Leichte Sprache

Was tun?

Eine Antwort auf die Frage, was zu tun ist, hängt immer auch von der Bewertung des Problems ab. Ist die Rede vom „Kampf gegen den Rechtsextremismus“ angemessen und entspricht sie dem, was an reeller Auseinandersetzung geschieht?

Eine Antwort auf die Frage, was zu tun ist, hängt immer auch von der Bewertung des Problems ab. Welches Problem stellt Rechtsextremismus dar? Befinden wir uns heute in einer Situation wie in der Weimarer Republik? Ist die Rede vom „Kampf gegen den Rechtsextremismus“ angemessen und entspricht sie dem, was an reeller Auseinandersetzung geschieht?

Sind heutige Rechtsextreme mit den historischen Nationalsozialisten gleichzusetzen? Kann man ihnen die NS-Verbrechen als moralisches Argument vorhalten? Sind Rechtsextreme von der Mehrheit abweichende Außenseiter oder kommen sie aus der Mitte der Gesellschaft? 

Fernsehen oder hinsehen?

NSU und NPD-Verbot, Aufmärsche und Gewalttaten – wenn wir Rechtsextremismus als Nachricht in den Medien wahrnehmen, sehen wir meist das Monströse und Bedrohliche, aber auch ein Bild – etwas, das nicht unbedingt mit unserem eigenen Leben zu tun hat. Wenn wir hinsehen, begegnen uns Rechtsextreme allerdings auch in unserem Alltag: in der Familie, in der Schule, im Kollegenkreis oder im Wohnumfeld. Trotz aller Abgrenzungen leben sie selbstverständlich in unserer Gesellschaft.

Im Kleinen, in ihrem sozialen Umfeld können Rechtsextreme Wirkung erzielen. Sei es, dass sie mit ihrem Weltbild Meinungen bilden oder dass sie mit einer Kultur der Dominanz und Übergriffen auf Andersdenkende und Minderheiten das „Klima“ in einem Ort oder einem Stadtviertel prägen. Dort gilt es hinzusehen, die Probleme wahrzunehmen und anzusprechen.

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Schweigen nützt nur den Rechtsextremen. Ansprechen kann ganz einfach bedeuten, Nein zu sagen, ein Stoppsignal zu setzen und einer rechtsextremen Aussage nicht zuzustimmen. Wo die Möglichkeit besteht, kann es auch heißen, sich mit dem einzelnen Rechtsextremen als Individuum auseinanderzusetzen.

Darüber hinaus meint Ansprechen, sich mit anderen Problembewussten auszutauschen, sich zu informieren, zu diskutieren und gemeinsam Ideen für einen Umgang zu entwickeln.

Gegen Rechtsextremismus aktiv zu werden, setzt die Eingrenzung des Problems voraus, mit dem man sich konkret befassen will. Der Wahlkampf der NPD, ein rechtsextremer Aufmarsch oder Gewalttaten bedingen als verschiedene Phänomene unterschiedliche Reaktionen. Prävention rechtsextremer Gewalt beispielsweise bedarf langfristiger Konzepte.

Hier sind nicht nur Polizei und Justiz gefordert, sondern auch die Gesellschaft, den Opfern ihre Solidarität zu zeigen, sich für sie und ihre Wahrnehmungen zu interessieren und Ausgrenzungsprozesse aufzubrechen. Daneben setzt gelingende Gewaltprävention bereits im Kinder- und frühen Jugendalter an, also auch bevor sich Gewalthandeln in rechtsextremen Kontexten verstärkt. Hierfür braucht eine qualifizierte und bedarfsgerechte Kinder- und Jugendsozialarbeit stabile und ausfinanzierte Strukturen.



Auszüge aus: Daniel Krüger, Brauner Spuk? – Rechtsextreme in Südbrandenburg und was wir tun können. Eine Informationsbroschüre über Rechtsextremismus in der Region. Hg. Demos – Brandenburgisches Institut für Gemeinwesenberatung/ Mobiles Beratungsteam Cottbus (Dezember 2012)

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