In der Beispielaktensammlung des Stasi-Unterlagen-Archivs können Besucherinnen und Besucher der Ausstellung "Einblick ins Geheime" in ungekürzten und originalgetreu reproduzierten Stasi-Akten lesen. Eine dieser Akten enthält Schulungsmaterial der Abteilung M – der Postkontrolle.
Das Öffnen und Kontrollieren der Post war im vordigitalen Zeitalter eine der wichtigsten Maßnahmen der Informationsgewinnung für die DDR-Geheimpolizei. Die Mitarbeitenden der Abteilung M lasen insbesondere Briefe von verdächtigen Personen oder an "Feindorganisationen" mit. Stichprobenartig öffneten sie täglich Tausende weiterer Briefe und Pakete, die sie gezielt nach Hinweisen auf unliebsames Verhalten, Wertsachen oder Bargeld durchsuchten. Die Postkontrolle diente so nicht nur der Überwachung, sondern auch der Bereicherung des unterfinanzierten Staatshaushaltes.
Am 29. Juni 2026 um 18:00 Uhr spricht die Wissenschaftlerin Dr. Konstanze Soch über die Post- und Paketkontrolle der Stasi. Anhand von konkreten Beispielen aus ihrer Forschung und aus Beispielakten zeigt sie auf, wie weit und willkürlich die Geheimpolizei dabei in das Privatleben von Personen eindrang und gegen die Menschenrechte verstieß – ohne dass dafür jemals eine gesetzliche Grundlage vorgelegen hätte.
Um 17:00 Uhr findet vor der Veranstaltung eine Expressführung durch die Dauerausstellung mit Blick ins Archiv statt.
Um Anmeldung wird gebeten unter
einblick-ins-geheime@bundesarchiv.de oder telefonisch unter 030 18 665-6699
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