Kindesentzug als Systemunrecht

„Asozialität“, die Jugendhilfe und der § 249 in der DDR

Podiumsdiskussion

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Begleitveranstaltung im Rahmen der Präsentation der Ausstellung „Erziehung durch Arbeit. ‚Asoziale‘ als Staatsfeinde in der DDR“ auf dem Campus für Demokratie in Berlin-Lichtenberg 

Wer in der DDR als „asozial“ galt, riskierte nicht nur Haft – oft stand auch der Entzug der eigenen Kinder im Raum. Die neue Studie „Aufarbeitung Zwangsadoptionen in der SBZ/DDR 1945–1989“ zeigt, wie weitreichend die Möglichkeiten der Jugendhilfe waren und wie leicht soziale Notlagen und abweichende Lebensentwürfe in moralisches Fehlverhalten umgedeutet wurden.

Auf dem Podium diskutieren Prof. Dr. Karsten Laudien (Co-Projektleiter der Studie), Prof. Dr. Thomas Lindenberger (Vorstudie zu DDR-Zwangsadoptionen) und Tim Steinwender, der seiner jugendlichen Mutter weggenommen wurde. Er hat die Geschichte seiner Familie erforscht, unter anderem anhand von Stasi-Unterlagen. Im Zentrum der Veranstaltung steht die Frage, wie Kindesentzug, das Stigma „asozial“ und die Kriminalisierung nach § 249 zusammenwirkten – und was dieses Systemunrecht für die Betroffenen bis heute bedeutet. 

Moderation: Dr. Michael Schäbitz (exhibeo, Co-Kurator der Ausstellung)

Der Eintritt ist frei. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

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