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Geschichte

Brandenburg zählt heute zu den neuen Bundesländern. Historisch gesehen, gehört es aber in die Reihe der "alten" Länder, die im 12. Jahrhundert nach der Auflösung der frühen Stammesherzogtümer entstanden sind.
Bildergalerie
Denkmal für Albrecht den Bären auf der Siegesallee in Berlin
Karte 1440 - 1608
Karte 1608 - 1619
Karte 1640 - 1740
Karte 1740 - 1786
Denkmal Der "alte Fritz"
Karte 1786 - 1806
Lange Kerls, Foto: TMB
Karte 1806/07
Karte 1815 - 1861
Karte 1861-1918
Karte 1920 - 1945
Karte 1947-1952
Karte 1952 - 1989
Karte 1990 - 1992 und seit 1993

Brandenburg ist bei weitem kein „neues“ Land, sondern gehört in die Reihe der „alten“ Länder, deren Existenz auf die Errichtung von Territorialherrschaften nach der Auflösung der frühen Stammesherzogtümer zurückgeht. 1157 nannte sich der Askanierherrscher Albrecht der Bär in Anlehnung an eine ihm gehörende slawische Festung „Markgraf in Brandenburg“. Die neue Markgrafschaft expandierte rasch, wurde von flämischen und deutschen Kolonisten besiedelt, erstarkte wirtschaftlich und politisch. Die Goldene Bulle von 1356, die wichtigste Gesetzessammlung des Heiligen Römischen Reiches, bestätigte Brandenburg als eines der sieben Kurfürstentümer des Reiches.

Seit 1415 herrschten die Hohenzollern über Brandenburg, das 1701 zum Kernland des Königreichs Preußen wurde. Dessen Könige trugen zwischen 1871 und 1918 auch die deutsche Kaiserkrone. Mit dem Namen Hohenzollern waren sowohl der vielgeschmähte „preußische Militarismus“ als auch die „preußischen Tugenden“ wie Disziplin oder Toleranz verbunden.

1947 löste der Alliierte Kontrollrat den Staat Preußen auf. Dennoch beruht die Brandenburger Landesidentität noch heute auch auf diesem Teil der Vergangenheit. Bauten der Hugenotten und anderer Glaubensflüchtlinge, die im Zuge der staatlichen, preußischen Toleranzpolitik ins Land kamen, prägen das Bild vieler Brandenburger Orte, nicht zuletzt der Landeshauptstadt. Seit 1991 ruhen die Gebeine von König Friedrich II. neben seinem Schloss Sanssouci.

Das Land Brandenburg, das 1947 aus der gleichnamigen preußischen Provinz hervorgegangen war, hatte nur fünf Jahre Bestand. 1952 entschied die SED-Führung, die Bezirke Potsdam, Cottbus und Frankfurt/Oder als neue administrative Einheiten zu bilden.

Nach der Neugründung des Landes Brandenburg am 3. Oktober 1990 lebte auch die Verbundenheit mit der historischen Region wieder auf. Bis heute bezeichnen sich die Brandenburger gern selbst als Märker oder ist von der Mark die Rede, wenn Brandenburg gemeint ist.


Landeszentrale, Juli 2016
. Karten in der Bildergalerie: retalic | Anja Gollor, Henry Hajdu aus: Das Brandenbuch. Ein Land in Stichworten. Brandenburgische Landeszentrale für politische Bildung, Potsdam 2015

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Kommentare

Ergänzung

Im Text heißt es "Schon 1157 nannte sich der Askanierherrscher Albrecht der Bär in Anlehnung an die von ihm besetzte slawische Festung „Markgraf in Brandenburg“" ... und da schwingt sie auch schon wieder mit, die allseits gewohnte Selbstbezichtigung. Nichts gegen ein kritisches Geschichtsbild, nur liegen hier die Dinge wohl ein wenig anders... Wenn man schreibt "..die von ihm besetzte slawische Burg..." so versteht eigentlich jeder, der sich mit dem Thema nicht weiter befaßt hat, daß hier jemand einem anderen in böser Ansicht etwas wegnahm.

Man kommt zwangsläufig zu dem Schluß, das der Vorgang eigentlich negativ zu bewerten sei. Für jene, die im 19. Jh. eine historisch untermauerte Legitimation für die Entstehung eines deutschen Nationalstaates brauchten, war der Vorgang ein Teil der Deutschen Ostkolonisation/Ostsiedlung (ein rückwirkend projizierender Begriff der sich seltsamerweise bis heute gehalten hat). Jene, die das Deutsche rundherum ablehnen, nutzen diesen Begriff um das, was die Affirmanten unter Ostkolonisation verstanden zu verdammen und um somit gleich auch den ersten Makel dieses Gebildes festmachen zu können.

Da sich ein waschechter und leidenschaftlicher Brandenburger aber nicht um die Deutungsspielchen von irgendwelchen Leuten scheren muß, die entweder allzu gern oder nur beschämt Deutsche sein wollen, empfehle ich die Brandenburger Sicht der Dinge, die der Wirklichkeit meines Erachtens auch am nächsten kommt: Adalbert von Ballenstedt (Albrecht der Bär) war tatsächlich der rechtmäßige Erbe der Burg. Das Erbe wurde im Jahre 1150 angetreten (oder hätte angetreten werden sollen) nachdem sein Freund Pribislaw-Heinrich starb. Pribislaw-Heinrich war der letzte slawische Fürst der Heveller auf dem Thron einer Burg, die an dem Ort stand, den wir heute als Brandenburg-Stadt kennen. Schon zu Lebzeiten vermachte der kinderlose Fürst dem erstgeborenen Sohn Albrechts, dem späteren 2. Markgrafen Brandenburgs Otto I. die Zauche als Taufgeschenk (liegt im heutigen Landkreis Potsdam-Mittelmark) Pribislaw-Heinrich starb 1150, der Tod wurde durch seine Frau 3 Tage lang geheim gehalten, bis Albrecht sein Erbe antreten konnte. Irgendwann kam es dann allerdings tatsächlich zu einem aggressiven Akt, nämlich dann als Jaxa von Köpenick sich der Burg bemächtigte. Jaxa war ebenfalls ein Slawischer Fürst, vom Stamme der Sprewanen und zu diesem Zeitpunkt noch nicht christlich. Er war evtl. auch ein Neffe Pribislaw-Heinrichs. Jedenfalls besetzte Jaxa die Brandenburg für eine Weile bis sie sich Albrecht am 11. Juni 1157 (der Geburtstag unseres schönen Landes) wieder zurückholte. Mit der sich anschließenden Flucht Jaxas ist die Schildhorsage verbunden. ...

übrigens... Markgraf von Brandenburg nannte sich Albrecht der Bär nicht "schon" 1157 sondern "erst" und zwar soll dies mit einer Unterschrift unter einer Urkunde am 3. Oktober 1157 geschehen sein. Der Titel "Markgraf von Brandenburg" wurde ihm zuvor schon mehrmals zugewiesen, er führte ihn aber nicht.

... ach so, eine Sache vielleicht noch: Wir Brandenburger sind nicht die Nachfahren "deutscher"/sächsische Kolonisten (damals lag Sachsen noch im Westen - und das hat nichts mit Plattentektonik zu tun, ist aber ´ne andere Geschichte). Wir Brandenburger sind die Nachfahren "deutscher" Kolonisten und slawischer Siedler, die sich hier vermischten. Auch standen sich hier nicht slawische und sächsische/deutsche Kultur gegenüber sondern nichtchristliche und christliche. Natürlich gab es auch Kampf, Streit, Mißgunst, Mord und Totschlag aber das halte ich für die Art Politik im 12. Jh. zu betreiben für relativ alltäglich.

Wir Brandenburger blieben auch über die Jahrhunderte hinweg durch stete Zuwanderung eine Prommenadenmischung und das ist gut so! Mehr Brandenburg wagen! - ohne künstlich herbeigeschriebenen Gründungsmakel!

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Danke für Ihre Anregungen

Vielen Dank für Ihre Anregungen, die wir in unsere aktualisierte Seite gern aufgenommen haben. Beste Grüße, Ihre Landeszentrale

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