Parteien in Deutschland

Die aktuelle Parteienlandschaft scheint sehr unruhig und wird doch durch wenige einflussreiche Parteien geprägt. Daneben gibt es zahlreiche kleinere und Kleinstparteien, die meist im Umfeld von Wahlen entstehen und dann ebenso schnell wieder verschwinden.

Qual der Wahl
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Qual der Wahl

Die großen bundesdeutschen Parteien sind - von wenigen Ausnahmen wie etwa der SPD abgesehen - in den Anfangsjahren der Bundesrepublik oder später entstanden. Insofern handelt es sich historisch gesehen um eine noch junge Parteienlandschaft. Doch hatten viele Parteien Vorläufer in der Weimarer Republik, bevor sie im Nationalsozialismus verboten wurden. Einige der lange dominierenden politischen Strömungen (zum Beispiel konservativ, sozialistisch, liberal) lassen sich sogar bis ins Deutsche Kaiserreich zurückverfolgen.

In den Jahren der deutschen Teilung von 1945 bis 1990 war auch die deutsche Parteienlandschaft geteilt. Im Osten Deutschlands regierte mehr als 40 Jahre lang die SED, die 1946 aus einer Zwangsvereinigung von SPD und KPD entstanden war. Neben dieser Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands gab es noch andere Parteien, die zwar dem  Namen nach christdemokratisch, liberal oder nationaldemokratisch klangen, jedoch dem Führungsanspruch der SED untergeordnet waren. Nach der deutschen Wiedervereinigung schlossen sich viele westdeutschen Parteien an.

In Westdeutschland entwickelte sich zunächst ein Dreiparteiensystem aus CDU/CSU, SPD und FDP, das in den 1980erJahren mit der Partei Die Grünen zu einem Vierparteiensystem wurde. Nach der Wiedervereinigung erweiterte Die Linke dieses System. Sie ging nach vielen Umwandlungen, Neugründungen und Umstrukturierungen teilweise aus der ehemaligen SED hervor.

Das Fünfparteiensystem, das bis in die 2000er Jahre das deutsche Parteiensystem prägte, wurde 2013 durch die AfD (Alternative für Deutschland) herausgefordert. Gegründet als Partei, die sich europäkritisch zeigte und für die Abschaffung des Euros einsetzte, gelang es ihr innerhalb weniger Jahre mit asylkritischen Themen in den Bundestag, viele Landtage und das Europäische Parlament einzuziehen. Ob es der Partei auf Dauer gelingt, sich in der bundesdeutschen Politik zu verankern, ist umstritten. Einig sind sich Politikwissenschaftler aber darin, dass sich das deutsche Parteiensystem nach der Wiedervereinigung stärker fragmentiert hat.

Neben den Parteien, die aktuell im Bundestag die "große Politik" mitbestimmen: CDU/CSU, SPD, AfD, FDP, Die Linke, Bündnis 90/Die Grünen, gibt es gerade auf kommunaler, Landtags- und europäischer Ebene zahlreiche kleinere und Kleinstparteien, die meist im Umfeld von Wahlen entstehen und im Europäischen Parlament oder den 16 Landesparlamenten für die Belange ihrer Wählerschaft eintreten. Viele von ihnen verschwinden nach der jeweiligen Wahl aber auch recht schnell wieder.

Wo gibt es weitere Informationen?

Parteien sind ein wichtiger und notwendiger Bestandteil moderner Demokratien. Sie sorgen für die Verbindung zwischen dem Staat und der Gesellschaft, indem sie die Interessen der Bürgerinnen und Bürger vermitteln. Welche Partei dies am besten tut, kann jeder Bürger am Wahltag für sich entscheiden. Die Brandenburgische Landeszentrale unterstützt sie dabei mit Hintergrundinformationen und weiterführenden Linktipps.

Zu den Parteien im Brandenburger Landtag, finden Sie auf unseren Seiten umfangreiche Informationen. Die bundespolitisch bedeutsamsten Parteien stellt die Bundeszentrale für politische Bildung vor. Auch ein Dossier zu den Kleinparteien findet sich hier.

Zahlen und Fakten

Wo liegen die Hochburgen der Parteien? Wer hat die meisten Senioren, Frauen oder junge Menschen als Mitglieder? Wer gibt wie viel für Wahlkämpfe aus? Diese und andere Fragen zur deutschen Parteienlandschaft beantworten Infografiken auf bpb.de.

BLPB, Juni 2019

Linktipps

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Keine Partei kann sich für unsere Grundrechte einsetzen wie z.B. gegen die Tötung von Menschen aus Profitgier, siehe Videos „Unser täglich Gift“, „Big Pharma ist Profit wichtiger als Menschenleben“,„Tödliche Medizin und organisierte Kriminalität“, http://news.doccheck.com/de/228007/implantate-immer-mehr-todesfaelle/, zu Computertomografien https://www.ippnw.de/commonFiles/pdfs/Atomenergie/Krebs_nach_niedrigen_…. Bestimmungen wie z.B. unter https://www.thieme.de/statics/bilder/thieme/final/de/bilder/tw_radiolog… werden erfahrungsgemäß von Medizin und Justiz ignoriert. „Was nützt der beste Rechtsstaat auf dem Papier, wenn er in die Köpfe und die Herzen der Menschen, die ihn vertreten sollen, keinen Eingang finden kann?“, fragt man sich im Internet. Gerichtlichen und behördlichen Entscheidungen fehlt zumeist eine plausible Begründung, oft sogar die Sachbezogenheit- https://unschuldige.homepage.t-online.de/. Es existiert ein ausgeprägtes „Kastendenken“, siehe z.B. http://dipbt.bundestag.de/doc/btd/12/013/1201338.pdf. Rechtsbrüche und Rechtsbeugungen sind systemkonform, vgl. z.B. http://www.hans-joachim-selenz.de/kommentare/2008/justiz-sumpf-deutschl…, https://youtu.be/AKl0kNXef-4. Das Bundesverfassungsgericht vertuscht das mit unbegründeten Nichtannahmebeschlüssen und Erfolgsquoten von 0,2 bis 0,3 %- https://www.amazon.de/Das-Recht-Verfassungsbeschwerde-NJW-Praxis-Band/d….

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