Don’t Move.

Tanzen verboten. In der Islamischen Republik Iran ist noch nicht einmal das Wort „Tanz“ erlaubt. Die korrekte Bezeichnung für das, was in der Öffentlichkeit stattfinden darf, lautet „rhythmische Bewegung“.

„Es ist das Leben in Teheran. Du läufst nicht in der Stadt, Du bewegst Dich nicht, Du gebrauchst Deine Beine nicht. Am Ende wirst Du diese Person ohne Beine. Bestenfalls läufst Du von einer Tür zur nächsten, nie mehr als 10 Meter. Es gibt dieses Gerücht, dass die Erde der Stadt mehr Anziehungskraft hat als anderswo, wir nennen es »schwere Erde«. Wir sitzen immer, wir bewegen uns nicht mehr – deswegen will ich tanzen.“

Modjgan Hashemian, Jahrgang 1975, wuchs in Berlin und Teheran auf. An der Ernst-Busch-Hochschule für Schauspielkunst absolvierte sie ein Choreografie-Studium. Ihre Idee, gemeinsam mit Tänzerinnen und Tänzern aus Teheran ein Tanzstück zu entwickeln, erscheint auf den ersten Blick seltsam. Doch auch im Iran wird getanzt. Allerdings geschieht dies nicht im öffentlichen Raum, sondern in privaten Wohnzimmern, in leer stehenden Wohnungen und sogar auf Hochhausdächern. Trotz des Verbots gibt es in Teheran eine Tanzszene.

Am vergangenen Freitag hatte das Tanzstück Don’t Move in Berlin Premiere. Entstanden ist eine „beeindruckende Inszenierung“ (rbb AKTUELL). Die Tänzerinnen aus dem Iran konnten aus verständlichen Gründen nicht nach Berlin kommen. Ihr Tanz ist aber als Videoprojektion in die Aufführung integriert. Um die Tänzerinnen nicht zu gefährden, wurden die Bilder teilweise verpixelt.

„Don’t Move“ wird noch bis zum 30. März im Ballhaus Naunynstraße (Berlin-Kreuzberg) gezeigt. Einen ersten Eindruck vermittelt der rbb-AKTUELL-Bericht vom 19. März (2.35 min).
 

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Von 8.-10. April 2012 wird DON'T MOVE von Modjgan Hashemian am Ballhaus Naunynstraße wieder aufgenommen! Jeden Abend ab 20 Uhr.

Außerdem hat MOdjgan Hashemian gemeinsam mit  Kaveh Ghaemi, der in DON'T MOVE aufgrund der politischen Verfolgung nur als Schatten zu sehen sein durfte, und der inzwischen nach Berlin geflohen ist, ein neues Stück entwickelt: IN MOTION hat am 13.4. um 20 Uhr am Ballhaus Naunynstraße Premiere und läuft dann bis zum 16.4.


 

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