Leichte Sprache

Politische Bildung: neue Wege

Ein Laberfach - so denken viele Schülerinnen und Schüler über politische Bildung. Oder: ein Auslaufmodell in Zeiten des Internets. Die Frage danach stand lange in der Diskussion. Heute geht es darum, Wege zu finden, wie die politische Bildung das Web 2.0 sinnvoll einsetzen kann.

Angesichts der Geschwindigkeit, mit der sich die Nutzung des Internets verbreitete, trat der Politikwissenschaftler Claus Leggewie im Dezember 2001 mit einer provokanten Frage auf. Sie lautete: Politische Bildung – ein auslaufendes Projekt der 50-60-Jährigen? Leggewie selbst hatte darauf geantwortet, das Internet mache politische Bildung nicht überflüssig. Im Gegenteil: Auf Grund der wachsenden Distanz zum politischen System sei sie notwendiger denn je. Um neue Aufgaben erfüllen zu können, so Leggewie, sollte die politische Bildung das interaktive Potential der neuen Medien nutzen.

Neugierig bleiben!Mehr als zehn Jahre später hat Leggewie nichts von seiner Aktualität eingebüßt. Auch junge Vertreter aus der politischen Bildungspraxis beziehen sich auf ihn, etwa Jöran Muss-Merholz, der sich seit einigen Jahren mit zahlreichen eigenen Beiträgen zu Wort meldet. Er gibt offen zu, dass die politische Bildung auf dem Weg in die digitale Welt noch am Anfang steht.

Kein Big Bang

Einen Riesenknall wird es also nicht geben. Auch keine Revolution, so Muuß-Merholz. Durch die Nutzung von Diensten des Web 2.0 werde sich die politische Bildung nicht über Nacht verändern. Statt dessen müssten kleine Schritte gewagt werden: versuchen, verwerfen, von vorn anfangen. Jede Institution, jeder Pädagoge muss selber entscheiden, wie Dienste des Web 2.0 die eigene Arbeit bereichern können.

Das klingt nach richtig viel Arbeit, vor allem, wenn man bedenkt, dass sich viele Anbieter in der politischen Bildung das nötige Rüstzeug für das Web 2.0 erst einmal aneignen müssen. Ganz im Gegensatz zu vielen von denen, an die sie sich wendet: junge Menschen nämlich, die sich als digitale Eingeborerene ganz selbstverständlich in den neuen sozialen Netzwerken und Medien bewegen.

Aber eins steht auch fest: Politische Bildung muss ins Internet. 

Die Anfänge werden bisweilen armselig aussehen. So wie bei jedem Anfänger. Aber was ist die Alternative?" Jöran Muuß-Merholz

In dieser Rubrik stellen wir einige der Möglichkeiten vor, die das Web 2.0 für die politische Bildung bietet. 

 

April 2013

 

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