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Weihnachten multikulturell

Stille Nacht, heilige Nacht - für Christen in aller Welt gehört Weihnachten zu den wichtigsten Festen. Welchen Stellenwert aber hat es in multikulturellen Gesellschaften wie Deutschland?
Jerusalem - Schnittpunkt dreier Weltreligionen

Deutschland ist ein Zuwanderungsland mit einer großen religiösen Vielfalt. Neben den Gemeinschaften der drei großen monotheistischen Weltreligionen - Judentum, Christentum, Islam - gibt es noch mehr als 70 weitere Religionsgemeinschaften, darunter Ahmadiyya, Bahai, Buddhisten, Hindus und Sikhs. Rund 60 Prozent der Bevölkerung - zirka 50 Millionen Menschen - sind Christen, die entweder der römisch-katholischen Kirche angehören oder Mitglied einer evangelischen Landeskirche sind. Weitere 1,4 Millionen gehören zu den orthodoxen Christen und ebenso viele Gläubige zu christlichen Freikirchen und Sondergemeinschaften. Der Islam ist mit etwa 3,5 Millionen Anhängern die zweitgrößte Religion in Deutschland. Sehr klein ist dagegen die jüdische Gemeinde mit rund 110.000 Mitgliedern. Gut 30 Prozent der deutschen Bevölkerung sind konfessionslos.* 

Was bedeutet Weihnachten in einer multikulturellen Gesellschaft?

Fast fünf Prozent der Bevölkerung in Deutschland sind Muslime. Weihnachten ist für sie kein Feiertag, denn im Islam gibt es nur zwei verbindliche Feste: das Opferfest, das im Rahmen der Pilgerfahrt stattfindet und das Fest des Fastenbrechens, das zum Abschluss des Monats Ramadan gefeiert wird.

Dennoch sind weihnachtliche Bräuche in der islamischen Welt gut bekannt. Doch werden diese eher mit dem Start ins neue Jahr verbunden. So verteilt der „muslimische“ Coca-Cola Weihnachtsmann seine Geschenke unter den Kindern an Silvester. Trotzdem gibt es viele muslimische Familien in Deutschland, die Bräuche des Weihnachtsfestes teilen, zum Beispiel am 25. Dezember die Gans als Weihnachtsessen mit der Familie.*

Die jüdische Gemeinde feiert jedes Jahr in der Winterzeit Chanukka, das traditionelle Lichterfest. Dass sich auch hier weihnachtliche Traditionen finden, spiegelt sich sinnbildlich in dem schönen Wort „Weihnukka“ wieder. Seit dem 19. Jahrhundert feierten viele deutsche jüdische Familien Weihnachten als säkulares Fest oder übertrugen weihnachtliche Bräuche auf ihr Chanukka-Fest. So entstanden Kippas im Weihnachtsmann-Look oder auch der Chanukka-Kranz. Süßigkeiten für die Kinder gibt es ebenfalls.* 

Den Kindern zuliebe - auch Mitglieder anderer Glaubensgemeinschaften in Deutschland feiern wegen ihnen zur Weihnachtszeit. Oft wird dabei der eigene Glaube viel weniger dogmatisch gesehen, als vielfach angenommen.*

Besondere religiöse Toleranz ist allerdings auch häufig nicht nötig, denn fast alle Weihnachtstraditionen wie Baum, Weihnachtsmann und Lebkuchen haben ohnehin keinerlei christlichen Gehalt. Sie verbreiten einfach eine gute Stimmung.
Vermutlich liegt darin auch ein Grund, warum auch Konfessionslose in Deutschland alle Jahre wieder um die Weihnachtszeit in die Kirchen gehen.

So scheint uns vor dem Hintergrund einer allgemein sinkenden Religiösität das Ende des Jahres auf jeden Fall eine kulturell bunte Zeit zu bescheren.
 

 

Dezember 2012

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Kommentare

Konfessionsbefreite Weihnachten

Als sogenannter Konfessionsloser feiere ich mit meinen Kindern und meinen Eltern Weihnachten als ein Familienfest, an dem man gemeinsam auf das zurückgebliebene Jahr, insbesondere auf unternommene Anstrengungen und Erreichtes blickt. In die Kirche aber gehen wir nicht. Wie kommen Sie darauf, dass Konfessionslose Weihnachten in die Kirchen strömen? Strömen nicht eher viele Christen, die das Jahr über keinen Kirchgang vornehmen, Weihnachten in die Kirche? Mit freundlichen Grüßen Ralf Schöppner
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Weihnachten in der Kirche

Lieber Herr Schöppner, liebe/r Post89,

es scheint gerade an Weihnachten wohl beide Erfahrungen zu geben: Menschen mit und ohne Religion füllen die Kirchen, sicher aus unterschiedlichen Beweggründen, nicht zuletzt aber auch, weil es historische Gründe dafür gibt. Wo auch immer Sie feiern, wir wünschen friedvolle Tage. Herzlich, Ihre Landeszentrale

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Weihnachten

Ich bin nicht getauft, weil meine Eltern konfessionslos sind. Wir sind jedes Jahr in die Kirche zu Weihnachten gegangen und ich kenne viele Religionslose, die auch nur zu Weihnachten hingehen. Ich kann das also bestätigen, alle Jahre wieder...
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