Politik wird in hohem Maße mit dem Mittel der Sprache ausgetragen. Was Politiker/innen öffentlich sagen und wie Medien dies in
die öffentliche Debatte tragen, hat immer Auswirkungen auf die politische Kultur eines Gemeinwesens und beeinflusst langfristig
auch die Entwicklung politischer Einstellungen. Politik und Medien, aber auch andere Multiplikator/innen, stehen somit immer
wieder vor der Herausforderung, eine Sprache zu finden, die einerseits Probleme beim Namen nennt und andererseits die Würde
der Beteiligten bewahrt. Die dem hessischen Landtagswahlkampf entsprungene Debatte um jugendliche „kriminelle Ausländer“ ist
ein aktuelles Beispiel für die Schwierigkeit und Ambivalenz öffentlicher Debatten zu sensiblen gesellschaftlichen Themen.
Dass in der deutschen Bevölkerung ernstzunehmende rechtsextreme Einstellungen vorhanden sind, zeigen die Langzeituntersuchung
„Deutsche Zustände“ unter der Leitung von Prof. Wilhelm Heitmeyer oder die Studie der Friedrich-Ebert-Stiftung „Vom
Rand zur Mitte“. Doch wie gelingen öffentliche Debatten – beispielsweise zu den Themen Zuwanderung, Demografie oder zu
rechtsextremen Vorfällen – sowohl ohne zu tabuisieren als auch ohne ungewollt rechtsextreme Vorstellungen von Ungleichwertigkeit
zu unterstützen?
Die Friedrich-Ebert-Stiftung möchte mit einer Tagung den Austausch über Möglichkeiten und Grenzen der politischen Kommunikation
angesichts rechtsextremer Einstellungen fördern und die schwierige Frage einer Lösung näher bringen, wie ein diskriminierungsfreier
und demokratischer Diskurs aussehen kann. Wir laden Sie herzlich ein, sich an dieser Diskussion zu beteiligen.
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