Gemeinnützige Vereine und freie Träger der politischen Bildung aus ganz Brandenburg haben am 12. Februar 2026 bei ihrem jährlichen Netzwerktreffen in der Brandenburgischen Landeszentrale für politische Bildung über die aktuelle Praxis politischer Bildungsarbeit diskutiert. Anlass war das 50-jährige Jubiläum des Beutelsbacher Konsenses, der bis heute den zentralen Orientierungsrahmen der politischen Bildung bildet.
Die kommissarische Leiterin der Landeszentrale Dr. Jana Steinke: „Politische Bildung muss Räume für kontroverse Debatten offenhalten. Kontroversität ist unverzichtbar – dort jedoch, wo demokratische Grundwerte angegriffen werden, braucht es klare Grenzen.“
Die Teilnehmenden des Netzwerktreffens in der Landeszentrale diskutierten, was die Grundsätze des Beutelsbacher Konsenses heute bedeuten: Kontroverse Themen offen ansprechen, niemanden überwältigen und Menschen darin stärken, sich eine eigene Meinung zu bilden. Einig waren sich die Praktikerinnen und Praktiker darüber: Politische Bildung lebt vom Dialog, von Beteiligung und von persönlichen Begegnungen – klassische Vorträge allein reichen nicht mehr aus. Die Nutzerinnen und Nutzer von Angeboten der politischen Bildung möchten beteiligt werden und sich zudem auf unterhaltsame Art informieren. Zugleich beschäftigt viele Träger die Frage, wie viel Haltung in ihrer Arbeit erlaubt ist. Zwischen demokratischer Positionierung und rechtlichen Vorgaben zur Gemeinnützigkeit bestehen oft Unsicherheiten. Der Rechtswissenschaftler Prof. Burkhard Küstermann wies darauf hin, das Neutralitätsgebot gelte in erster Linie für den Staat. Gemeinnützige Organisationen dürften politisch arbeiten, solange sie parteipolitisch neutral bleiben und ihrem Satzungszweck folgen. Ein zweites zentrales Signal des Treffens: Die freien Träger der politischen Bildung sind ein wichtiger Pfeiler der demokratischen Kultur im Land. Mit großem Engagement schaffen sie Räume für Austausch, stärken Urteils- und Handlungskompetenz und reagieren flexibel auf gesellschaftliche Veränderungen – auch unter schwierigen Förderbedingungen, so das Fazit. Das Netzwerktreffen machte deutlich: Politische Bildung in Brandenburg ist nah an den Menschen – und bleibt unverzichtbar für eine lebendige Demokratie.
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