Geschlecht, Geld und Gegenöffentlichkeit

Perspektiven des Feminismus

Im Rahmen der Brandenburgischen Frauenwoche

Geschlecht, Geld und Gegenöffentlichkeit
Geschlecht, Geld und Gegenöffentlichkeit

Nie zuvor in der Geschichte waren Frauen gesellschaftlich so sichtbar und vordergründig auch so erfolgreich wie heute. Die Geschlechterverhältnisse haben sich nachhaltig verändert und die moderne Gesellschaft ist auf die Kompetenz und das Engagement von Frauen angewiesen. Frauenquoten in Leitungsfunktionen werden rege diskutiert und über die Vereinbarkeit von Beruf und Familie gestritten. Haben sich die Grundfragen der Frauenbewegung und des Feminismus also erledigt?

Die Brandenburgische Landeszentrale für politische Bildung nimmt die Brandenburgische Frauenwoche 2014 zum Anlass, nach den jungen Frauen und hinter die Kulissen der zeitgenössischen Frauenbewegung zu schauen.

Von den Medien wird behauptet, der alte Feminismus sei tot und junge Frauen bewegten andere Fragen als ihre Mütter und Großmütter. Deshalb sollen auf den Podien alte Fragen neu gestellt werden. Das geschieht nicht ohne Grund. Unser Interesse ist es, die Probleme und Perspektiven junger Frauen sichtbar zu machen, weil sie ein wichtiger Teil einer aktiven Zivilgesellschaft sind.



Dienstag, 11.03.14, 18 Uhr
Queer_trans_Gender… – wo bleiben Mann und Frau?

Die Frau an sich war ein zentrales Subjekt der Frauenbewegung. Neue Auseinandersetzungen um Queer, Gender und Sozialisierung lassen vermuten, dass sich das verändert hat. In der Kontroverse um Herausforderungen an Frauen heute wird sogar behauptet, der neue Feminismus unterwandere die ursprüngliche Frauenbewegung – Frauen in ihrem Sein zu (be)stärken.

Wird Geschlecht nur „gelesen“, wie einige zeitgenössische Feministinnen sagen und wie können junge Feministinnen sich zwischen Frausein, Queer sein, und der Debatte über Biologie vs. Sozialisation verorten? Welche Folgen hat die Debatte für konkrete politische Maßnahmen und die Ausgestaltung feministischer Initiativen?

Gäste:

  • Sookee, Rapperin und Aktivistin
  • Stevie Schmiedel, Kulturwissenschaftlerin und Vorsitzende von Pinkstinks Germany e.V.
  • Antje Schmelcher, freie Autorin der FAS. Autorin von „Feindbild Mutterglück“

Moderation:

  • Katrin Rönicke, Autorin


Mittwoch, 12.03.14, 18 Uhr
Von Equal Pay zur menschlichen Arbeitsgesellschaft

„Gleicher Lohn für gleiche Arbeit“ war die Urforderung der Frauenbewegung und der Kern des Feminismus. Für nicht wenige Frauen hieß das: Karriere, Aufstieg und Geld verdienen – wie die Männer. Aber die Arbeitswelt hat sich rasant verändert. Geschlechterübergreifend wird darüber nachgedacht, ob und wie  Erwerbsarbeit gestaltet werden muss, damit sie den Bedürfnissen von Menschen und der Idee eines würdigen Zusammenlebens entspricht.

Bei dieser Debatte scheint die feministische Forderung nach ökonomischer Anerkennung und Aufwertung von Familienarbeit unter den Tisch gefallen bzw. in ihr Gegenteil verkehrt worden zu sein. Die These nach einer grundsätzlich anderen Herangehensweise an Leben und Arbeiten bricht sich immer mehr Bahn – das bedingungslose Grundeinkommen wäre hier ein erster Ansatz. Was muss der Staat leisten, um die menschliche Arbeitsgesellschaft zu ermöglichen? Welche Wege sind gangbar, um eine neue Arbeitsgesellschaft zu bauen?

Gäste:

  • Dag Schölper, Politologe und Geschäftsführer des Bundesforum Männer
  • Sonja Eismann, Chefredakteurin Missy Magazine, freie Journalistin
  • Antje Schrupp, Geisteswissenschaftlerin, freie Autorin und Bloggerin

Moderation:

  • Katrin Rönicke, Autorin
     


Donnerstag, 13.03.14, 18 Uhr
Der feministische Frühling – von der Straße ins Netz und dann?

Vor einem Jahr hat der twitter-Hashtag namens #Aufschrei eine Debatte über Sexismus in die Medien gebracht. Damit wurde anschaulich illustriert, dass die sozialen Medien und die globale Vernetzung auch dem Feminismus ganz neue Möglichkeiten bieten. Die Botschaften heutiger Bloggerinnen erreichen durch das Netz eine enorme Reichweite. Aber ist das noch real?

Was hat das mit dem Leben, mit den Frauen und Männern auf der Straße zu tun und wie verändert sich dadurch die Gesellschaft? Viele Menschen nehmen an dieser digitalen Welt nicht teil. Sie sind damit überfordert oder haben keine Lust darauf. Wo finden sich politische Forderungen und wie kommen Online und Offline miteinander ins Gespräch? Welche Rolle spielen Herkunft und Geschlecht und wo liegen die Konflikte des Feminismus im Netz?

Gäste:

  • Jasmin Mittag, Künstlerin, Kampagnenleiterin von „Wer braucht Feminismus?“ und „One Billion Rising“ Hannover
  • Hannah Beitzer, Autorin von „Wir wollen nicht unsere Eltern wählen. Warum Politik heute anders funktioniert“, Autorin der Süddeutschen Zeitung
  • Yasmina Banaszczuk, Bloggerin bei Stern.de und #Aufschrei-Aktivistin, Schwerpunkte Netzpolitik und Feminismus

Moderation:

  • Katrin Rönicke, Autorin

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Lieber Gast, die Berichte und Kommentare auf dieser Seite spiegeln die Inhalte der Debatte gut wieder. Leider fehlen uns für Aufzeichnungen und Mitschnitte der Debatten, sowohl die personellen, als auch die finanziellen Ressourcen. Daher gilt "live is live" Mit herzlichen Grüßen aus Potsdam Ihre Landeszentrale

In der Veranstaltung am 13.3. ging es um das Thema Feminismus im Internet und um die Frage, welche Chancen und Gefahren sich für den Feminismus im World Wide Web auftun. Es wurde weitgehend einvernehmlich und in entspannter Atmosphäre festgestellt, dass es selbst in der digitalen Welt des Feminismus an Vernetzung der unterschiedlichen Aktivistinnen und Gruppen mangelt, außerdem würde in der anonymen Welt des Internets viel Druck auf Feministinnen ausgeübt. Sie würden beschimpft, bedroht und feministische Foren würden von Maskulinisten regelrecht überfallen.

Zudem herrsche innerhalb der Szene eine nicht zu unterschätzende Zerstrittenheit. Gruppen betrieben zu wenig Öffentlichkeitsarbeit. Auch würden gewisse Konflikte zwischen jungen und alten Feministinnen zutage treten, die sich von einander manchmal nicht verstanden fühlten. So stünde für junge Feministinnen die Frage nach Gleichberechtigung am Arbeitsmarkt im Zentrum, während Feministinnen der ersten Generation sich immer noch mit dem Thema „Achselhaare, ja oder nein“ befassten. Darüber hinaus seien Blogs nun mal keine Leitmedien und oft zu akademisch.

Ein Erschwernis für den Feminismus wurde besonders intensiv diskutiert: Sexismus in Massenmedien. Mehrmals kam die Sprache auf einen „antifeministischen“ Artikel in der letzten Ausgabe der Zeit. Angesprochen wurde ein weiterer Artikel von Harald Martenstein, der Feminismus als Geisteskrankheit beschrieben habe und „Sexisten“ wie Mario Barth. All dies führe dazu, dass Feminismus in der Öffentlichkeit diskreditiert werde. Hier sehe ich eine Gefahr – eine Gefahr, der auch Linke von Zeit zu Zeit ausgesetzt sind, wenn sie dazu neigen, alles was reaktionär ist als „faschistisch“ zu bezeichnen. Auch ich bin hin und wieder dieser Versuchung erlegen.

Was die „antifeministischen“ Artikel in der Zeit angeht, so habe ich diese gelesen. Im ersten Artikel, der mit der provokanten Überschrift „Was will das Weib?“ tituliert war, ging es um den Standpunkt europäischer Feministinnen zum Thema Prostitutionsverbot. Der Artikel warf die Frage auf, ob ein generelles Prostitutionsverbot, ohne Unterscheidung zwischen Zwangsprostitution und freiwilliger Prostitution, das vordringlichste Ziel des Feminismus sein sollte.

Im zweiten Artikel, der kritisiert wurde, hatte Martenstein mitnichten den Feminismus als Geisteskrankheit beschrieben. Er setzte sich mit der Praktik in den USA auseinander, bei der persönliche Daten von vorbestraften SexualstraftäterInnen wie Adresse, Telefonnummer, Geburtsname etc im Internet öffentlich zugänglich sind und das auch noch Jahrzehnte nachdem der Straftäter seine Gefängnisstrafe verbüßt hat. Die Forderung deutscher Feministinnen, dies auch in Deutschland einzuführen, wohl aber nur für männliche Straftäter, nicht für weibliche, bezeichnete der Autor als krank.

Nun zum „Sexisten“ Mario Barth. Eines vorweg: Ich finde ihn nicht witzig. Ich finde auch nicht alles, was er sagt, richtig. Man muss ihm allerdings zugute halten, dass er sich sowohl über vermeintliche Eigenarten seiner Freundin lustig macht, wie auch über seine eigene Art, damit umzugehen.

Zur Klarstellung: Ich finde, wenn Bushido in jedem zweiten seiner Sätze das Wort „Fotze“ verwendet, ist das sexistisch. Ich finde, wenn ein Polizist behauptet, junge Mädchen dürften sich nicht wundern vergewaltigt zu werden, wenn sie sich anzögen wie Schlampen, dann gehört ihm eine in die Fresse gehauen.

Aber ähnlich wie wenn wir Konservative als Faschisten bezeichnen liegt die Gefahr, dass wir Martenstein oder Barth als Sexisten bezeichnen darin, dass wir irgendwann kein Gehör mehr finden, wenn wir vor jemandem warnen, der diese Bezeichnung tatsächlich verdient.

Hallo, für alle die die nicht selber dabei sein konnten hier ein kleiner Rückblick: das war heute eine sehr (informations-)dichte Veranstaltung. Antje Schrupp hielt einen sehr guten Einstiegsvortrag mit geschichtlichem Abriss der Entwicklung vom Verhältnis der Erwerbsarbeit zur Reproduktionsarbeit. Anschließend kamen dank der guten Moderation alle PodiumsrednerInnen ausgewogen zu Wort.

Im Großen und Ganzen waren sich alle RednerInnen einig: die Frauenbewegung hat bereits viel erreicht in Bezug auf die Gleichstellung in der Erwerbsarbeit, jedoch bliebe auch heute noch viel zu tun: Wertschätzung/Entlohnung der Care-Arbeit, nicht nur angepasste Löhne für Frauen sondern ein Grundeinkommen für alle, Überdenken der Verteilung der Erwerbsarbeit auf die Bevölkerung.

Bei den Lösungskonzepten taten sich die RednerInnen dann etwas schwer. Aus dem Publikum kam zwar die Frage, welche Verbündeten für die nötigen Umwälzungen wichtig wären. Daraufhin zählten die PodiumsrednerInnen jedoch überwiegend Barrieren auf (Kitas seien schwieriger zu bestreiken als Autofabriken, die Gewerkschaften nämen sich des Themas nicht oder nur indirekt an etc.). Immerhin wurde die Durchsetzung eines Grundeinkommens und die Senkung der Wochen-Erwerbsarbeitszeit in die Diskussion gebracht.

Meine Ergänzungen für sofortige Schritte:

  1. Gehaltsausgleich in der Familie oder Lebensgemeinschaft (das praktiziere ich so, da meine Lebenspartnerin bei selber Arbeitszeit weniger verdient)
  2. Gleiches Gehalt für alle MitarbeiterInnen in einer Organisation (wird z.B. bei Oktoberdruck praktiziert)
  3. Gemeinschaften aufbauen, die ermöglichen, sich wechselseitig zu unterstützen und die Notwendigkeit überhaupt Geld zu verdienen verringern (ich habe vor 5 Jahren einen Umsonstladen gegründet und das Ladenteam hat dieses Ziel ein Stück weit realisiert)
  4. Namhafte und breite Unterstützung für die Forderung nach Bedingungslosem Grundeinkommen, z.B. aus Politik, Wirtschaft, (Pop)Kultur...
  5. Aufklären, Bildungsarbeit, weitere Veranstaltungen wie die heutige!

Nachdem der Inhalt der gestrigen Veranstaltung schon grob umrissen wurde, würde ich gerne näher auf den Punkt des bedingungslosen Grundeinkommens eingehen, das ja einer der Kernpunkte der Diskussion darstellte.

Ich persönlich würde von einem bedingungslosen Grundeinkommen vermutlich sehr profitieren. Ich schreibe nebenbei Romane, die ich selbst verlege. Ein Grundeinkommen von – sagen wir 900 Euro – würde vermutlich dazu führen, dass ich hauptsächlich daheim wäre um zu schreiben. Aber ob meine Bücher einen gesellschaftlichen Wert darstellen, der es rechtfertigt, dass meine Mitmenschen mir jeden Monat 900 Euro quasi schenken?

Bei meiner Mutter ist das schon klarer. Sie engagiert sich neben ihrem Job ehrenamtlich in mehreren Vereinen, die alle irgendwie das Ziel verfolgen eine gerechtere und ökologisch nachhaltig handelnde Gesellschaft zu formen. Dann habe ich allerdings auch Bekannte, die sich nicht im Geringsten für die Belange Anderer interessieren. Ein bedingungsloses Grundeinkommen würde dazu führen, dass sie vermutlich den ganzen Tag vor der Playstation hingen oder durch die Kneipen zögen. Will ich das wirklich durch meine Steuergelder subventionieren?

Und ein weiterer Punkt bereitet mir Kopfschmerzen: Ein bedingungsloses Grundeinkommen wäre BEDINGUNGSLOS! Jeder bekäme es. Der ungelernte Arbeiter ebenso wie der Bank-Manager, der sowieso schon das Zehntausendfache von dem bekommt, was ein einfacher Sachbearbeiter im selben Unternehmen erhält. Die Piratenpartei fordert ein bedarfsgekoppeltes Grundeinkommen, das um ein Wohngeld aufgestockt werden soll. Wo liegt hier genau der Unterschied zum ALG II? Ist die Forderung nach einem bedingungslosen Grundeinkommen nicht eher die Kapitulation vor einer gescheiterten Arbeitsmarktpolitik und der zunehmenden Präkarisierung der Arbeitnehmerschaft?

Eine Sache ist mir während der Veranstaltung noch aufgefallen und damit würde ich gerne schließen: Während der Diskussion stellte die Moderatorin die Frage, wer in einer Zukunft, in der es das bedingungslose Grundeinkommen gibt, die dreckigen Arbeiten erledigen soll, die niemand machte, würde es keinen ökonomischen Anreiz dafür geben. Keine/r der drei Gäste hatte darauf eine Antwort.

Ich war am 11.3. bei oben genannter Veranstaltung der brandenburgischen Landeszentrale für politische Bildung. Um ein kurzes Statement vorwegzunehmen: Es war für jemanden, der sich mit dem Thema wenig auskennt, interessant zu beobachten, wo in der Gender-Debatte die ideologischen Gräben verlaufen und wie verschieden die Erklärungs- und Lösungsansätze selbst innerhalb des Kreises derer sind, die sich für die Rechte von Frauen stark machen.

Zu Beginn der Debatte warf Autorin Antje Schmelcher die Frage auf, ob es ratsam sei, das Interesse auf immer kleinere „Opfergruppen“ zu lenken, gebe es doch was die Rechte der Frauen angeht noch genug Handlungsbedarf. So würden in China immer noch weibliche Föten abgetrieben, in Deutschland hätten frauenverachtende Sendungen wie Germanys Next Top Model Rekordeinschaltquoten und an Hochschulen würden Bondage-Kurse angeboten, was nichts anderes sei als simulierte Vergewaltigung.

Dem hielt die Rapperin Sookee entgegen, ihrer Meinung nach hätte die Missionarsstellung, schon allein vom Wortlaut her, etwas wesentlich Gewaltvolleres als Bondagepraktiken. Die Vorsitzende von Pinkstinks e.V. Stevie Schmiedel ging dann auf das eigentliche Thema des Abends ein, als sie erklärte, Geschlechter seien sozial konstruierte Kategorien und ihrer Meinung nach nicht durch biologische Prozesse und Hormone zuzuordnen. In das selbe Horn stieß Sookee. Ihrer Meinung nach ist Wissenschaft ein Produkt des Zeitgeistes. Die „Dynamik der Gültigkeit von Zuordnungen“ widerlege die Kategorisierung zwischen Mann und Frau. Vor 1000 Jahren hätte man auch noch geglaubt, die Erde sei eine Scheibe.

Innerhalb weniger Minuten zeichneten sich die Fronten ab. Sookee und Schmiedel auf der einen, Schmelcher auf der anderen Seite. Antje Schmelcher widersprach Sookees Ausführungen. Diese Behauptungen hätten etwas religiöses. Denn unterschiedliche biologische Merkmale zwischen Mann und Frau seien wissenschaftlich einwandfrei nachweisbar. Diese Art von Argumentation werfe die Zivilisation 250 Jahre zurück. Stevie Schmiedel warf ein, die Sozialisation sei in der Lage, die Naturwissenschaften zu überwinden.

Mit diesem Argument, konterte Schmelcher, sei Homosexualität heilbar. Hier würden von den Genderstudies schlicht falsche Prämissen gesetzt. Rapperin Sookee wandte ein, die Verfasstheit eines Menschen sei variabel. Auch sie sei für eine Frauenquote. Konstruktionen müssten eben bei Bedarf auch wieder rekonstruiert werden.

Gegen Ende der Diskussion brachte Stevie Schmiedel eines ihrer Anliegen auf den Punkt. Man müsse Kindern frühzeitig beibringen, dass Mädchen und Jungen sozial konstruierte Kategorien seien. Ich kann ja noch ansatzweise verstehen, wie mensch auf die Idee kommt, Bondage sei simulierte Vergewaltigung. Auch wenn ich Frauen kenne, die das ganz anders sehen und bei diesem Argument vergessen wird, dass es auch Männer gibt, die sich gerne von Frauen fesseln lassen sowie Männer, die sich gerne von Männern fesseln lassen.

Wie jemand auf die Idee kommen kann zu behaupten, Biologie sei ein dem Zeitgeist geschuldetes Konstrukt und das mit dem Argument unterlegt, vor 1000 Jahren hätten wir ja auch noch geglaubt, die Erde sei eine Scheibe, das ist mir hingegen völlig schleierhaft. Die Erde wurde so lange als Scheibe bezeichnet, bis jemand sich mit einem Schiff auf den Weg machte und feststellte, dass er an einer bestimmten Stelle nicht heruntergefallen war, sondern man irgendwann wieder dort ankommt, wo man losgefahren ist. Der Beweis war erbracht, die Erde ist eine Kugel.

Schmelcher hat recht, wenn sie behauptet, Sookee und Schmiedel würden falsche Prämissen aufstellen und so zwangsläufig zu einer falschen Schlussfolgerung kommen. Denn Hormone und biologische Eigenheiten von Männern und Frauen sind eben nicht Dinge, die man sich aus den Fingern sog, um die Welt leichter erklären zu können, wie das Beispiel der Scheibenwelt. Im Gegenteil: Sie sind durch Untersuchungen und Experimente bewiesene Tatsachen. Für die Verteidigung wissenschaftlicher Erkenntnisse wurden Menschen jahrhundertelang verfolgt und auf dem Scheiterhaufen verbrannt. Sie sind kein Ergebnis von Langeweile oder Ideologie.

Wie kommt jemand auf die Idee einem Mädchen beibringen zu wollen es sei keines?! Welcher Zweck wird damit verfolgt? Was erreicht man damit, außer dass das Kind verwirrt ist und sich in seiner eigenen Haut nicht mehr wohlfühlt, was als junger Mensch sowieso schon oft genug der Fall ist! Hier wird die Tatsache, dass das Sein das Bewusstsein bestimmt, schlicht geleugnet und ins Gegenteil verkehrt.

Eine interessante Darstellung der gestrigen Veranstaltung. Leider konnte ich nicht kommen, kenne aber die Protagonistinnen der gestrigen Debatte aus dem Netz. Ich finde die Schlussfolgerungen von GAST zu einseitig. Ich finde alles toll, was die festen Genderstrukturen aufbricht und uns die Vielfalt des Denkens und Fühlens in der Gesellschaft vor Augen führt. Aber macht mal schön weiter. Vielleicht komme ich Freitag vorbei.

Hallo Moonkie, Freitag sind wir zwar hier, aber eine Veranstaltung findet nicht statt. Heute aber und am Donnerstag!! Jeweils 18 Uhr.

Auf die Diskussionen bin ich sehr gespannt.
Ich halte sie für sehr erforderlich, möchte gern
wissen, wie sich die jungen Frauen heute fühlen.

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