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Wahl-O-Mat für Brandenburg

Der Wahl-O-Mat gehört zu den bekanntesten Online-Angeboten zum Thema Wahlen. Jetzt gibt es ihn erstmals auch für Brandenburg. Zu den Landtagswahlen geht er an den Start. Was kann der Wahl-O-Mat und wer steckt dahinter?

Zur Landtagswahl am 14. September geht er zum ersten Mal für Brandenburg an den Start - der Wahl-O-Mat, das wohl bekannteste Online-Spiel im Vorfeld von Wahlen. Alle 11 Parteien und politischen Vereinigungen, die zur Landtagswahl zugelassen wurden, sind darin vertreten.

Bis dahin ist es ein weiter Weg, denn damit der Wahl-O-Mat am Ende nicht nur Spaß macht, sondern auch verlässliche Ergebnisse liefert, ist eine Menge Arbeit nötig. Ohne die Mitwirkung der Parteien und ohne das ehrenamtliche Engagement von Jugendlichen aus der Region wäre dies gar nicht möglich.

Der Wahl-O-Mat in fünf Schritten: Wie entsteht er?

Zur Landtagswahl am 14. September wird es den Wahl-O-Mat, das wohl bekannteste Online-Wahltool Deutschlands, zum ersten Mal auch für Brandenburg geben. 38 Thesen stehen dann zur Auswahl, die bei der Wahlorientierung helfen sollen. Sie enthalten Aussagen aller Parteien und politischen Vereinigungen, die zur Wahl antreten. Wie aber kommt man zu den 38 Thesen?

Schritt eins bedeutet Recherchearbeit. Zunächst einmal ging es darum, herauszufinden, welche Parteien und politischen Vereinigungen zur Landtagswahl antreten werden. Das war gar nicht so einfach, weil die Entscheidung des Landeswahlleiters, welche Partei tatsächlich zur Wahl antritt, recht spät fällt. In diesem Jahr ist der Termin der 1. August 2014. Der Wahl-O-Mat aber soll am 21. August online gestellt werden. Um sicher zu gehen, dass auch wirklich jede Partei und politische Vereinigung die gleiche Chance erhält, am Wahl-O-Mat teilzunehmen, haben wir ganz breit informiert.

Die wichtigste Grundlage für die Auswahl der Thesen bilden die Wahlprogramme.

In Brandenburg sind derzeit Fraktionen von fünf Parteien im Landtag vertreten: SPD, Die Linke, CDU, FDP, Bündnis 90/ Die Grünen. Darüber hinaus hatten sich 10 weitere kleinere Parteien beim Landeswahlleiter darum bemüht, zur Wahl zugelassen zu werden.

Das heißt, dass mehr als 10 Wahlprogramme berücksichtigt werden müssen, um auch von allen Parteien, die an der Wahl teilnehmen, Aussagen im Wahl-O-Mat zu haben, die man miteinander und mit der eigenen Meinung vergleichen kann.

Schritt zwei heißt Lesen, Diskutieren, Filtern. Vom 12. bis 14. Juni 2014 fand in der Landeszentrale ein Workshop statt, auf dem die brandenburgischen Wahlprogramme geprüft wurden. Alle verfügbaren Programme sind von Jugendlichen aus Brandenburg unter die Lupe genommen worden. Außerdem dabei: Wissenschaftler der Universitäten Düsseldorf und Potsdam, das Wahl-O-Mat-Team der Bundeszentrale, Journalisten aus Brandenburg und die Landeszentrale.

Im Kern ging es um die Frage, welche Themen die Brandenburger bewegen, und welche kontrovers genug sind, um Unterschiede zwischen den Parteien aufzuzeigen. Denn nur so kann der Wahl-O-Mat am Ende auch die Parteien anzeigen, die der eigenen Position am nächsten kommen. Die Auswahl fiel schwer, weil die Parteien mit ihren Themen sehr nah beeinander liegen. Die Jugendlichen haben zum Beispiel viel darüber diskutiert, wie mit den wenigen Fragen, die der Wahl-O-Mat zur Verfügung stellt, der Charakter der NPD deutlich gemacht werden kann. Nach den drei Workshop-Tagen standen 84 Thesen fest.

Bildergalerie
21. August: Die letzten Vorbereitungen für den Onlinestart des Wahl-O-Mat.
21. August: Die letzten Vorbereitungen für den Onlinestart des Wahl-O-Mat.
Die Jugendredakteure auf der Pressekonferenz im Landtag zum Online-Start des Wahl-O-Mat
Spannung vor dem Start des Wahl-O-Mat
Die Landtagsparteien testen den Wahl-O-Mat!
Wahl-O-Mat für Brandenburg
Wahl-O-Mat für Brandenburg
Wahl-O-Mat für Brandenburg
Wahl-O-Mat für Brandenburg
Wahl-O-Mat für Brandenburg


Schritt drei ist vor allem Arbeit für die Parteien.  Nach einer letzten Qualitätskontrolle durch ein Wissenschaftlerteam wurden die 84 Thesen Anfang Juli an die Parteien geschickt. Die hatten gerade einmal zwei Wochen Zeit, alle Thesen zu beantworten. In Brandenburg haben alle Parteien, die sich zur Wahl stellen, alle Termine zuverlässig eingehalten.

Schritt vier beinhaltet eine erneute Auswahl. Nachdem die Parteien die Thesen beantwortet haben, gab es am 14. August einen zweiten Workshop in Berlin. Dort wurden mit Unterstützung statistischer Auswertungskriterien die 38 Thesen ausgewählt, die tatsächlich in den Wahl-O-Mat kommen werden. Bei diesem zweiten Workshop spielten die Jugendredakteure erneut eine entscheidende Rolle.
 
Schritt fünf heißt Online-Stellung. Am 21. August wurde der Wahl-O-Mat in Potsdam im Landtag online geschaltet. Mit dabei: alle Parteien, die momentan im Landtag vertreten sind, Jugendredakteure und jede Menge Presse.

Wir hoffen, es machen so Viele wie möglich mit. Denn der Wahl-O-Mat bildet nicht nur, er macht auch noch Spaß.

Der Wahl-O-Mat ist eines der erfolgreichsten Angebote der Bundeszentrale für politische Bildung/bpb. Seit 2002 wurde er fast 40 Millionen Mal genutzt.

Die Thesen des Wahl-O-Mat, mit denen sich die unterschiedlichen Meinungen der Parteien vergleichen lassen, entwickelt eine Redaktion aus Jugendlichen und Politik-Experten. 

 Landeszentrale, Juni 2014 (aktualisiert im August 2014)

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Kommentare

Gut dass es den Wahl-o-Mat gibt...

Der Wahl-o-Mat ist in Brandenburg 121.419 Mal genutzt worden (Stand 15.09.2014 12.30Uhr). Da ich mich für Wahlverhalten und Kommunikationsangebote interessiere, habe ich mir das genau angesehen. Erst in den letzten 2 Tagen vor der Wahl, haben die letzten 40.000 BürgerInnen sich über ihre möglichen parteipolitischen Präferenzen informiert. Nach Umfragen haben sich auch erst zahlreiche Brandenburger kurz vorher bzw in der Wahlkabine für die Partei ihrer Wahl entschieden. Haben Sie eine Erklärung für diese Kurzfristigkeit? Aber auch noch eins: Gut dass es den Wahl-o-Mat gibt. Ein tolles Instrument, um politisch ins Gespräch zu kommen.
Eigene Bewertung: Keine

Wahlomatklick

Ich klicke und klicke und klicke... Klasse Thesen, könnten von mir sein. Wieviel machen eigentlich mit, bei diesem Wahlspiel? Denn ein Spiel ist es doch oder?
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