Workshop für junge Leute

Kunst begegnen – Gertrude Sandmann entdecken.

Peter Horvath, der Erbe der Bilder, hatte bei der Ausstellung den Wunsch, dass sie dazu beitragen sollte, das Schicksal Gertrude Sandmanns in neuen Köpfen zu verankern. Neue Generationen an das erinnern, was ihr und vielen anderen Juden in der Zeit des Nationalsozialismus widerfahren ist. Ihre Kunst sollte von neuen Menschen entdeckt und erlebt werden.

Das Rahmenprogramm zur Ausstellung „Vom Sehen und Leben“ richtete sich mit der Gesprächsrunde und dem Abend „Art & Swing“ vor allem an ein älteres Publikum. Wir wollten eine zusätzliche Veranstaltung schaffen, die jungen Menschen die Ausstellung näher bringen sollte. Schnell kam uns der Gedanke, eine Führung für Schüler zu konzipieren, doch das allein war uns nicht genug. Uns war es wichtig, dass sich die Schüler intensiv mit dem Leben und Wirken Gertrude Sandmanns auseinandersetzen, also entwickelten wir eine interaktive Themenführung. Die Ausstellung wurde in acht Stationen eingeteilt, die jeweils von einer Studentin vorgestellt wurden.

Diese Stationen waren „Die Modebilder“, „Die Krugzeichnungen“, die weibliche Akte, die „Schwarz-Weiß-Bilder“, die „Schwarzen Bilder“, die „Stadtansichten“, die „Paarzeichnungen“ und die „Nachkriegsbilder“.

Jede Station stand für eine Facette von Gertrude Sandmanns Biographie und für einen Teil ihres künstlerischen Werkes. Kunst sehen. Kunst hinterfragen. Kunst verstehen. Ein Leben entdecken. Das war die Idee des Workshops. Am Ende der Führung nahmen die Schüler ein detailliertes Mosaik der Künstlerin mit.

Da die Themenführung nicht chronologisch gegliedert war, gab es für die Schüler mit einer kurzen Präsentation die Möglichkeit, die biographischen Puzzleteile, die sie im Kopf hatten, zu einem Ganzen zusammenzusetzen. Unterlegt mit Bildern von Gertrude Sandmann und Fotografien im Kontext der Zeit bot sich ihnen eine Geschichte von beinah 90 Jahren.

Nach einer kurzen Kaffeepause sollten die Schüler versuchen, ihre Gedanken zur Ausstellung und ihre neu gewonnen Ansichten über Gertrude Sandmann in eine Diskussion einfließen zu lassen. Ausgehend von der Frage „Wie würde Gertrude Sandmanns Leben verlaufen, wäre sie im gleichen Jahr wie ihr geboren?“ redeten und argumentierten die Schüler miteinander über Diskriminierung heute, Rassismus, Integrationspotentiale und tatsächliche Integration. Sie machten ihre ganz persönlichen Meinungen zu Zensur von Kunst, Homosexualität und das Verhältnis von Frauen und Männern in der heutigen Kunstwelt zu Themen der Diskussion.

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