Das E-Werk in Luckenwalde wurde 1912/13 gebaut. Der Bau dokumentiert den seit der Jahrhundertwende verstärkten Aufschwung der Industriestadt Luckenwalde südlich von Berlin und ist als Industrieanlage ein Beispiel für die Entwicklungsgeschichte der Stromerzeugung jener Zeit. Die Kapazität damals reichte aus, um auch die umliegenden Gemeinden mit Strom zu versorgen. Dabei wurde bereits 1913 durchaus nachhaltig gedacht: Mit der Abwärme der Stromproduktion wurde das neben dem Gelände des E-Werks und heute leerstehende Stadtbad geheizt.
Heute ist das E-Werk im Grunde ein Industriemuseum. Der Besitzer und Künstler Pablo Wendel hat es durch eine aufwendige Restaurierung und mit tatkräftiger Unterstützung von ehemaligen Mitarbeitern des E-Werks und befreundeten Künstlerinnen und Künstlern in ein kleines modernes Holzkraftwerk umgebaut, das mit Hilfe einer Kräfte-Wärme-Kopplung funktioniert. Diese soll künftig ausgedehnt werden und 200 Haushalte mit Strom versorgen.
Auf einer Führung durch das Haus wird Pablo Wendel unter Hinzuziehung von „Zeitzeugen“ auf die historische Entwicklung des E-Werks eingehen, besonders aber auf den Transformationsprozess vom Braunkohlekraftwerk zum regenerativen CO2-neutralen Kraftwerk. Dass sich künstlerische Praxis hier sehr gut mit regenerativer Energiegewinnung und der Förderung von Klimabewusstsein verbinden lässt, wird ein weitere Aspekt in seinem Vortrag sein.
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