Was bleibt, wenn eine vertraute Welt plötzlich verschwindet? Und was bedeutet es, anders zu sein, wenn die Gesellschaft dafür keinen selbstverständlichen Platz bietet? Mit „Verglühende Landschaften – Von Ost nach Jetzt“ entwickelt das Bandentheater ein Jugendstück ab 12 Jahren, das deutsche Geschichte mit persönlichen Erfahrungen und aktuellen Fragen verbindet. Im Mittelpunkt steht Anja, die 15 Jahre alt ist, als 1989 die Mauer fällt. Aufgewachsen in der DDR, erlebt sie den Zusammenbruch ihrer vertrauten Welt. Sie wird Punk, verliebt sich in ihre erste Freundin und erlebt die rechte Gewalt der sogenannten Baseballschlägerjahre der 1990er Jahre hautnah. Ausgehend von dieser Biografie erzählt das Stück von Freiheit, Identität und dem Erwachsenwerden in einer Zeit gesellschaftlicher Umbrüche. Die persönliche Geschichte wird dabei zum Ausgangspunkt für Fragen, die auch Jugendliche heute beschäftigen: Wie wollen wir miteinander leben? Wo beginnt Freiheit und wo endet sie? Was bedeutet es, anders zu sein? Und wie gehen wir mit gesellschaftlichen Veränderungen und rechter Gewalt um? Biografisches Theater, Artistik am Chinese Pole, Livemusik und Video verbinden sich zu einer unmittelbaren und unterhaltsamen Inszenierung. Geschichte wird dabei nicht als abgeschlossene
Vergangenheit vermittelt, sondern als etwas, das mit der Gegenwart verbunden ist und Raum für eigene Fragen und Perspektiven eröffnet. Gerade angesichts des zunehmenden Rechtsrucks möchte das Bandentheater mit Jugendlichen über Demokratie, Ausgrenzung, Queersein und gesellschaftlichen Wandel ins Gespräch kommen. Die Vorstellungen richten sich insbesondere an Schulklassen und bieten im Anschluss die Möglichkeit zu einem moderierten Publikumsgespräch. In der Stasi-Zentrale wird dabei unter anderem Dirk Kalinowski, Sänger der DDR-Punkband Zerfall, zu Gast sein und mit den Jugendlichen über Punk und Jugendkultur in der DDR sprechen. Das Stück wird in der Stasi-Zentrale auf dem Campus für Demokratie in Lichtenberg
gezeigt.
Für Schulklassen ist der Eintritt frei.
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