In den Sommermonaten 2024 und 2025 verging kaum ein Wochenende ohne Berichte über rechtsextreme Störaktionen gegen CSD-Veranstaltungen. Ob aufgelöste Pride-Märsche in sächsischen Kleinstädten oder gezielt organisierte Gegendemonstrationen in Hessen: Was zunächst wie lokale Einzelfälle erscheint, erweist sich bei näherer Betrachtung als Teil eines bundesweiten Trends.
Queerfeindliche Narrative führen nicht nur zu Ausgrenzung, sondern bereiten auch den Boden für Hasskriminalität. Abwertende Sprache, die Infragestellung queerer Existenz und die Delegitimierung von Gleichberechtigung tragen zur Normalisierung von Gewalt bei. Beleidigungen, Bedrohungen und körperliche Angriffe stehen oft am Ende eines Prozesses, in dem menschenfeindliche Weltbilder über längere Zeit verfestigt und legitimiert wurden. Queerfeindlichkeit stellt somit eine ganz konkrete, alltägliche Bedrohung für queere Menschen und deren Schutzräume dar.
Vor diesem Hintergrund lädt der Online-Fachtag dazu ein, die Zusammenhänge von Rechtsextremismus, Queerfeindlichkeit und Hasskriminalität differenziert zu beleuchten. Im Fokus stehen die Entwicklung queerfeindlicher Ideologien und Mobilisierungsstrategien im rechtsextremen Spektrum der vergangenen Jahre. Darüber hinaus wird erörtert, wie politische Bildungsarbeit und Präventionsansätze diesen Dynamiken wirksam begegnen können.
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