Heidemarie Puls berichtet in ihrem Buch über ihren Weg durch DDR-Heime, in denen sie Kindheit und Jugend verbrachte. Erst als sie nach Jahrzehnten der Verdrängung beschließt, sich mit ihrer Vergangenheit literarisch auseinander zu setzen und dies für sich auch als therapeutische Maßnahme annimmt, kann sie ihr Schweigen brechen.
Eine persönliche und sehr emotionale Darstellung, die den Umgang mit tiefen seelischen Wunden beschreibt, öffnet ein Kapitel dunkler DDR-Geschichte.
Die Lesung und das Gespräch mit Heidemarie Puls finden innerhalb der Ausstellung „Umerziehungseinrichtungen im Erziehungssystem der DDR“ der Gedenkstätte Geschlossener Jugendwerkhof Torgau (20.5.-30.6.2012) statt.
Tausende Jugendliche wurden in einem Erziehungsheim der DDR eingesperrt und gequält. Einige der Peiniger arbeiten noch heute als Pädagogen. (ZEIT, 9.12.2010)
"Wenn du nicht brav bist, kommst du nach Torgau!", drohten Eltern in der DDR unartigen Kindern. In dem Elbestädtchen lag der einzige "Geschlossene Jugendwerkhof" der DDR - eine Art sozialistisches "Boot Camp", in dem unangepasste, verhaltensauffällige und straffällig gewordene DDR-Teenager zu "sozialistischen Persönlichkeiten" geformt werden sollten.(Spiegel, 3.01.2008)
In Jugendwerkhöfen versuchte die DDR, Jugendliche auf Linie zu zwingen. Besonders brutal ging es in Torgau zu, auch Heidemarie Puls wurde hier gequält. Jetzt wird den Opfern geholfen. (ZEIT, 2.04.12)
In der DDR baute Eberhard Mannschatz den Jugendwerkhof Torgau auf. Dort wurden Menschen gedrillt und gefoltert. Für sein Lebenswerk will er Anerkennung (FAZ, 21.04.12)
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