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Holocaust/ Shoah

Lexikon Politische Bildung

Der Begriff Holocaust ist heute weltweit die gebräuchlichste Bezeichnung für den Genozid der Nationalsozialisten an den europäischen Juden.

Das Wort stammt aus dem Griechischen und bedeutet so viel wie „Brandopfer“. In der Antike bezog es sich auf religiöse Riten, in denen ein Opfertier ganz verbrannt wurde. Mit politisch motivierten Massenmorden wurde das Wort erstmals zu Beginn des 20. Jahrhunderts verbunden, als britische Autoren die Pogrome an den türkischen Armeniern – noch vor dem eigentlichen Völkermord von 1915 – als Holocaust bezeichneten.

Nach dem 2. Weltkrieg setzte sich der Begriff Holocaust zunächst in Großbritannien und den USA als spezifischer Begriff für die nationalsozialistische Judenvernichtung durch. Im deutschen Sprachraum verbreitete sich der Begriff erst ab 1979, nach der Ausstrahlung der amerikanischen Fernsehserie „Holocaust“.

Zum Weiterlesen
Der Holocaust

Buchtipp
Der Holocaust. Judenverfolgung und Völkermord

Was tun?
Alle zwei Jahre veranstaltet die Bundeszentrale für politische Bildung eine Internationale Konferenz zur Holocaustforschung. Sie dienen dem Austausch von wissenschaftlicher Forschung und Praxis politischer Bildung.

Die Wirkung der Serien übertraf in Deutschland alle Erwartungen. Die Hälfte aller Bundesbürger über 14 Jahre hatte mindesten eine Folge gesehen. Noch nie hatte eine Fernsehproduktion so viele Deutsche so tief erschüttert. In vielen Familien wurde der Elterngeneration zum ersten Mal die Frage gestellt: Was habt ihr damals gewusst und gemacht? Fünf Monate später, am 3. Juli 1979, entschied der Deutsche Bundestag mit 255 zu 222 Stimmen, dass Mord und Völkermord (Genozid) unverjährbar seien.

Das Gedenken an den Holocaust ist in Deutschland von starken öffentlichen Debatten geprägt. So entstand in Berlin zwischen 2003 und 2005 das „Denkmal für die ermordeten Juden Europas“, das unter anderem dafür kritisiert wurde, nicht am authentischen Ort des Verbrechens zu stehen. In Potsdam (Brandenburg) können sich Stadt, Politik und Opferverbände bis heute nicht über den „richtigen“ Platz für die Erinnerung an den Holocaust einigen.

In der offiziellen Erinnerungskultur an den Holocaust nimmt der 27. Januar einen besonderen Platz ein. An diesem Tag wurde 1945 das größte Vernichtungslager der Nationalsozialisten in Auschwitz-Birkenau (Polen) durch die sowjetische Armee befreit.

Die Bundesrepublik fand 50 Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg zu einer besonderen Form der Erinnerung. Am 3. Januar 1996 erklärte der damalige Bundespräsident Roman Herzog den 27. Januar zum "Tag des Gedenkens für die Opfer des Nationalsozialismus".

Die Generalversammlung der UNO wies hingegen ausdrücklich auf den Holocaust hin. Sie bestimmte 2005 den 27. Januar zum "Internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust" - als Zeichen gegen Antisemitismus und Rassismus in der Gegenwart.

 

Shoa
Kritiker wenden sich gegen die Bezeichnung Holocaust, weil damit das historisch einzigartige Verbrechen der Nationalsozialisten an den Juden verharmlost werde. In Israel wird seit der Staatsgründung 1948 stattdessen die Bezeichnung „Ha-Shoah“ verwendet. Auf Hebräisch bedeutet das „Zerstörung“, „Katastrophe“. In Europa wurde der Begriff 1985 durch den Dokumentarfilm „Shoah“ von Claude Lanzmann bekannt.

 

Landeszentrale, Januar 2013 (aktualisiert im Januar 2015)

 


Quelle: © GRA Stiftung gegen Rassismus und Antisemitismus, 2009.



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Kommentare

Holocaust Handbücher &

[...] "Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit. Unmündigkeit ist das Unvermögen, sich seines Verstandes ohne Leitung eines anderen zu bedienen. Selbstverschuldet ist diese Unmündigkeit, wenn die Ursache derselben nicht am Mangel des Verstandes sondern der Entschließung und des Mutes liegt, sich seiner ohne Leitung eines anderen zu bedienen. Sapere aude! [Wage zu wissen] Habe Mut, dich deines Verstandes zu bedienen! ist also der Wahlspruch der Aufklärung." Das ist der berühmte deutsche Philosoph Immanuel Kant im Jahre 1784. [...]

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Kant

Auch wenn Wikipedia es anders behauptet, wir sollten der Auffassung sein, daß Kant kein deutscher Philiosophb war. Gerade wir Brandenburger sollten wert darauf legen, daß Kant ein preußischer Philosoph war. So von wegen Geschichts- und Heimatbewußtsein etc. pp. Nur so ´ne Idee. Mehr Brandenburg wagen!
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