Krieg

Leichte Sprache: Krieg in der Ukraine

Als Krieg wird ein organisierter Konflikt bezeichnet, der mit Waffen gewaltsam ausgetragen wird. Kriege können zwischen Staaten, aber auch innerhalb der Bevölkerung eines Staates stattfinden. Man spricht in dem Fall auch von einem Bürgerkrieg. Der Spanische Bürgerkrieg von 1936 bis 1939 ist ein Beispiel, das große Aufmerksamkeit in der Forschung, Filmen und Literatur gefunden hat. Ein Beispiel aus der Gegenwart ist der Bürgerkrieg in Syrien, der 2015 zu einer Flucht von Millionen Menschen nach Europa geführt hat.

Klaus Schubert und Martina Klein haben verschiedene Arten von Kriegen beschrieben, die sich durch bestimmte Kriterien voneinander unterscheiden (Das Politiklexikon, 2020). Zu diesen zählen: 

  • Ursachen, 
  • Ziele, 
  • Formen, 
  • Art der Waffen, 
  • räumliche Ausdehnung.

Ursachen

Kriege können verschiedene Ursachen haben. In der Realität spielen aber oft mehrere Ursachen eine Rolle. Der Grund, dem das meiste Gewicht zugeschrieben wird, spiegelt sich für gewöhnlich auch in der Bezeichnung des jeweiligen Krieges wider.

So ist in Europa für das Zeitalter der Glaubensspaltung im 16. und 17. Jahrhundert von den Religionskriegen die Rede, um die Auseinandersetzungen zwischen Protestanten und Katholiken zu beschreiben. Der Dreißigjährige Krieg (1618-1648) gehörte dazu.

Als Kolonialkriege werden hingegen bewaffnete Kämpfe zwischen der jeweiligen Kolonialmacht und den kolonialisierten Gebieten bezeichnet. Auch Deutschland führte Kolonialkriege mit schrecklichen Folgen. 113 Jahre, von 1905 bis 2021, brauchte die deutsche Politik, um den Völkermord der deutschen Kolonialmacht an den Herero und Nama im ersten Kolonialkrieg (1904-1905) anzuerkennen.

Wenn wirtschaftliche Ursachen einen Krieg auslösen, wird von Wirtschaftskriegen gesprochen. Die Bestrebungen der amerikanischen Kolonien für eine Unabhängigkeit von der britischen Kolonialmacht mündeten von 1775 bis 1783 in einen Unabhängigkeitskrieg.

Ziele

Auch das Ziel, mit dem ein Krieg begonnen wurde, ist ein Unterscheidungsmerkmal, um den Charakter eines Krieges zu bestimmen. In der Forschung wird zum Beispiel zwischen Angriffs-, Interventions-, Sanktions-, Verteidigungs- und Befreiungskriegen unterschieden. Im Verlauf eines Krieges kann sich dessen Charakter ändern und Merkmale an Bedeutung gewinnen, die zu Beginn nicht erkennbar waren.

So begann der 2. Weltkrieg als Angriffskrieg mit dem Überfall auf Polen am 1. September 1939. Er weitete sich mit weiteren Überfällen Deutschlands auf andere Länder innerhalb weniger Jahre zunächst zu einem Krieg in Europa und dann zu einem Weltkrieg aus.

Formen / Waffen /räumliche Ausdehnung

Friedensdemonstration für die Ukraine in Berlin. Quelle: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Ukraine_solidarity_protest_Berlin_2022-02-22_136.jpg
Krieg in der Ukraine

Wo kann ich mich über die aktuellen Entwicklungen informieren? Woher bekomme ich Hintergrundwissen und wie kann ich den Menschen aus der Ukraine helfen?
 

Krieg in der Ukraine

Der Krieg gegen die Ukraine begann am 24. Februar 2022 als Angriffskrieg russischer Truppen gegen das unabhängige Land. Die Ukraine war ein Teil der Sowjetunion und wurde 1991 nach deren Zerfall und Ende unabhängig. Derzeit ist es unmöglich, seriös zu überprüfen, wie der Kriegsverlauf und derzeitige Stand ist.

Aus der Forschung sind verschiedene Formen bekannt, die kriegerische Auseinandersetzungen annehmen können. Das Politiklexikon von Klaus Schubert und Martina Klein nennt die folgenden: regulärer Krieg, Partisanen-, Volks-, Miliz- und Guerilla-Krieg. Folgt man der derzeitigen Kriegspropaganda, so wird von ukrainischer Seite ein Guerilla-Krieg zumindest in Erwägung gezogen, sollten die russischen Truppen nicht abziehen.

Die Bewertung des Krieges in der Ukraine durch die Vereinten Nationen zeigt jedoch ein klares Bild darüber, dass die russische Aggression von der Mehrheit der stimmberechtigten Mitglieder verurteilt wird. Sie zeigt jedoch ebenso deutlich, dass es nicht gelungen ist, eine völkerrechtlich bindende gemeinsame Erklärung zu verabschieden.

So verurteilte die Vollversammlung der Vereinten Nationen zwar den russischen Einmarsch in die Ukraine und forderte ein Ende der Aggression: 141 Mitgliedstaaten stimmten für eine entsprechende Resolution. 35 Länder enthielten sich, darunter China. Fünf lehnten den Beschluss ab, darunter Russland und Syrien. Aber der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen brachte keine gemeinsame Erklärung zustande. 

Das ist von Bedeutung, denn eine Resolution des Sicherheitsrates ist völkerrechtlich bindend, eine Erklärung der Vollversammlung jedoch nicht. Sie ist auch wichtig, jedoch von eher symbolischem Wert.

Kein Mittel zur Lösung von Konflikten

Russland verfügt über Atomwaffen. In den Erklärungen des russischen Präsidenten Wladimir Putin, die er vor dem Einmarsch in die Ukraine abgab, schwang die Drohung eines Einsatzes dieser Waffen unverhohlen mit. Sollte dies geschehen und sollten andere Atommächte, darunter die USA, darauf ebenfalls mit Atomwaffen reagieren, dann könnte sich aus dem Angriffskrieg ein Atomkrieg entwickeln. Der Einsatz anderer Waffen könnte zu einem bakteriologischen oder chemischen oder Cyberkrieg führen. Bislang ist der Krieg in der Ukraine regional begrenzt und findet als Luft- und Landkrieg statt. Die Geschichte kennt darüber hinaus auch Seekriege.

Wegen der Gefahr der Selbstvernichtung der Welt durch nukleare Waffen gelten Kriege in der internationalen Friedens- und Kriegsforschung nicht mehr als politisches Mittel zur Lösung von Konflikten. Es geht vielmehr darum, weltweite Strukturen und Mechanismen zu schaffen, die Frieden ermöglichen.

Lesetipp

BLZPB, März 2022

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