30. Mai 2012, 19.00

Wie ist es eigentlich gewesen?

Schwierigkeiten mit der Rechtsgeschichte der DDR

Vor der Wende war über den Justizalltag der DDR nur das zu erfahren, was die Partei nicht zu verhüllen vorzog.  Heute stehen alle Archive offen, und wir haben Zugang zu weit mehr Infor­ma­tionen über die Arbeit von Richtern und Gerichten in der DDR als in der Bundesrepublik. Trotzdem hat sich das öffentliche Bild vom “Unrechtsstaat” nicht we­sentlich geändert.

Inga Markovits, die auch schon in den Jahren vor dem Mauerfall das Rechtssystem der DDR vor Ort zu erforschen versuchte, spricht über die Schwie­­­rigkeiten, bei einem Thema, das so ideologisch aufgeladen ist, Erinnerungen, Vorurteile und tatsächlich Gewesenes auseinanderzuhalten, und beschreibt eine Rechtswirklichkeit, die widersprüchlicher ist als ihr offizielles Bild.

Inga Markovits ist eine international anerkannte Expertin für vergleichende Rechtswissenschaft und auf die Er­forschung sozialistischer Rechtssysteme spezialisiert, in letzter Zeit vor allem auf deren Transformation in Ost-Europa. Publikationen u.a.: Gerechtigkeit in Luritz. Eine ostdeutsche Rechtsge­schichte (2006); Die Abwicklung. Ein Tagebuch zum Ende der DDR-Justiz (1993).

Gesprächsleitung: Prof. Dr. Martin Sabrow,Potsdam

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