In dieser dreitägigen Fortbildung erproben wir Methoden der künstlerischen Forschung und theatralen Geschichtsvermittlung: Wie kommen Menschen ins Erzählen? Wie entstehen persönliche und gemeinsame Erinnerungen? Welche Rolle spielen dabei unterschiedliche Generationen? Und wie lässt sich Geschichte so vermitteln, dass sie nicht nur Wissen weitergibt, sondern zur eigenen Auseinandersetzung einlädt? Dabei interessiert grundsätzlich die Frage, wie lokale Geschichte lebendig und erfahrbar werden kann, wie sie in die Gegenwart und Zukunft hineinwirkt und durch persönliche Erfahrungen immer wieder neu erzählt und betrachtet wird.
Was erzählen Gegenstände über die Geschichte einer Stadt? Und welche Geschichten entstehen, wenn wir sie zum Sprechen bringen?
Wir erkunden die lokale(n) Geschichte(n) mit Methoden des Biografie- und des Objekttheaters. Bei der künstlerischen Erforschung mitgebrachter Objekte entstehen kleine Spielszenen.
Eisenhüttenstadt ist eine Stadt des Kommens, Gehens und Bleibens. Als sozialistische Planstadt für das Eisenhüttenkombinat Ost gegründet, war sie zunächst geprägt vom Zuzug vieler Menschen. Heute steht die Stadt vor den Herausforderungen einer schrumpfenden Bevölkerung. Wie in Eisenhüttenstadt ist in der gesamten deutsch-polnische Grenzregion das Kommen, Gehen und Bleiben ein bestimmendes Thema. Ausgehend von den lokalen Bezügen weiten wir den Blick auf die Erfahrungen der Teilnehmenden, die ihre jeweils eigenen Geschichten und Erinnerungen zu dem Thema mitbringen.
Die erlernten Methoden können die Teilnehmenden später in ihrer eigenen politisch-kulturellen Bildungsarbeit übernehmen. Darüber hinaus wird diskutiert wie es gelingen, kann zu einer vielperspektivischen Auseinandersetzung mit Geschichte zu kommen, welche Impulse es dafür braucht und wie der Prozess verantwortungsvoll begleitet werden kann. Wie kann gerade ein künstlerisch/theaterpädagogischer Ansatz Teilnehmende dabei unterstützen ihre eigene Gegenwart zu befragen, zu gestalten und Visionen für die Zukunft zu entwickeln. Wie können dabei auch kontroverse Sichtweisen verhandelt und ausgehalten werden? Und welche Rolle spielt dabei ein multiprofessionelles Team?
Die Teilnehmendenzahl ist auf 20 begrenzt.
- Ablauf
Freitag, 13.11., 14–17:30 Uhr im Museum Utopie und Alltag
Samstag, 14.11., 9:30–17:30 Uhr im Club Marchwitza
Sonntag, 15.11.:, 9:30–13 Uhr im Club Marchwitza
Mitwirkende:
Kai Schubert (freischaffender Theaterregisseur), Constanze Eckert (Plattform Kulturelle Bildung Brandenburg), Petra Haustein (Netzwerk Zeitgeschichte. Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten), Christine Gerbich (Leitung Museum Utopie und Alltag) und Konrad Tschäpe (Historiker, Städtisches Museum Viadrina in Frankfurt (Oder) und Gedenk- und Dokumentationsstätte Opfer politischer Gewaltherrschaft/Museum Viadrina)
Veranstalter:
Plattform Kulturelle Bildung Brandenburg
Netzwerk Zeitgeschichte
Gefördert von Landkreis Oderspree, Landeszentrale politische Bildung, Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten
Kooperationspartner: Netzwerk Zeitgeschichte. Gedenkstätten – Forschung – Zivilgesellschaft (Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten) und Plattform Kulturelle Bildung (Brandenburgische Gesellschaft für Kultur und Geschichte)
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