Die Treuhand - aus unterschiedlichen Perspektiven

Einladung zu Theater und Vortrag

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Die Treuhandanstalt war eine der umstrittensten Organisationen in der deutschen Geschichte. Als "größtes Unternehmen der Welt" führte sie einen Vermögensumbau von bisher unbekanntem Ausmaß durch. Zwischen kollabierendem Realsozialismus und sich globalisierendem Kapitalismus überführte ihr Personal die "volkseigenen" Betriebe der DDR vom Plan zum Markt. Verkäufe an zumeist westdeutsche Investoren, Branchenabwicklungen und Massenentlassungen prägten ihre krisengeschüttelte Geschäftspraxis nicht weniger als wütende Proteste, politische Kontroversen und öffentliche Skandale.

Zur Einstimmung in das Thema wird "Treue Hände" durch die gemeinnützige Theatergenossenschaft "Traumschüff" aufgeführt. Das Stück beschäftigt sich mit den Folgen der Wiedervereinigung und der Treuhandanstalt. Anhand von Zeitzeugeninterviews greift sie Geschichten des Kaltwalzwerks Oranienburg auf.
Anschließend liest Marcus Böick aus seinem Buch "Die Treuhand. Idee - Praxis - Erfahrung 1990-1994". Jenseits zeitgenössischer Bewertungen als alternativlosem "Erfolg" oder neoliberale "Abwicklung" wirft Marcus Böick erstmals einen zeithistorischen Blick auf den widersprüchlichen Auftrag des Wirtschaftsumbaus und rückt dessen Personal in den Fokus. An der Schnittstelle von Wirtschafts- und Kulturgeschichte zeichnet der Autor mit präzisem Blick die zugrundeliegenden Ideen, den dynamischen Organisationsalltag und die facettenreichen Erfahrungen der Mitarbeiter nach, die die Transformation so maßgeblich wie unvorbereitet mitgestaltet haben.

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