Leichte Sprache

Das Projekt stellt sich vor:

Soviel Anfang war nie: Trotz Kriegsschuld und Niederlage beflügelte nach Kriegsende viele Deutsche ein zukunftsorientiertes, positives Gefühl. Staat war in Deutschland nicht zu machen. Wenn etwas werden sollte, musste man sich selber kümmern.

Soviel Staat war nie: Heute glauben selbst gut ausgebildete junge Deutsche häufig, Gesellschaft und Staat seien dasselbe und die politisch Verantwortlichen sollten ihrer Verantwortung besser nachkommen.


Die (west-)deutsche Demokratie hat ihren Weg gemacht, weil sie vernünftig und funktionsfähig war, unterfüttert durch Wirtschaftswunder und Sozialstaat. Nun hat die Politik nicht länger Überschüsse zu verteilen. Fällt die Demokratie vom Gaben- auf den Opfertisch? Der Vertrauensverlust in Politik, Politiker, Parteien und Institutionen ist unübersehbar. Gefragt wird, ob der Staat mit seinen demokratischen Institutionen und Strukturen den Herausforderungen der heutigen Welt gewachsen ist. Ist die Frage nicht aber falsch gestellt? Woher rührt die Staatsgläubigkeit in Deutschland, ein Phänomen in West und Ost? Was heißt Bürgergesellschaft, und wie kommt sie zustande? Muss Demokratie nicht ständig neu gelernt und gelebt werden, und braucht sie nicht eine Demokratisierung der Demokratie?


Woher kommen wir, wohin gehen wir?

Das amerikanische Modell der Zivilgesellschaft, dessen Erfolg bis heute herbeigeredet wird, hat sich gerade nicht durchsetzen können in Deutschland. Was aber lief hier anders, im Westen und im Osten? Was von der amerikanischen Auffassung steht unabgegolten auf der Tagesordnung, was von der deutschen Erfahrung hält kritischer Befragung stand?

Film hat einiges davon aufbewahrt, nicht zuletzt deshalb, weil er beteiligt war bei der Fremd- und Selbstbestimmung der Menschen nach dem Ende der Nazi-Diktatur.

Nicht um Neuschreibung von Geschichte geht es, sondern um Beobachtung, woraus sich die Grundlegung von Demokratie in Deutschland speiste, was sie gefährdete und woran sie gegebenenfalls scheiterte.  

 

Die Website geht auf eine Veranstaltungsreihe des Filmmuseums Potsdam in Zusammenarbeit mit der Heinrich-Böll-Stiftung Brandenburg und dem Bundesarchiv-Filmarchiv im Oktober/November 2005 zurück, unterstützt von der Brandenburgischen Landeszentrale für politische Bildung, dem Ministerium für Wirtschaft und der DEFA-Stiftung.

Die Fotos sind - soweit nicht anders angegeben - aus dem Programmheft oder aus den Beständen der Kooperationspartner entnommen. 

 

Noch keine Bewertungen vorhanden