Regieren uns die Banken?

Finanzpolitische Gespräche

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v.l.: Dr. Heiner Flassbeck, Alexis Passadakis, Dr. Martina Weyrauch und Dr. Helm
v.l.: Dr. Heiner Flassbeck, Alexis Passadakis, Dr. Martina Weyrauch und Dr. Helmuth Markov

„Es war einmal vor kurzer Zeit. Da haben Banker und andere Geldmanager solange hemmungslos mit fremdem Geld gezockt, bis sie kurz vor der Pleite waren. Weil der Staat aber Angst hatte, die Pleite so vieler Banken könnte Panik bei den normalen Menschen auslösen, nahm er die Schulden der Zocker zunächst auf die eigene Kappe und verlangte von seinen Bürgern, dass sie auf lange Sicht für die Schulden der Zocker geradestehen.

Weil er aber die Zocker weder ins Gefängnis sperrte noch ihnen wenigstens das Zocken für die Zukunft verbot, gingen die Zocker sofort wieder zum Zocken, denn sie hatten ja nichts anderes gelernt. Nun aber fanden die Zocker, dass es an der Zeit sei, auf die Pleite der Staaten zu wetten, denn die Staaten hatten ja jetzt enorm hohe Schulden.“ (Heiner Flassbeck, aus einem Vortrag, September 2011)


Regieren uns die Finanzmärkte? Welche Folgen hat das für die Demokratie? Welche Gestaltungsspielräume hat der Staat? Kann man die Finanzmärkte regieren? Und wenn ja, wie? Diese und weitere Fragen sollen während der Veranstaltung besprochen werden.

Gäste:


Moderation:

Kooperationsveranstaltung mit dem Ministerium für Finanzen des Landes Brandenburg

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Kommentare

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Hallo,

fast jeden Tag kann man mehr oder weniger sachliche und fundierte Beiträge zur Krise des Euros / der Staatsschulden hören und lesen. Heute konnte ich einen kurzen,aber sehr erhellenden Beitrag in der Wochenzeitung. "der Freitag" vom 01.12.2011, Seite 8 lesen:

Heiner Flassbeck :
Endspiel für die Eurozone, - ein Staat kann nicht sparen wie ein privater Haushalt.

Deutschland hat in den letzten 10 Jahren seine Export - und Wettbewerbserfolge zu einem großen Teil auf Kosten der anderen Euro - Staaten erzielt. Mit zu niedrigen Löhnen / Lohnstückkosten und einem Auseinanderlaufen der Inflationsraten in den Staaten. Man sucht immer nach Schuldigen, ohne mal Selbstkritik zu üben. Schuld sei jetzt "der Staat " aber niemals der "Markt" ! Man kann ( und darf ! ) nicht beliebig die Staatsausgaben senken. Nur reiche Leuten können sich einen armen Staat leisten. Man braucht in der Eurozone Regeln darüber, wieviel Wettbewerb man unter - und gegeneinander noch zulassen kann / darf. Wenn man noch ernsthaft den Euro erhalten will, braucht es 10 - 15 Jahre eine angemessene neue Wirtschaftspolitik. Flassberg zweifelt, ob Deutschland gewillt ist seine Wettbewerbsposition zu ändern und damit sind "die Überlebenschancen für die Eurozone extrem gering ."

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A. Popp

Sehr geehrte Damen und Herren der Brandenburgischen Landeszentrale für politische Bildung,

Auf  Ihre Überschriftfrage "Regieren uns die Banken ?" kann ich persönlich nur wie folgt antworten: mich regieren "SIE" nicht und weitere aufgeklärte Bürgerinnen & Bürger auch nicht. Nur der größte Teil aller (!) führenden Politikerinnen & Politiker läßt sich vom "Finanzgesindel" an der Nase herumführen ! Nehmen Sie einmal Ackermann & Blessing; beide Herrschaften gehören normalerweise hinter Schloß und Riegel (grundsätzlich bin ich gegen Gewalt und gegen KZ`s. jedoch in diesen beiden Personalien eben gerade nicht !!!). Der eine hat Investmentgeschäfte über seinen designierten indisch stammenden Nachfolger (der übrigens nicht einmal die Deutsche Sprache beherrscht, das muß man sich einmal vorstellen, ein künftiger Vorstandsvorsitzender der Deutschen Bank kann die Deutsche Sprache nicht, toll !!!) in unvorstellbarem Ausmaß "veranstaltet" mit zum Teil sehr fragwürdigen Ausgängen, sowie Immobilienfinanzierungen, gerade auch im Raum Brandenburg die jeder Seriosität widersprechen (Beispiele dafür kann ich Ihnen belegen, hier würde es leider viel zu lang werden), der andere "Blessing" hat eine Bank gekauft (Dresdner Bank), die dann in Verbindung mit der Commerzbank den Gegenwert gegen NULL gefahren hat und, als Krönung noch vom "doooofen" Steuerzahler gerettet werden mußte. Pikant (auch wenn ich etwas gegen "Sippenhaft" habe): Blessings Vater war mal in den siebziger Jahren Bundesbankpräsident in der BRD und in der NS-Zeit als Bänker für sein damaliges Bankhaus Mitfinanzier von Himmlers SS, toll ? Gelle ???

Gehen Sie mal in die Geschichte, sagen wir einmal so rund 500 Jahre zurück, da hätte es einmal ein Bänker wagen sollen, gegen die Herrschenden (Politiker) aufzumucken, der Schädel wäre gegen die Wand geflogen, um es einmal etwas salopp zu formulieren ! Nun leben wir ja angeblich in sogenannten demokratischen Verhältnissen (wo bitte sehr ?, oder habe ich den Begriff aus dem Griechischen falsch verstanden ? ), so, so ? ! Jedoch lassen sich die Politikercliquen mehr oder weniger von den Bänkern über den Tisch ziehen. Oder etwas nicht ? Ergo diktiert die Finanzwelt der Politik, was sie zu tun und zu lassen hat, Sie sagen vermutlich NEIN ???!!! - Dann erklären Sie mir bitte diesen Fakt: Goldmann und Sachs hatte die Bundeskanzlerin "beraten" und später gegen die BRD & den EUR finanztechnisch gewettet. Darauf kann ich nur antworten: das Grundgesetz läßt grüßen insbesondere Artikel 20 Absatz 4 (sollte jeder Deutsche Bürger auswendig können und ggf. umsetzen)

Ich wünsche Ihnen ein schönes Wochenende !

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