Der lange Schatten der NS-Täter – die Zukunft der Erinnerung

Vortrag und Diskussion

Buchcover "Der lange Schatten der Täter"
Bild: alexandra-senfft.de

Mehr als 70 Jahre nach dem Ende des NS-Regimes steht die deutsche Erinnerungskultur vor einem Wandel: Zeitzeugen, die von ihren Erlebnissen im Krieg und Holocaust berichten, gibt es immer weniger. Dabei haben der Zweite Weltkrieg und der Holocaust auch in den Familien über mehrere Generationen Spuren hinterlassen. Wie lebt es sich, wenn der eigene Großvater Täter im NS-Regime war? Welche Folgen brachte das jahrelange Schweigen in den Familien mit sich? Mit diesen Fragen setzen sich die Nachkommen auseinander und etablieren eine neue Form der Erinnerung.

Die Autorin und Enkelin des Hitlergesandten Hanns Ludin, Alexandra Senfft, setzte sich mit ihren Büchern „Schweigen tut weh. Eine deutsche Familiengeschichte“ (2007) und „Der lange Schatten der Täter“ (2016) intensiv mit ihrer Familiengeschichte auseinander und leistet einen neuen Beitrag zur NS-Erinnerungskultur.

Gäste:

Moderation:

  • Jaqueline Wolfram, Institut für Germanistik Universität Potsdam

Wir machen darauf aufmerksam, dass während unserer Veranstaltungen gelegentlich Film-, Bild- und Tonaufnahmen angefertigt und gegebenenfalls veröffentlicht werden. Wenn Sie Einwände haben, kommen Sie bitte vor der Veranstaltung auf uns zu.

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Alexandra Senfft arbeitet in „Der lange Schatten der Täter“ die Nazi-Vergangenheit ihres Großvaters auf. In der Landeszentrale für politische Bildung stellte sie das Buch vor.

"In zahlreichen Familien, so Senfft, habe es in den Jahrzehnten nach dem Krieg viel Geschichtsklitterung gegeben, sagte die heute in Bayern lebende Autorin, die beruflich viel im Nahen Osten unterwegs war und auch schon für die Grünen gearbeitet hat. Dieses Verfälschen der eigenen Familiengeschichte sei auch für heutige Generationen schädlich. Die Autorin warnte zugleich davor, dass schlimmste Verbrechen zukünftig wieder passieren könnten. „Wir alle können unter bestimmten Umständen Täter werden.“ Die Demokratie sei leider immer gefährdet. "

Auszug aus dem Kommentar von Holger Cathenhusen in den PNN vom 31.01.19

Die Veranstaltungen sind immer wieder großartig in der Landeszentrale. Die junge Moderatorin der Uni Potsdam war mir schon 2014 positiv aufgefallen, als dort Jennifer Teege gastierte. Dass sich auch junge Menschen für dieses Thema engagieren macht Mut und Hoffnung zugleich. Ich werde wieder mit Freude daran teilnehmen.

Obwohl ich ca. 700 km entfernt von Potsdam wohne, freue ich mich immer wieder auf die Informationen der Brandenburgischen Landeszentrale für politische Bildung und die Einladungen, die zeigen, womit sich diese Landeszentrale beschäftigt. Als Kind des NS-Staats (geboren 1931) weiß ich, wie wichtig es ist, sich auch immer wieder mit diesen zwölf Jahren und der Vorgeschichte, die kein "Vogelschiß" in der deutschen Geschichte sind, zu beschäftigen. An dieser Veranstaltung würde ich gerne teilnehmen. Ich wünsche ihr viele Besucher, vor allem junge.
Wolfgang Hempel

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