Europa. Mehr als Radwege und Daten-Roaming

Am Sonntag ist Europawahl. Die heutigen Jugendlichen sind die Generation Europa. In Frankfurt (Oder) läuft man über eine Brücke und ist in Polen – wie geil ist das bitte? Und im Europäischen Parlament und in der brandenburgischen Landesvertretung in Brüssel hab' ich mich krass als Europäer gefühlt.

Am Sonntag ist Europawahl und ich hoffe auf uns, die Generation Europa.

Bei Europa fallen Vielen vielleicht zuerst die Radwege und Spielplätze ein, die mit einem "Gefördert von der Europäischen Union"-Schild versehen sind. Oder man denkt daran, dass es seit 2 Jahren keine Roaming-Gebühren mehr gibt, wenn man nach Belgien oder Dänemark fährt. Dabei ist die EU so viel mehr. Zumindest für mich.

Europa ist Frieden, in dem wir aufwachsen durften und den wir für selbstverständlich halten. Es ist die Überzeugung, dass Solidarität, Zusammenarbeit und Verständigung nationalem Egoismus immer überlegen sein werden. Es bedeutet, vielsprachig aufzuwachsen. Ich hatte ab der 2. Klasse Englischunterricht, in der 3. und 4. Polnisch als Begegnungssprache. Und auf dem Gymnasium konnte ich zwischen Französisch, Russisch und Spanisch wählen.

Danilo Zoschnik

Danilo Zoschnik ist in Eberswalde aufgewachsen und zur Schule gegangen. Jetzt will er Lehrer werden und studiert Politische Bildung an der Uni Potsdam. Er ist Politischer Geschäftsführer der Grünen Jugend Brandenburg.

Als ich jünger war, bin ich mit meiner Familie eigentlich jede Woche in Polen gewesen. Zum Schlendern und Einkaufen. Ich kannte es gar nicht anders. In Frankfurt läuft man über eine Brücke, und ist in Polen – wie geil ist das bitte? Ich wollte immer mal alle Länder in Europa sehen. Bisher gibt's noch ein paar weiße Flecken. Meinen letztjährigen Trip nach Brüssel und den Besuch des Europäischen Parlaments fand ich total beeindruckend. Da hab ich mich krass als Europäer gefühlt. Sogar die brandenburgische Landesvertretung hatte ich aus Spaß besucht.

Die EU mag manchmal irre kompliziert erscheinen, und Verhandlungen dauern oft jahrelang. Aber sie macht unser Leben nicht nur durch Gesetze besser, sondern kann uns auch einen in Werten wie Solidarität, Demokratie und Menschenrechten. Wir brauchen die EU. Und sie braucht uns. Das hat nicht nur der nahende Brexit bewiesen, der von jungen Menschen klar abgelehnt wurde, aber auch deshalb möglich wurde, weil sie mehrheitlich zu Hause blieben.  

Die Jungen waren es, die die Demos gegen Uploadfilter und die größte Petition in der europäischen Geschichte auf die Beine gestellt haben. Vor allem wir gehen bei "Pulse of Europe" und ähnlichen Formaten seit Jahren für mehr Europa auf die Straße. Wir nehmen an Austauschen teil. Wir fahren mit Interrail durch 15 Länder, ohne die Grenzen zu bemerken, nutzen Erasmus-Stipendien um völlig andere Orte kennenzulernen. Wir lieben, leben und arbeiten später überall verstreut, fühlen uns wahrscheinlich auf dem ganzen Kontinent zu Hause.

Die heutigen Jugendlichen sind die Generation Europa. Und die muss ihre Stimme erheben und ihre Stimme nutzen, weil sie sonst verliert, was für sie immer selbstverständlich war. Wir dürfen nicht hinnehmen, dass andere über eine Zukunft entscheiden, die sie selbst teilweise nicht mehr erleben werden. Oder sie kaputt machen. Das ist unsere Zukunft! Und die ist europäisch. Geht deshalb am 26.05. bitte bitte wählen, wenn ihr schon 18 seid. Und überzeugt auch andere.   

 

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Die europäische Integration ist die große Lehre aus dem zweiten Weltkrieg. Wer ein "Europa der Vaterländer" herbeifantasiert und die EU auf wirtschaftliche Nutzenrechnungen reduziert, schmeißt ein paar der größten Errungenschaften unserer Zeit und die Zukunft von Generationen weg. Europa darf eben KEINE Zweckgemeinschaft sein. Uns verbinden Werte, der Wille Krieg für immer zu ächten und zusammenzuwachsen.

Ich hab echt erst an die Schilder gedacht. Der Fahrrad-Weg davon hier ist auch richtig gut. Aber da muss ja noch mehr gehen. Wenn Deutschland am meisten Geld für Europa ausgibt dann muss es noch mehr Sachen geben die dadraus gemacht werden. Dann haben bestimmt auch noch mehr Leute nichts dagen für Mehr EU zu sein

Ich bin stolz darauf, dass sich die Jugend für Europa so einsetzt. Ich habe auch noch nie erlebt, dass von ihrer Seite gegen die Errungenschaften dieses tollen Projektes gewettert wird. Viele meiner Altersgenossen jenseits der 40 sind da ganz anders drauf. Das kriegt man wohl nur ganz schwer raus. Aber ich setze viel auf Sie und andere. Weiter so!

Wenn ich jemanden überzeugen möchte wählen zu gehen - sende ich einfach diesen Post. Er spiegelt fast genau meine Gedanken über die EU wieder. Gute Arbeit!

Die Jugend hat ein viel kleineres Stimmgewicht als die Rentner oder unsere Elterngeneration. Aber die Schüler, die Studenten, die Azubis und alle anderen jungen Menschen, und die denen unsere Zukunft nicht egal ist, müssen bei dieser Europawahl ein Zeichen setzten. Wer denn sonst, wenn nicht wir? Selbst wählen gehen! Mit unserer Familie und unseren Freunden sprechen! Leidenschaftlich diskutieren. Wir haben nicht mehr viel Zeit um die ganz drängenden Probleme unserer Zeit zu lösen. Und ich will, dass das auch im beschaulichen Brandenburg mal ankommt. Eine Wahlbeteiligung von ungefähr 30% wie beim letzten Mal ist peinlich und gefährlich. Das können wir besser! Und spätestens bei der nächsten EU-Wahl dann bitte auch Wahlalter runter. Die 16- und 17jährigen haben auch eine Stimme. Und bei Fridays For Future sind viele Leute, die echt was aufm kasten haben oft noch viel jünger

Am Wochenende dürfte nach dem ganzen Trubel in Österreich auch für den allerletzten klar zu erkennen gewesen sein, was es für Leute es in ganz Europa sind, die mal als vermeintliche "Alternative", mal als stramme Neonazis auftreten. Die bürgerliche Maske hinter der demokratieverachtenden Fratze ist schon lange gefallen. Aber selten so deutlich. Ich kann nur aus tiefster Seele hoffen, dass diese junge Generation Europa sich nicht von den einfachen Erklärungen dieser Rattenfänger einlullen lässt. Aber der Text macht mir auch große Hoffnungen, dass das nicht passieren wird.

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