Halbe Gedenkmarsch

In der Gemeinde Halbe im Landkreis Dahme-Spreewald liegt der größte deutsche Soldatenfriedhof. Dort marschieren jährlich zum Volkstrauertag Neonazis im Gedenken an die „Helden der Wehrmacht“ auf. Anfang der 1990er waren es mehrere Tausend bis die zuständige Versammlungsbehörde das „Heldengedenken“ verbot. Zwischen 2003 und 2006 wurden die Aufmärsche wieder zugelassen. Ein breites Bündnis von Bürgern, Vereinen und Parteien organisierte Gegendemonstrationen und das „Fest der Demokratie“. Im November 2005 blockierten sie gemeinsam den Naziaufmarsch. Im Oktober 2006 verabschiedete der Landtag das Gräberstätten-Versammlungsgesetz. Seitdem werden nur noch Demonstrationen außerhalb des Friedhofs genehmigt.

Der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. hat auf dem Gelände des Friedhofs eine Bildungsstätte errichtet.

Zwischen dem 23. April und 1. Mai 1945 kämpften in der Kesselschlacht bei Halbe, heute Landkreis Dahme-Spreewald, 200.000 deutsche Soldaten gegen die sowjetische Armee. Mindestens 40.000 Soldaten starben auf jeder Seite, außerdem viele Zivilisten, Anwohner und Flüchtlinge. Circa 22.000 deutsche Soldaten wurden bis 1956 auf dem 7 Hektar großen Zentralfriedhof beerdigt. Dazu kamen sowjetische Zwangsarbeiter, von den Nationalsozialisten in Berlin-Tegel Hingerichtete und im sowjetischen Speziallager Ketschendorf 1945-1947 Verstorbene. Noch heute werden noch ungefähr 100 Tote im Jahr auf den Zentralfriedhof umgebettet. Bis 2015 haben mehr als 25.000 Kriegsopfer in Halbe ihre letzte Ruhestätte erhalten. Auf offiziellen Veranstaltungen gedenken inzwischen Angehörige der ehemaligen verfeindeten Nationen gemeinsam. Damit soll an dem Ort auch ein Zeichen für den Frieden gesetzt werden.
 

kb, Oktober 2012 (aktualisiert von Landeszentrale im April 2015)

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