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Kalter Krieg

Lexikon Politische Bildung

Als Kalter Krieg wird das Spannungsverhältnis bezeichnet, das in verschiedenen Ausprägungen von 1947 bis Anfang der 1990er Jahre zwischen den USA und der Sowjetunion bestand.

Die gegensätzlichen Positionen der beiden Supermächte entwickelten sich aus unterschiedlichen Vorstellungen über die Gestaltung der gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Verhältnisse. Die USA standen symbolisch für Freiheit, Demokratie und Kapitalismus, die Sowjetunion hingegen für Unfreiheit, Kommunismus und Planwirtschaft. Es kam dabei nicht zu einer direkten militärischen Konfrontation auf den Staatsgebieten der USA und der Sowjetunion, daher auch der Begriff "Kalter Krieg".

Die beiden Supermächte und ihre Verbündeten waren politisch, wirtschaftlich und militärisch in unterschiedlichen Bündnissystemen zusammengeschlossen. Daraus ergaben sich Interessenkonflikte, die vor allem von militärtechnischer Wettrüstung, Spionage, Wirtschaftsboykotten und Propaganda gegen die jeweils andere Macht begleitet waren.

Wer hat's erfunden? Der Begriff Kalter Krieg wurde 1946/1947 von zwei Männern geprägt: Bernard Baruch, einem Berater des US-Präsidenten Truman, und Herbert B. Swope, einem Journalisten und Mitarbeiter Baruchs. Sie beschrieben damit den sich abzeichnenden Ost-West-Konflikt.

Europa entwickelte sich zu einem Brennpunkt des Kalten Krieges. Der Osten des Kontinents stand dabei unter der Vorherrschaft der Sowjetunion, der Westen unter dem Einfluss der Vereinigten Staaten von Amerika. Diese Blockbildung spiegelte sich auch in der Teilung Deutschlands wider.

Herausragende Ereignisse, in denen der Kalte Krieg vor allem für die Deutschen praktisch mit den Händen zu greifen war, waren etwa die Berlinblockade 1948/49, der Mauerbau 1961 oder der Mauerfall vom 9. November 1989.

Die Konfrontation der Systeme beschränkte sich aber nicht nur auf Europa. In Asien, Afrika und dem Nahen Osten kam es zu zahlreichen so genannten Stellvertreterkriegen. Das bedeutet, dass die Sowjetunion und die USA nicht direkt auftraten, sondern jeweils unterschiedliche Kräfte in den jeweiligen Ländern finanziell, wirtschaftlich, mit Waffenlieferungen oder Beratern unterstützten.

Durch die Nähe zu West-Berlin entwickelte sich vor allem die Glienicker Brücke in Potsdam zu einem strategischen Anlaufpunkt für den Agenten- und Gefangenenaustausch zwischen Ost und West. Darüber hinaus befanden sich in verschiedenen Landkreisen Brandenburgs Kernwaffendepots der Roten Armee, die während des Abzugs der Roten Armee Anfang der 1990er Jahre aufgelöst wurden.
 

tp, November 2013