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Rassismus

Lexikon Politische Bildung

Rassismus ist eine Form der Gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit (GMF). Er basiert auf der falschen Annahme, dass es verschiedene Menschenrassen gibt, die von Natur aus unterschiedliche Eigenschaften haben. Dabei wird die eigene Rasse als anderen Rassen überlegen angesehen und Menschen allein wegen ihrer Herkunft, ihrer Hautfarbe oder auch ihres Glaubens abgewertet.

Der Begriff Rasse wird seit seinem Gebrauch durch die Nationalsozialisten als Rechtfertigung für millionenfachen Mord öffentlich kaum noch benutzt. Anstelle von Rasse wird heute meist „Ethnie“ (Volkszugehörige) verwendet. Der neue Begriff ist aber meist nur ein anderes Wort für ein altes Denkkonzept, denn es rassistische Einstellungen sind damit nicht verschwunden.

Wissenschaftler sind sich einig, dass die Unterschiede zwischen Individuen innerhalb einer Ethnie größer sind als die Unterschiede zwischen Ethnien und dass Menschen neben dem Einfluss ihrer Gene auch stark von ihrer Umwelt und Kultur geprägt werden.

Rassismus ist ein Element eines geschlossenen rechtsextremen Weltbildes. Aber nicht nur in der rechten Szene finden sich rassistische Einstellungen. Auch die Mitte der Gesellschaft vertritt abwertende Meiunungen gegenüber Menschen, die zum Beispiel eine andere Hautfarbe als sie selbst haben. Rassismus geht oft einher mit Antisemitismus, Fremdenfeindlichkeit und Chauvinismus.

Im Land Brandenburg tragen 51 Schulen den Titel „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“. Um den Titel zu erwerben, müssen mindestens 70 Prozent aller SchülerInnen, Lehrkräfte und Schulbedienstete sich durch ihre Unterschrift zu den Grundsätzen des Programms bekennen und langfristig mit Aktionen und Projekten an der Schule gegen Gewalt, Diskriminierung und Rassismus ein Zeichen setzen.

Welche Bedeutung der Kampf gegen den Rassismus im Land Brandenburg hat, zeigt der Landtag in einer Abstimmung am 22. November 2013. Einstimmig beschlossen die Abgeordneten, eine Antirassismus-Klausel in die Landesverfassung aufzunehmen. Damit erhielt der Kampf gegen rechtsradikale, rassistische oder fremdenfeindliche Kräfte sowie der Schutz des friedlichen Zusammenlebens im Land Brandenburg Verfassungsrang.

Die Vereinten Nationen (UNO) haben den 21. März zum “Internationalen Tag zur Überwindung von Rassendiskriminierung” erklärt.


Kb, November 2013