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Vertragsarbeiter

Lexikon Politische BildungAls Vertragsarbeiter wurden in der DDR ausländische Arbeitskräfte bezeichnet, die wegen des Mangels an einheimischen Arbeitskräften ins Land geholt wurden.

Wie in der Bundesrepublik, wo man allerdings von Gastarbeitern sprach, gab es seit den 1950er Jahren nicht genügend einheimische Arbeitskräfte. Die Regierung verpflichtete deshalb Arbeiter aus damals sozialistischen Ländern wie Ungarn und Polen, vor allem aber aus Algerien, Kuba, Mosambik und Vietnam.

Offiziell hieß es, dass die Frauen und Männer in den DDR-Betrieben zu Facharbeitern qualifiziert werden sollten. Tatsächlich aber wurden sie für eintönige und körperlich schwere Tätigkeiten eingesetzt. Sie durften zunächst maximal zwei, später fünf Jahre bleiben und lebten von den Deutschen isoliert in Wohnheimen. Der Nachzug von Familien war, anders als für die Gastarbeiter in der Bundesrepublik, verboten.

Wanderausstellung

Als Arbeitskraft willkommen
Vietnamesische Vertragsarbeiter in der DDR

Buchtipp

Transit | Transfer
Politik und Praxis der Einwanderung in die DDR 1945 – 1990

Private Kontakte mit Einheimischen waren unerwünscht. Wer die vorgegebenen Arbeitsnormen nicht erfüllte, in irgendeiner Art verhaltensauffällig oder schwanger wurde, wurde auch vor Ende des Arbeitsvertrages in die Herkunftsländer zurück geschickt.

1989 lebten 94.000 "Vertragsarbeiter" in der DDR, darunter 60.000 Vietnamesen. Nach der Wiedervereinigung verließen viele von ihnen Deutschland, da ihre Verträge nicht fortgesetzt wurden.


Landeszentrale, Oktober 2013
unter Verwendung von
www.bundesregierung.de/...vertragsarbeiterDdr