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Wahlprognosen

Wenn am nächsten Sonntag Bundestagswahl wäre... Wahlprognosen beruhen auf Umfragen, die verschiedene Institute unter Wahlberechtigten durchführen. Wie genau die Prognosen sind, hängt von unterschiedlichen Faktoren ab.
 

Die Reihenfolge der Parteien in der Grafik entspricht dem Wahlergebnis der einzelnen Parteien bei der Bundestagswahl am 22. September 2013.

Würde am kommenden Sonntag der neue Bundestag gewählt, käme die Union aus CDU und CSU auf 36 Prozent und die SPD auf 23 Prozent. Die drittstärkste Partei im Bundestag wäre nach der neuen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa im Auftrag von RTL und stern die Linke mit 10 Prozent. Die AfD kommt auf 9 Prozent und wäre damit erstmals im Bundestag vertreten. FDP und Grüne würden jeweils 8 Prozent der Stimmen erhalten, auf die sonstigen kleinen Parteien entfallen zusammen 5 Prozent. Der Anteil der Nichtwähler und Unentschlossenen lag bei der letzten Umfrage (4.9. bis 9.9.) bei 26 Prozent. Für die aktuelle Umfrage wurden keine Ergebnisse für diese Gruppe mehr mitgeteilt.

Rechnerisch wären nach diesem Umfrageergebnis wieder eine Große Koalition (Union und SPD) sowie eine Jamaika-Koalition (Schwarz-Gelb-Grün, also CDU/CSU, FDP und Grüne) mit mehr als 50 Prozent möglich. Andere Koalitionen würden keine parlamentarische Mehrheit erreichen. SPD und Linkspartei schlossen eine gemeinsame Regierung gegenseitig aus. Mit der AfD möchte keine andere Partei koalieren.

Für die repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstitutes Forsa wurden die Daten von 2.501 Wahlberechtigten erhoben, die durch eine computergesteuerte Zufallsstichprobe ausgewählt wurden. Die Interviews wurden in der Zeit vom 11. bis 15. September 2017 geführt. Die statistische Fehlertoleranz liegt bei +/- 2,5 Prozentpunkten. (Stand: 13. September 2017, Quelle: wahlrecht.de)

 

Wie aussagekräftig sind Wahlprognosen?

Wahlprognosen beruhen auf Umfragen, die unterschiedliche Institute unter Wahlberechtigten durchführen. Wie genau die Prognosen sind, hängt von unterschiedlichen Faktoren ab. Die Kollegen in der Landeszentrale Baden-Württemberg haben einige zusammengestellt.

  • Repräsentativität: Umfrageinstitute befragen in der Regel einige tausend Wahlberechtigte und versuchen daraus zu errechnen, wie die Gesamtzahl der Wahlberechtigten abstimmt. Dafür muss die Zusammensetzung der Befragten jedoch der Zusammensetzung der gesamten Wählerschaft entsprechen. Das bedeutet, dass Faktoren wie die Altersstruktur, die Geschlechterzusammensetzung, die politischen Präferenzen etc. in der Gruppe der Befragten mit der gesamten Wählerschaft übereinstimmen müssen. Weil Umfrageinstitute in der Regel kommerziell arbeiten, gehört es zu ihren Geschäftsgeheimnissen, wie sie versuchen, die Repräsentativität der Befragten zu ermitteln.
     
  • Parteibindungen: Jahrzehntelang spielten in der Bundesrepublik gewachsene Bindungen zwischen Wähler/-innen und Parteien eine große Rolle. Diese erleichterten auch die Vorhersage des Wahlverhaltens bestimmter Gruppen. In den letzten Jahren hat die Bedeutung der Parteibindungen jedoch abgenommen, es gibt mehr Wechselwähler/-innen als vorher – das erschwert Prognosen.
     
  • Ehrlichkeit: Prognosen werden auch dadurch erschwert, dass bei Umfragen nicht alle Befragten ihre wahren Parteipräferenzen angeben. Wenn Befragte beispielsweise den Eindruck haben, dass ihre Wahlpräferenzen sozial nicht erwünscht sind, geben sie möglicherweise keine ehrliche Antwort auf die Frage, wen sie wirklich wählen möchten. "Menschen, die glauben, dass sie die öffentliche Meinung gegen sich haben, geben nicht zu, wie sie wählen. Das merkten wir gerade bei der AfD", sagte beispielsweise der Politikwissenschaftler Heinrich Oberreuter (Quelle: Huffington Post).
     

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Grafiken: Zusammenstellung Landeszentrale
 
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