Leichte Sprache

Warum Politische Bildung in den Schulen unter ihren Möglichkeiten bleibt

Wir Jungen werden auf eine Art und Weise mit Politik vertraut gemacht, die uns auf Populismus, Bürger*Innenrechte und digitale Beteiligung nicht ausreichend vorbereitet. Die Möglichkeiten, die da sind, werden oft nicht ausgeschöpft, meint Student Danilo Zoschnik.
Screenshot aus dem Video der Landeszentrale "Was die Landeszentrale macht"

Seit bald einem Jahr studiere ich Politische Bildung auf Lehramt für die Oberstufe an der Universität Potsdam. Und in diesen Monaten wurde mein Bild über das Fach und wie es an Brandenburgs Schulen vermittelt wird zugegebenermaßen erschüttert. Ich mochte es immer besonders gern und es hat unheimlich viel zu meiner eigenen Politisierung beigetragen. Nur hängt ja bekanntlich viel von der Lehrkraft ab, und natürlich ist der Unterricht auch in jeder Klasse etwas anders. Das heißt: wenn es ihn denn überhaupt gibt. Denn PB-Leistungskurse bietet längst nicht jedes Gymnasium an und für viele endet das Fach sogar schon nach der Achten oder Zehnten.

Wie grundverschieden am Ende das ist, was aus dem Unterricht mitgenommen wird, habe ich dann aber erst so richtig in den Uni-Seminaren und in Gesprächen mit meinen Mitstudierenden gemerkt. Klar - die meisten wussten wie viele Bundesländer, oder dass es einen Unterschied zwischen Parteien und Fraktionen gibt. Aber wer hatte wirklich mal eine Debatte zur vermeintlich unpolitischen Jugend? Hatte die Möglichkeit den Alltag einer Abgeordneten kennenzulernen? Oder mit einem Bürgermeister über den versprochenen Spielplatz zu reden, der einfach nicht kommt?

Meine Freunde halten sich für unpolitisch, sind sie aber nicht

Es wird nicht über zivilen Ungehorsam debattiert, Rollenspiele wie in einer Bundestagssitzung gibt es höchstens mal, wenn die Lehrkraft das ohnehin schon geplant hatte. Nur die wenigsten Jugendlichen sind in einer politischen Jugendorganisation aktiv, und auch nur einige nehmen die Angebote und Aktionen wahr, die auf die Beine gestellt werden. Denn in der Schule lernen wir nicht viel über Landespolitik und fast alle meine Bekannten halten sich für unpolitisch. Ihre Anliegen sind es aber nicht. Denn es geht um einen kaum erreichbaren Platz im Studi-Wohnheim, die schlechte Rad-Anbindung ins nächste Dorf, wenn schon der Bus nur zweimal am Tag fährt, den Frust und das Gefühl nicht mitentschieden zu können. Oder aber auch einfach die Tischtennisplatte, den Lehrplan. 

Danilo Zoschnik

Der Autor
Danilo Zoschnik ist in Eberswalde aufgewachsen und zur Schule gegangen. Jetzt will er Lehrer werden und studiert Politische Bildung an der Uni Potsdam. Er ist Politischer Geschäftsführer der Grünen Jugend Brandenburgs.

Und wen kann das alles wundern? Gute Noten fürs Abi? Logo! Das Wahlverfahren der Richter*innen am Bundesverfassungsgericht aber interessiert eine Zehntklässlerin, die weder weiß, dass sie zur nächsten Landtagswahl ihre Stimme abgeben darf, noch vermittelt bekommen hat, warum sie damit etwas bewirken kann, herzlich wenig. Und dabei wäre so viel Potenzial da, das sehe ich in meinem Freundeskreis und auch sonst überall! Politische Debatten werden wieder schärfer aber wir Jungen werden auf eine Art und Weise mit Politik vertraut gemacht, die uns auf Populismus, Bürger*Innenrechte und auch so viele andere Aspekte wie digitale Beteiligung usw. nicht ausreichend vorbereitet und sensibilisiert.

Das ist kein Schönheitsmakel, sondern Grundlage um als politischer Mensch an der Gesellschaft teilzuhaben. Bildungspolitik, die sich zum Ziel nimmt, auf das Leben vorzubereiten, muss heute neue Perspektiven bieten. Schließlich geht es im Kern um Demokratie, Würde, unsere Rechte, unser Zusammenleben und die Chance aller etwas zum besseren zu verändern. Aber auch die Möglichkeiten, die da sind, werden nicht ausgeschöpft.

Wissen wirklich alle Lehrerinnen und Lehrer von den Angeboten von Landtag und Co? Wie kann es sein, dass an Gesamtschulen weniger als die Hälfte so viel Raum für Diskussion gelassen wird wie an Gymnasien? Und warum entwickelt sich nicht endlich ein Trend zu mehr Unterrichtsgestaltung durch diejenigen, die von ihm profitieren sollen? In meiner Schullaufbahn habe ich hier nach und nach eine Öffnung erlebt, und die kann ich nur weiterempfehlen. Zu oft engen Rahmenlehrplan und weitere Vorgaben aber  stark ein. Es sind nämlich auch nicht die Lehrkräfte Schuld an der Misere. Denn auch die lernen viel formalistischen Kram, kennen sich nach dem Studium ein bisschen mit Verwaltungswissenschaften aus und können die Geschäftsordnung der Bundesregierung runterbeten, verzweifeln dann aber später, weil sie kein Feuer für Politik entfachen können.

Ich bin mir sicher: es ginge mehr!

Mit mehr flächendeckenden Praxismöglichkeiten im Studium zum Beispiel. Ich bin sehr froh darüber, dass ich schon im Februar ein erstes zweiwöchiges Praktikum machen konnte. Gleichwohl wünsche ich mir Seminare die Inhalte noch stärker mit den Herausforderungen und möglicher Methodik im Klassenzimmer verbinden: Ideen zur Veranschaulichung des Beutelsbacher Konsens, ungewohnte Lernformate, politische Sprache, die auch alle verstehen, die nicht aus einem Haushalt mit akademischen Hintergrund kommen. Und an den Schulen? Raum für Experimente, mehr Fächeraustausch, Unterricht, der auch einmal fern vom Klassenzimmer stattfinden kann.

Ich denke es gibt vieles, das sich ausprobieren ließe. Ich wünsche mir nur, dass es endlich geschieht. Denn nur für eines haben wir wirklich keine Zeit: zuzusehen wie alles weitergeht wie bisher.
 

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Kommentare

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Interessantes Interview zu politischer Schulbildung mit Blick auf die neuen Bundesländer: https://www.youtube.com/watch?v=PpskGekIJN8
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Ich wünsche mir von Herzen,

Ich wünsche mir von Herzen, dass einige dieser Ideen realisiert werden können. Leider wird beim Lehrermangel, gegen selbst den ja nicht viel gemacht wurde, das wohl hinten runter fallen. Aber mit den überforderten Quereinsteigern, der höheren Anfälligkeit der jungen Leute für Extremismus und der aufgeheizten Stimmung kann es nicht stark genug betont werden, wie wichtig eine demokratische politische Bildung ist!
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Auf den Punkt gebracht. Weil

Auf den Punkt gebracht. Weil es eben nicht nur um unterrichtete Stunden, Leistungskursoption und sonstige strukturellen Fragen geht, sondern ganz besonders darum, ob die PB denn überhaupt so präsentiert wird, dass sie von den Schülern als spannender Impuls wahrgenommen werden kann, oder nicht doch zu einem der sog. "Laberfächer" wird, in dem man die Hausaufgaben für den Biounterricht noch schnell erledigt. Im Studium der Lehrer anzusetzen, ist da wenigstens konsequent
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Es ist wirklich absolut

Es ist wirklich absolut grausig, was viele Leute in meiner Klasse damals so über Politik wussten. Deshalb finde ich den Ansatz bei Politischer Bildung nicht nur die Inhalte, sondern schon die Ausbildung der Lehrkräfte in den Fokus zu nehmen genau richtig. Denn so schön es ist, sich vorzustellen, dass allein die Medien, die staatlichen Institutionen und ein paar Personen des öffentlichen Lebens Meinungsbildung im allgemeinen anregen, da sind die meisten doch schon gar nicht mehr erreichbar. Ich weiß nicht, ob Ihre Ideen da einen Unterschied machen können, der ausreicht, aber es wäre in jedem Fall ein Anfang. Und den braucht es in der Tat. Wir dürfen aber auch nicht den Fehler machen anzunehmen, dass das ein reines Jugendproblem ist. Meine Lieblingsforderung ist ja die Absenkung des Wahlalters. Schön, dass Brandenburg da mal Vorreiter ist.
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Interessant!

Ich finde auch, dass man schon Schüler zur Politik motivieren sollte, denn auch ich habe kaum Motivation wählen zu gehen und bin zwar einerseits interessiert an Sachen, wie zum Beispiel das mit den Bussen, wo am Wochenende tatsächlich nur drei am Tag bei uns fahren, andererseits kenne ich mich wirklich nicht so gut aus, wie man was erreichen kann. Sicher könnte man sich auch selbst weiterbilden, doch dazu fehlt eben die Motivation und schließlich gibt es dafür ja die Schule... Insgesamt auf jeden Fall ein sehr guter Artikel
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Mehr Gehör für die Probleme

Wirklich interessant mal die Perspektive eines Studis auf solche schulischen Fragen zu lesen, auch wenn es mit dem großen Lehrermangel bald wohl zu Qualitätseinbußen in der Brandenburger Bildungslandschaft kommen wird, die wir uns nicht nur nicht leisten können, sondern die auch massiv über die PolBi allein hinausgehen werden. Umso wichtiger, dass hier in den Blogs auch mal jungen Menschen eine Stimme gegeben wird! Das fand ich schon zur Bundestagswahl Klasse und hoffe, dass es das zur Landtagswahl nächstes Jahr dann in ähnlicher Form wieder geben wird. Eine schöne gute Nacht.
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Praxisschock

Jeder hat mal von ihm gehört: der 'Praxisschock'. Als Bildungswissenschaftlerin und Lernpsychologin, die schon an unterschiedlichen Universitäten angehende Junglehrerinnen und Junglehrer in Praktika begleitet und auch einige von ihnen im Rahmen des universitären psychologischen Beratungsdienstes zur Zeit des Ref. begleitet habe, finde ich es wichtig und bezeichnend, dass der Text des jungen Kollegen zumindest diesen kritischen Punkt, der bei der Planung der Kulutusministerien der Länder, so oft untergeht. Das Ergebnis sind sich in den letzten Jahren astromisch entwickelte Quoten von Quereinsteigerinnen und Quereinsteigern bei den jährlichen Neuzugängen in den Reihen des schulischen Lehrpersonals. Land auf, Land ab, zu wenige in den Klassenzimmern, und dann sind sie immer häufiger auch noch Tontechniker, Verwalungswissenschaftler oder sonstetwas, mit dem sich in der Theorie eventuell ein anstängiger Vertretungsunterricht, nicht aber beispielsweise eine fundierte Abiturvorbereitung in einem Leistungskurs machen lässt. Ministerin Ernst ist gefragt, um den Abstieg der pädagogischen Komponente vom stiefmütterlichen zum vergessenen Ausbildungsanteil. Ist doch dann auch nicht verwunderlich, wenn sich so viele beim Unterrichten nicht mehr wohl fühlen, auch klassische Lehramtstudius nicht, die sich in ihren vergangenen 10 Semstern mehr Schulkontext gewünscht hätten... Und das Absurde ist: Deutschland, und gerade die UP in Brandenburg, übertreffen die allermeisten Standards, was die Praxisvorbereitung und -anteiligkeit im Studium angeht. Für die Wahlmöglichkeiten in Sachen Fächerkombi, Verlaufplanung, Leistungspunkteverteilung und fakultativen Seminaren gilt dasselbe: Orientierungspraktikum, PHP, Tagespraktika, Praxissemester usw. Studis in Sarajevo, aber auch dutzender Universitätsstädte in OECD-Ländern haben quasi rein fachwissenschaftliche Studiengänge, mitunter sogar ohne eine Lehramtsausrichtung nach schon wenigen Semestern. Ein zweifelhafter Luxus, der uns bei jeder Debatte über den Lehrermangel, im Hinterkopf bleiben sollte.
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 Hallo Chris,   ein FÖJ oder

 Hallo Chris,

 

ein FÖJ oder anderweitiges unifernes Jahr nach dem Abi kann ich nur jedem empfehlen, sonst fehlt dir etwas. Diese Überlegungen zu den Bundesländern kann ich auch nachvollziehen. Es gibt sogar ein zwei fächerbedingte Unterschiede, die Berlin bieten kann, Potsdam aber nicht. Ich habe mich dennoch für Brandenburg entschieden, weil ich Großstädte nicht so sehr mag und mich Brandenburg mit seinen Landschaften und tollen Zuglinien einfach zu sehr in seinen Bann gezogen hat. Erreichen kannst du mich wegen detailiierter Nachfragen usw. ganz einfach über meine Email: Danilozoschnik@web.de .

LG Danilo

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Cooler Aufschlag! Ich möchte

Cooler Aufschlag! Ich möchte selbst mal Lehramt studieren, wenn mein FÖJ vorbei ist und habe mich noch nicht entschieden, ob ich das dann in Berlin machen möchte, oder ob ich in BB bleibe, da macht mich dein Eintrag etwas nachdenklich, auch wenn es ja eigentlich um was anderes geht. Bei der Fächerauswahl bin ich mir noch nicht ganz sicher. PolBi ist aber definitiv spannend und in meiner engeren Auswahl. Gibt es denn eine Möglichkeit dich noch persönlich wegen einer Nachfrage zu kontaktieren? LG Chris
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Dankeschön!

Wow, mit so viel Feedback zum Thema hatte ich in der kurzen Zeit wirklich nicht gerechnet, aber es freut mich natürlich riesig! Ich finde ihr alle sprecht eine Vielzahl wichtiger Punkte an. Die Remoralisierung von politischer Theorie wäre wahrlich mal ein Anfang @Sabrina. Das mag in Fachgremien und im Urteilsfall kritikabel sein, ist meiner Meinung nach in der Lehre aber absolutes Muss. In den Rechts- wie auch eigentlich generell Humanwissenschaften. Es tut mir Leid @Elias, das dir erst während des Studiums aufgefallen ist, wie es um die Praktika-Situation bestellt ist - das kann wirklich schwer zusetzen. Und ich finde es da auch falsch von mangelnder Informationsbereitschaft o.Ä. zu sprechen, denn bei mir war die ganze Bewerberei um die Uni auch ein ziemlicher Schnellschuss, da ging es erstmal nur ums Genommenwerden und ganz sicher nicht um die bildungswissenschaftlichen Seminare im vierten Semster. Und auch bei der Belastung von Lehrenden im Studium und natürlich im Beruf kann eine Menge getan werden. Was genau? Da sollte sich vielleicht einmal eine größere Gruppe von Menschen mit beschäftigen, denn eine Gesellschaft, die ihre Lehrkräfte wegen vermeidbarer motivationalen bis gesundheitlichen Gründen verheizt, hat enorme Potenziale verschenkt. Und für mehr Experimentiererei im Unterricht wie mit Rollenspielen bin ich immer gern zu haben, da war meine persönliche Erfahrung einfach zu gut. Ohne besondere Formate hätte ich beispielsweise nie den Zeitungsartikel geschrieben über unsere Schulveranstaltung, der mich dann quasi hierhergeführt hat
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Dein Blogeintrag bringt

Dein Blogeintrag bringt vieles treffend auf den Punkt! Ich studiere auch auf Lehramt an der Uni Potsdam und bin erschüttert darüber, wie wenig Dinge, die überhaupt mit "Schule" zu tun haben, wir als Studierende in den Vorlesungen berühren. In meinem Zweitfach (neben Politik) habe ich im 4. Semester zum ersten mal ein Seminar dass Pädagogik überhaupt beinhaltet! (Da ist das Fach PB noch gut dabei!) Die Rolle der Universität ist also nicht zu verkennen. Trotzdem gilt: Die Motivation, sich zu engagieren, muss AUCH von innen heraus kommen. Dazu muss ich mich als Jugendliche/r umsehen: wie sieht meine Umwelt aus? Welche Probleme ergeben sich ? Wer sind diejenigen, die die Verantwortung tragen? Wie kann ich jene erreichen? Diese Gedanken mache ich mir aber nur, wenn in meinem Kopf Kapazität und in meinem Terminplaner Zeit dafür ist! Unser Turboabitur lässt das nur wenig zu - wer bis halb vier in der Schule sitzt, im Anschluss noch Hausaufgaben macht und für Klausuren lernt, dem bleibt wenig Raum zum langweilen, nachdenken, ändern wollen.
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Rollenspiele gehören in den

Rollenspiele gehören in den Lehrplan!
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Toll

Ich freue mich sehr, dass du wieder aktiv bist, Danilo! Großes Lob an die lpb für die Förderung diverser Stimmen. Auf Facebook gesehen, dass weitere Themen kommen werden, werde den Blog gern verfolgen :)
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Bei Praxis @Enno_lpb stellt

Bei Praxis @Enno_lpb stellt sich mir ja immer die Frage wie das gehen soll. Zusätzlich dazumachen gestaltet sich schwierig, wenn nicht nur mehr Stress für die Unig-Gänger das Ergebnis sein soll. Dann lieber mal richtig neue Ansätze. Warum kein verkürztes Ref direkt vor dem Studium? Also sofortiger Kontakt, Lehrerfahrung, Korrektursinn und v.a. pädagogische Kompetenz! Das mit den Quereinsteigern ist doch nicht mehr auszuhalten. Gerade in Brandenburg, wo es mit der Erhöhung der Kapazitäten an der UP doch wirklich schon große Potenziale gibt! Aber warum wird das so schleifen gelassen? Das wird allen Bundesländern noch ganz bös auf die Füße fallen. Und zwar so, dass am Ende nicht nur der PB-Unterricht drunter leiden wird
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Soweit ein interessanter

Soweit ein interessanter Debattenbeitrag, auch wenn die Probleme womöglich so grundlegend sind, dass es nicht ausreichen wird ein paar neue Dinge im Unterricht zu probieren. Ich nehme es so wahr, dass eine Art Lagerbildung erfolgt. In solche Jugendlichen, die politisch interessiert oder sogar aktiv sind, die die derzeitige Situation mit GroKo-Hin-und-Her und Co, aber so unzufriedenstellend finden, dass auch sie sich nicht mehr richtig begeistern lassen. Und auf der anderen Seite jene, bei denen es fast schon 'cool' ist sich für Politik und derlei nicht zu interessieren, denn das seien ja ohnehin alles nur Lügner, Egomanen oder sogar 'Volksverräter'. Den Jüngeren sollte man mal - auch wenn es hart klingt - im Unterricht wieder den Kampf für die Demokratie nahebringen. Wohlfühl-Parlamentarismus war mal
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In der Klasse

@Sabrina Da stimme ich dir auf jeden Fall zu! Es wird nur ganz langsam besser, und es gibt immer noch zu viele Lehrkräfte, die vom Referendariat oder dem anschließenden ersten "richtigen" Jahr als Lehrerin/Lehrer völlig überfordert sind. Und das ist ja auch nicht weiter schlimm, hätte dann aber vielleicht in den ersten 3 Semstern auffallen können, zumal sich Interessen und Kompetenzen ja auch verschieben und sowieso immer erst so richtig klar ist, was man studiert, wenn man schon richtig drin ist
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Die Sache mit dem Lehrplan

Ich persönlich glaube ja, dass der Lehrplan den größten Einfluss auf die Gestaltungsmöglichkeiten im Unterricht hat. Voller Lehrplan = kein Raum, der sich kreativ füllen lässt. Das fängt aber, wie hier auch geschrieben wird, im Studium der Lehrer der Zukunft an. Denn die Studis interessieren sich bestimmt für geschlechtergerechte Sprache, ein Camp zum Thema außerschulischer Lernorte oder Seminare für mehr Schülerbeteiligung, das Methode an die Hand gibt. Aber wer soll es ihnen verübeln, wenn sie neben ihrem Job nicht auch noch fakultative Lehrveranstalungen zu ihrem Soll dazupacken
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Es ist wirklich Schade wie

Es ist wirklich Schade wie wenige Möglichkeiten es da gibt. Orientierungspraktikum und Co als echte Schlüsselmomente im pädagogischen Teil des Studiums sind aber sogar so schlecht in den üblichen Semesterplan zu integrieren, dass sie den Studis in die vorlesungsfreie Zeit, das kann doch echt nicht sein, oder? Sich konzentriert mit der eigenen Zukunft auseinandersetzen ist eben nicht noch nebenbei eine Hausarbeit zu beackern, obwohl bald auch der Urlaub beginnt. Die 'immer-schneller'-Mentalität können angehende Pädagoginnen und Pädagogen absolut nicht gebrauchen!
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Ich habe mal zwei Semester

Ich habe mal zwei Semester Lehramt in Berlin studiert und erst nach der Wahl meines Studienortes erfahren, dass es im Vergleich zur Uni Potsdam weniger fest vorgesehene Praxisteile wie Praktika gibt. Das hat mich ziemlich enttäuscht, denn eigentlich reichen selbst die der dt. Vorzeigeschulen in diesem Bereich noch nicht aus, sonst würden wohl kaum die Hälfte der Lehrer verfrüht in den Ruhestand gehen und so ein fürchterlich hoher Anteil seelisch krank werden. Da gibt es echt noch einiges das besser werden muss. Und unter den Bedingungen brauchen wir eigentlich noch so viel mehr als aktuell in Ausbildung sind! Guter Kommentar
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Jura

Mein Freund studiert Jura. Immer wenn er davon erzählt wie bestimmte Inhalte vermittelt werden, möchte ich mir an den Kopf fassen. Weitestgehend unpolitisch, verkommt das Gebiet zu etwas sehr technischem. Die Schilderungen machen mich stutzig - das darf mit Politik, und erst recht nicht politischer Bildung, auf keinen Fall genauso geschehen.
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Recht hat er

Was hier angesprochen wird kann ich nur 100% unterstreichen! Wir müssen mehr Möglichkeiten an Schulen bieten, politische Aktivitäten einzuüben!
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