Surftipp für „Skins, Punks, Mods, Rudeboys, Billys, Skater und andere Lebensphilosophen“

Hinter der wappenkünstlerisch gestalteten Eingangsseite verbirgt sich das „kulturelle Forum“ der "Brigade 1240". Der Name geht auf die frühere Postleitzahl von Fürstenwalde zurück, „Brigade steht für Stärke und Zusammenhalt“. „Hier tummelt sich der suburbane Pöbel. Skins, Punks, Mods, Rudeboys, Billys, Skater und andere Lebensphilosophen, deren way of life nicht dem allgemeinen Mainstream entspricht.“ Es handelt sich um eine Initiative junger Leute aus Fürstenwalde und Umgebung, die sich seit 2003 um die alternative Subkultur in der Region bemühen. Die „Brigade 1240“ veranstaltet Konzerte, hat einen Stammtisch, einen Kraftsportraum und sogar ein eigenes Fußballturnier. „Oi! The Cup“, „das etwas andere Fußballturnier“ findet seit 2004 jährlich statt (dieses Jahr am 25. August) und hat eine eigene Homepage. Auch das Ostbrandenburger Netzwerk „Bunte Subkulturen“, ebenfalls mit Homepage, wurde 2006 von der „Brigade 1240“ gegründet.

Man sieht den Internetseiten an, dass diese Leute sehr viel Humor haben. Ihre Initiative betrachten sie dabei keineswegs als geschlossene Veranstaltung: „Jeder, der Bock hat, sich das ganze mal anzuschauen, bei uns mitzumachen oder einfach ein Bierchen mit uns zu trinken“, ist willkommen. „Einzige Einschränkung: No Nazis!“ Hier hört bei der „Brigade 1240“ der Spaß auf und das wird folgendermaßen begründet: „Wir sehen die Nazis als die größten Gegner einer alternativen Subkultur an und genauso verfahren wir auch mit ihnen. Das heißt ganz konkret, dass sie nicht zu unseren Veranstaltungen kommen brauchen, weil sie dort draußen bleiben würden. Kein Saufen mit Nazis!“ „Da wir zumindest zum Teil Lokalpatrioten sind, stellen wir uns ihnen bei Aktionen vor Ort auch entgegen.“ Zudem hilft die „Brigade 1240“ Opfern rechter Gewalt, begleitet sie z. B. bei Polizei- und Gerichtsterminen. Besonders wichtig sei hierbei erfahrungsgemäß die moralische Unterstützung.

Die „Brigade 1240“ versteht sich als politisch und „ganz klar antifaschistisch“. Von Parteipolitik hält man hier allerdings überhaupt nichts: „ … wir brauchen keinen roten Stern und keine Hasskappe. Das sei vor allem denen gesagt, die immer wieder versuchen, alternative Subkultur für ihre ideologischen bzw. parteipolitischen Zwecke zu instrumentalisieren.“ Zwar sei bei der Brigade „von PDS- bis CDU-Wählern oder auch Nichtwählern … alles vertreten“. Jeder könne in Detailfragen seinen eigenen Standpunkt haben, aber: „Vor einen ideologischen Karren lassen wir uns nicht spannen!“

Das „Bündnis der Vernunft gegen Gewalt und Ausländerfeindlichkeit“ hat der „Brigade 1240“ am 6. Juni für ihre beispielhaften ehrenamtlichen Aktivitäten das „Band für Mut und Verständigung“ verliehen. Berichte über die Preisverleihung im Berliner Rathaus, auch mit Informationen über die anderen Preisträger, finden Sie hier und hier.

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