„Ein großes Ereignis. Wer die "Stimmen" hört, begreift, dass wir durch die Ukraine reicher werden und sie in uns lebt.“ Prof. Wolfgang Eichwede, Gründer der Forschungsstelle Osteuropa, Bremen
Seit dem 24. Februar 2022 ist die Welt eine andere. Auch in Deutschland spüren wir die Auswirkungen des von Russland entfesselten Kriegs gegen die Ukraine.
Doch was wissen wir über die Ukraine – abseits der täglichen Schreckensmeldungen?
Der Krieg Russlands richtet sich nicht nur gegen Land und Leute, sondern betrifft auch die ukrainische Kultur und seine eigenständige Geschichte, deren Existenz von Russland bestritten wird oder eliminiert werden soll. Doch in der Ukraine ist über Jahrhunderte hinweg ein unbändiges Streben nach Freiheit und Demokratie entstanden wie an kaum einem anderen Ort der Welt. Stationen auf diesem Weg waren die freie Kosakenrepublik des 17. Jahrhunderts und in unserer Zeit die Revolution der Würde auf dem Kyiver Maidan.
Der Berliner Schauspieler Jan Uplegger und die Berliner Schauspielerin Mareile Metzner nehmen Sie mit auf einen literarischen Streifzug durch die Ukraine. Musikalisch stimmen ein in diese Reise die Sängerinnen Iryna Lazer, Iryna Razin und Nataliia Kuprynenko, begleitet von dem ukrainischen Ausnahmemusiker Yuriy Seredin am Klavier.
"Ein Abend, der verzaubert, Herz zerreißend schön und zu Tränen rührend. Die Stimmen der Ukraine könnten ein heiteres, kammermusikalisches Abendprogramm sein. Doch das sind sie nicht, können und wollen sie nicht.
Oksana Sabuschko erzählt in ihrem 2009 erschienenen Roman „Museum der vergessenen Geheimnisse“ von jenem ukrainischen Kinderspiel, in dem bunte Schätze mit einer Scheibe aus Glas vergraben und verbuddelt werden. Wenn sich die Kinder unbeobachtet fühlen, kehren sie zurück, legen die Stelle wieder frei und betrachten ihre geheimen Schätze. Die „musikalische Reise durch die Literatur der Ukraine“ ist wie ein Blick durch genau diese hinter vielen Scheiben verborgenen Schätze eines Landes, dem wieder und wieder genau diese genommen werden. Die Erinnerung daran und die Vergewisserung, die Fäden dorthin nicht zu verlieren, sind ein Beitrag zum Überleben. Und doch liegt über allem die ständige Angst, die Scheiben könnten zerbersten und alles Darunterliegende zerstören. Bilder wie diese spüren dem Weg der Ukraine über viele Generationen nach, lassen Stimmen und Melodien erklingen, die nicht zur Gemütlichkeit taugen. So wird die musikalisch-textliche Reise durch die ukrainische Kultur und Geschichte, deren Existenz von Russland bestritten wird oder eliminiert werden soll, zu einer eindringlichen Mahnung."
Stefan Determann, Kirchenkreis Oberhavel, 22.06.2025
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