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Was sind Menschenrechte?

Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren - so heißt es in Artikel 1 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte. Rassismus und Fremdenfeindlichkeit gehören jedoch zum Alltag vieler Menschen in Deutschland und weltweit.
Das Logo für Menschenrechte am Herzen

Die deutsche Bundespolizei kontrolliert einen Mann im Regionalzug, weil er dunkelhäutig ist. „Racial profiling“ heißt diese Praxis, wenn Menschen allein aufgrund ethnischer Merkmale, etwa ihrer Hautfarbe, von Polizei-, Sicherheits-, Einwanderungs- und Zolldienststellen überprüft werden. In den USA wurde diese Praxis 2003 abgeschafft. In Deutschland bedarf es (noch) mehrerer Gerichtsurteile, um darin einen Verstoß gegen das Diskriminierungsverbot – ein grundlegendes Menschenrecht - zu sehen.* 

Flüchtlinge kampieren mitten in Berlin, Nazis skandieren „Ausländer raus“, Menschen mit Migrationshintergrund haben es schwer, eine Wohnung zu finden. Malala Yousafzai aus Pakistan wird von einem Taliban in den Kopf geschossen, weil sie in einem Blog ihre Meinung zu Frauen- und Kinderrechten sagt. Menschrechte haben viele Gesichter – und eine Erklärung, die oft nur auf dem Papier existiert.

Was sind Menschenrechte? Insgesamt 30 Rechte listet die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte der Vereinten Nationen (UNO) auf, die von der Generalversammlung der UNO am 10. Dezember 1948 angenommen wurde. Gesetzeskraft hat sie nicht, jedodh eine große moralische Ausstrahlung.

Menschenrechte sind die einzigen, die für jeden Menschen gelten, weltweit, überall. Sie sind universell. Menschenrechte haben viele Gesichter und viele Betroffene, die besonderen Schutz benötigen: Kinder, Frauen, Aktivisten, Behinderte, Opfer von Folter und Menschenhandel. Alle 5 Sekunden verhungert weltweit ein Kind - täglich 16.000. Über eine Milliarde Erwachsene können nicht lesen. 27 Millionen Menschen leben in Sklaverei - mehr als doppelt so viele wie im Jahr 1800.* 

Das Recht auf Essen und eine Unterkunft, das Recht auf Bildung, das Recht frei zu leben, das Recht, seine Religion frei auszuüben – sie alle gehören zu den allgemeinen Menschrechten. Doch noch immer gibt es zu viele Menschen, die hinter Gitter kommen, weil sie ihre Meinung frei sagen wollen, die Opfer von Rassismus und Fremdenfeindlichkeit werden oder wegen ihres Glaubens verfolgt werden. Und das nicht nur in den Staaten der so genannten Dritten Welt.

Wolfgang Grenz, Generalsekretär der Deutschen Sektion der Menschrechtsorganisation Amnesty International, erinnerte die Europäer anlässlich der Verleihung des Friedensnobelpreises an die EU am 10. Dezember 2012 daran, „vor der eigenen Tür zu kehren“. In der Kritik: Die Flüchtlingspolitik und Diskriminierung von Roma. So schoben in Deutschland einige Bundesländer Roma in den Kosovo ab, obwohl ihnen dort bei ihrer Rückkehr Verfolgung und Diskriminierung drohten. Und noch immer gibt es keine unabhängigen Beschwerdestellen für Fälle polizeilichen Fehlverhaltens.* 

Doch wer stellt sicher, dass Menschrechte das Papier wert sind, auf dem sie geschrieben stehen? Die internationale Staatengemeinschaft? Ja. Die Politik? Auf jeden Fall. Jeder Mensch? Keine Frage, denn ohne den Einzelnen geht es nicht.

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Was sind Menschenrechte?

Menschenrechtsorganisationen in aller Welt nehmen den 10. Dezember zum Anlass, um Verstöße gegen die Menschenrechte anzuprangern. An diesem Tag wird in Oslo traditionell auch der Friedensnobelpreis verliehen - 2012 an die EU.

 

Landeszentrale, Dezember 2012

 

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Menschenrechte

heute am Tag der Menschenrechte auf deren universelle Geltung zu verweisen ist wichtig!

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