Leichte Sprache

Inklusion

Lexikon Politische Bildung

Inklusion ist ein Menschenrecht. Das Wort „Inklusion“ kommt aus dem Lateinischen und bedeutet soviel wie „Einschluss“ oder „dazu gehören“. Inklusion ist das Leitbild der UN-Behindertenrechtskonvention. Dieses "Übereinkommen über die Rechte von Menschen mit Behinderungen" wurde am 13. Dezember 2006 von der Generalversammlung der Vereinten Nationen (UNO) beschlossen und trat am 3. Mai 2008 in Kraft.

Erklärung in Leichter Sprache

Inklusion - Was heißt das?

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Wie Inklusion gelebt werden kann

Die Übereinkunft verpflichtet alle Staaten, Menschen mit Behinderungen die gleichberechtigte und uneingeschränkte Teilhabe in allen Bereichen der Gesellschaft zu gewährleisten. Es geht beispielsweise um das Recht auf Barrierefreiheit. Das heißt, Menschen mit Behinderungen sollen den gleichen Zugang zu Gebäuden, aber auch zu Informationen haben, wie Menschen ohne Behinderung. Treppenlose Zugänge, funktionierende Fahrstühle oder abgesenkte Bürgersteige gehören dabei ebenso dazu wie Erklärungen in Leichter Sprache und Darstellungen für blinde, taube oder stumme Menschen. Sie haben ein Recht auf unabhängige Lebensführung, auf Gesundheit und Arbeit sowie auf Bildung und Erziehung.

In Bezug auf das Bildungswesen wird Inklusion in Deutschland unter der Formel „Schule für alle“ in der breiteren Öffentlichkeit diskutiert. Im europäischen Vergleich hinkt Deutschland im integrativen Bildungswesen – also im gemeinsamen Unterricht an einer Regelschule – hinterher.

Im März 2009 haben der Bund und die Länder die UN-Konvention für Deutschland bestätigt. Damit wurde die Konvention für alle deutschen Bundesländer verbindlich. Die Bundesregierung hat im Juni 2011 den „Nationalen Aktionsplan zur Umsetzung der Behindertenrechtskonvention“ vorgestellt. Mit der Förderung und Überwachung dieses Prozesses ist das Deutsche Institut für Menschenrechte e.V. in Berlin beauftragt.

Logo Inklusion - Schule für alleDie brandenburgische Landesregierung aus SPD und Linken hatte die Umsetzung von Inklusion im Land Brandenburg in ihrem Koalitionsvertrag von 2009 festgeschrieben und auch in den Koalitonsvertrag für 2014 bis 2019 aufgenommen.

2011 verabschiedete die Landesregierung das „Behindertenpolitische Maßnahmenpaket“, in dem unter anderem festgelegt ist, dass der gemeinsame Unterricht von Kindern mit und ohne Behinderungen sowie mit sonderpädagogischem Förderbedarf weiter ausgebaut wird. In Modellschulen wurde erprobt, wie dies in der Praxis zu bewerkstelligen ist. 2015 sollen die Erfahrungen ausgewertet werden.

Der Städte- und Gemeindebund Brandenburgs legte am 15. März 2012 ein Positionspapier zur Frage vor, wie die Kommunen Menschen mit Behinderungen in den Alltag integrieren können. Das Papier macht deutlich, dass die Umsetzung der UN-Behindertenrechtskommission vor Ort nicht zuletzt wegen der knappen Haushaltslage der Kommunen schwierig sein wird. Städte und Gemeinden sollten deshalb jeweils eigene Prioritäten setzen. 

Um die Belange von Behinderten stärker ins Bewusstsein der Öffentlichkeit zu rücken, hat die UNO den 3. Dezember zum "Internationalen Tag der Menschen mit Behinderungen" ausgerufen. Seit 1993 findet er jährlich statt.

Der Begriff Inklusion entstand in den USA als Teil einer Bürgerrechtsbewegung Anfang der 1970er- Jahre.

Weltweit lebt rund 1 Billion Menschen mit Behinderungen. Das sind rund 15 Prozent der Weltbevölkerung. Eine von ihnen ist Julia Bertmann. Die junge Frau hat das Down Syndrom und engagiert sich für die Rechte von Menschen mit Behinderungen.


Linktipps:

Inklusion im Land Brandenburg:


Landeszentrale, Januar 2013 (aktualisiert November 2014)