahn dient ein dünnes rippenversteiftes Stahlblech mit einer besandeten Kunststoffbeschichtung als Belag.

Die Geländer bestehen aus einer leichten Stahlrohrkonstruktion mit horizontal gespannten Stahlseilen als Füllung. Sie sind besonders filigran gestaltet, damit die extrem leichte Konstruktion des Haupttragwerks nicht durch die Geländer dominiert wird. Von hohen in das Tragwerk integrierten Masten herab wird die Brücke des Nachts erleuchtet.

Kirchberg-Brücke in Rathenow Foto: Büro Dietrich

Kirchberg-Brücke in Rathenow Foto: Büro Dietrich

Auch hier scheint meine Absicht erfüllt, Stoff, Struktur und Form im Zusammenspiel mit dem Kontext zu einer ganzheitlichen Gestalt zu vereinen, die Betrachtern und Benutzern gefällt.

Zum Schluss

Wer mehr wissen will über das Thema Brückenbau, den darf ich auf mein Buch „Faszination Brücken” verweisen, in dem sich ausführliche Beschreibungen schöner Brücken mit allen Details finden und, was wichtiger ist, ein systematischer und geschichtlich belegter Ansatz für mehr gestalterische Qualität im Brückenbau heute.

Es bleibt zu wünschen, dass die Bauherren und die Kollegen, die Brücken bauen, wieder mehr auf deren gestalterische Qualität achten. Auch muss die für die Gestaltung schädliche allgemeine Praxis aufgegeben werden, Brücken nur oberflächlich zu planen, als Ganzes pauschal auszuschreiben und den anbietenden Firmen alles Übrige zu überlassen. Die anbietenden Firmen müssen sich dann gegenseitig in Phantasielosigkeit und Simplizität überbieten, da stets das kostengünstigste Angebot den Zuschlag erhält.

Brücken sind nicht nur funktionale Bauwerke, sozusagen Straßen auf Stelzen, sondern sind oft berühmte, das Bild einer Landschaft oder einer Stadt entscheidend prägende Bauwerke. Sie gelten als architektonische Zeichen, wie Tore oder Türme, Zeichen des Übergangs, der Verbindung, der Versöhnung, der Einheit und sogar der Transzendenz.

Sie müssen abhängig von ihrem jeweiligen Kontext entworfen und mit diesem integriert werden. Brücken sollten wieder Werke einer ganzheitlichen Baukunst werden. Nach dem Motto des Potsdamer Gartenbaumeisters Lenné sollten wir auch in dieser wesentlichen Sparte der Baukunst wieder „das Schöne mit dem Nützlichen verbinden”.

Literatur

Richard J. Dietrich: Faszination Brücken. Baukunst, Technik, Geschichte. München, 2. überarbeitete Auflage, 2001.

 

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Wublitz-Brücke, Töplitz Foto: Renate Fritz-Haendeler

Wublitz-Brücke, Töplitz
Foto: Renate Fritz-Haendeler