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Wahlprognosen

Wenn am nächsten Sonntag Bundestagswahl wäre... Wahlprognosen beruhen auf Umfragen, die verschiedene Institute unter Wahlberechtigten durchführen. Wie genau die Prognosen sind, hängt von unterschiedlichen Faktoren ab.
 

Die Reihenfolge der Parteien in der Grafik entspricht dem Wahlergebnis der einzelnen Parteien bei der Bundestagswahl am 22. September 2013.

Wenn am kommenden Sonntag der neue Bundestag gewählt würde, würden die Union bei 39 und die SPD bei 25 Prozent liegen. Laut der Umfrage des Meinungsforschungsinstitutes Forsa im Auftrag von RTL und Stern würde die FDP 9 Prozent,   die LINKE 8 Prozent und Grüne und AfD jeweils 7 Prozent der Stimmen erhalten. Auf die sonstigen kleinen Parteien entfallen zusammen 5 Prozent. Der Anteil der Nichtwähler und Unentschlossenen beträgt 22 Prozent.

Rechnerisch wäre wieder die Große Koalition (Union und SPD) sowie auch die Jamaika-Koalition (Schwarz-Gelb-Grün) knapp möglich. Koalitionen wie Rot-Rot-Grün als auch Rot-Gelb-Grün (Ampel) würden keine parlamentarische Mehrheit erreichen. Mit der AfD möchte keine andere Partei koalieren.

Für die repräsentative Umfrage befragte das Meinungsforschungsinstitut Forsa in der Zeit vom 15. - 19. Mai 2017 2.502 potenzielle Wähler/-innen. (Stand: 23. Mai 2017; Quelle: wahlrecht.de)

 

Wie aussagekräftig sind Wahlprognosen?

Wahlprognosen beruhen auf Umfragen, die unterschiedliche Institute unter Wahlberechtigten durchführen. Wie genau die Prognosen sind, hängt von unterschiedlichen Faktoren ab.

  • Repräsentativität: Umfrageinstitute befragen in der Regel einige tausend Wahlberechtigte und versuchen daraus zu errechnen, wie die Gesamtzahl der Wahlberechtigten abstimmt. Dafür muss die Zusammensetzung der Befragten jedoch der Zusammensetzung der gesamten Wählerschaft entsprechen. Das bedeutet, dass Faktoren wie die Altersstruktur, die Geschlechterzusammensetzung, die politischen Präferenzen etc. in der Gruppe der Befragten mit der gesamten Wählerschaft übereinstimmen müssen. Weil Umfrageinstitute in der Regel kommerziell arbeiten, gehört es zu ihren Geschäftsgeheimnissen, wie sie versuchen, die Repräsentativität der Befragten zu ermitteln.
     
  • Parteibindungen: Jahrzehntelang spielten in der Bundesrepublik gewachsene Bindungen zwischen Wähler/-innen und Parteien eine große Rolle. Diese erleichterten auch die Vorhersage des Wahlverhaltens bestimmter Gruppen. In den letzten Jahren hat die Bedeutung der Parteibindungen jedoch abgenommen, es gibt mehr Wechselwähler/-innen als vorher – das erschwert Prognosen.
     
  • Ehrlichkeit: Prognosen werden auch dadurch erschwert, dass bei Umfragen nicht alle Befragten ihre wahren Parteipräferenzen angeben. Wenn Befragte beispielsweise den Eindruck haben, dass ihre Wahlpräferenzen sozial nicht erwünscht sind, geben sie möglicherweise keine ehrliche Antwort auf die Frage, wen sie wirklich wählen möchten. "Menschen, die glauben, dass sie die öffentliche Meinung gegen sich haben, geben nicht zu, wie sie wählen. Das merkten wir gerade bei der AfD", sagte beispielsweise der Politikwissenschaftler Heinrich Oberreuter (Quelle: Huffington Post).
     

Zum Reinhören

Warum liegen Wahlforscher manchmal falsch?

Wahlumfragen sind Teil der politischen Information, um eine Wahlentscheidung zu treffen. Das Geschäft der Umfragen wird allerdings immer schwieriger, so Parteienforscher Oskar Niedermayer.

 

Grafiken: Zusammenstellung Landeszentrale
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