Besser als jede Kampagne

Die Regierung sollte jetzt nicht zögerlich sein. Kein Geld mehr in Kampagnen, statt dessen 5G für Brandenburg, meint Julius Niewisch. Es kann so einfach sein...

Während für die meisten Stadtbewohner 4G ebenso Standard ist wie das Funkloch für den ländlichen Raum Brandenburgs, wird in Mainz seit einigen Tagen bereits der Verkauf der Frequenzen der 5. Mobilfunkgeneration (5G) abgewickelt. Wer meint, die drei großen Netzbetreiber sollten sich erst einmal um stabile Verfügbarkeit der bisherigen Netze bemühen, statt Zukunftsflausen nachzuhängen, der irrt. Denn 5G ist viel mehr als nur „hohe Datenrate“. Ging es bisher vor allem um die Vernetzung von Menschen, dürfte 5G die Grundlage einer ganzen Reihe von Zukunftstechnologien werden: Kommunikation in Echtzeit scheint in greifbare Nähe gerückt zu sein, was nicht nur der Industrie und Wirtschaft gefallen dürfte, sondern auch für Verkehr (zu Luft wie zu Lande) und Medizin zum Beispiel Möglichkeiten bietet. Brandenburg sollte diese Chancen nutzen und mutig voranschreiten.

Julius Niewisch

Julius Niewisch ist 18 Jahre alt, wohnt in Potsdam und macht gerade sein Abitur. Er ist Mitglied der CDU und als Beisitzer im Kreisvorstand Potsdam der Jungen Union aktiv.

Dafür braucht es aber zweierlei: einen großflächigen Ausbau des Glasfasernetzes, denn die vielen Vorzüge von 5G sind ohne Anbindung der Mobilfunkstationen an das Netz nur sehr bedingt nutzbar. Und die Ambition, auch mal einer Vision zu folgen.

Genau hier sollte Brandenburg es anpacken: Während in Großstädten wie Berlin Tests mit dem neuen Mobilfunkstandard quasi schon auf der Tagesordnung stehen, werden Feldversuche im ländlichen Raum und in den Vorstädten nicht minder nötig werden.

Warum eigentlich nicht bei uns?

Warum also nicht bei uns, in Brandenburg? Die Tagesthemen berichteten neulich über den regelrechten Hype, den 5G bei Wirtschaftsvertretern derzeit auslöst. Auch in Brandenburg denkbar sind zum Beispiel Teststrecken für vernetzte, autonome Fahrzeuge oder die Förderung und Erprobung der Fabrik der Zukunft, in der Mensch und Maschine schon bald immer reibungsloser miteinander kommunizieren und in der Roboter vom einfachen Werkzeug zum „Kollegen“ werden.

Für Pilotprojekte dieser Art sollte man sich in der Potsdamer Staatskanzlei offen zeigen. So könnte sich unser alterndes Land aufgeschlossen und innovationsfreudig präsentieren – ein Image, das bei der Bewältigung und, noch wichtiger, der Gestaltung des Struktur- und demographischen Wandels sicherlich nicht schaden würde.

Die Regierung muss dafür jedoch auch den Willen zeigen und die nötigen Mittel zur Verfügung stellen. Das ist besser investiertes Geld, als jede Kampagne über Autobahnsprüche und Slogans, wie einfach es doch sein kann. Und es würde der Mark gerecht, die gemeinsam mit dem innovationsverwöhnten Start-Up-Zentrum Berlin Hand in Hand ein Stück Zukunft gestalten könnte. Das sollte doch einen Versuch wert sein.

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